"Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung" – Stefanie Rösch, 2013

Ihr Suchbegriff Übung

Eine ausführliche Anleitung: Die Hier-und-Jetzt-Übung

27.01.2017 Veröffentlicht von Strategien 6 Kommentare

Ich glaube, ich habe die Hier-und-Jetzt-Übung in diesem Blog noch nie ausführlich beschrieben, obwohl ich sie immer wieder erwähnt habe. Das soll sich heute ändern.

Wenn man mit belastenden Erinnerungen kämpft, Erinnerungen, die sich immer wieder wie von selbst aufdrängen, nicht enden wollen und Ihnen als grausame Erinnerungsattacken das Leben schwermachen, dann ist es aus meiner Erfahrung besonders wichtig, dass Sie erleben, dass SIE entscheiden, womit Sie sich bewusst beschäftigen wollen. Das erreichen Sie am schnellsten, wenn Sie Ihr Bewusstsein mit der Gegenwart füllen, also mit dem, was Ihre Sinnesorgane jetzt gerade wahrnehmen. Das funktioniert folgendermaßen. Beantworten Sie die folgenden Fragen, während Sie sie lesen:

Was sehen Sie jetzt gerade? Was hören Sie jetzt – im Raum oder weiter weg? Können Sie Ihre Füße auf dem Boden spüren? Was machen Ihre Hände gerade? Können Sie den Stuhl spüren, auf dem Sie gerade sitzen? Haben Sie ein Getränk in der Nähe und können einen Schluck nehmen und schmecken, welche Aromen Sie wahrnehmen? Oder haben Sie ein Parfum oder einen anderen riechenden Gegenstand, den Sie bewusst wahrnehmen können? Wonach duftet er?

Wenn Sie anfangen, sich darauf zu konzentrieren, was Sie gerade sehen, hören, schmecken, riechen und spüren, kann es hilfreich sein, das laut vor sich her zu sagen. Oder Sie können jemanden bitten, Ihnen aus der Erinnerungsattacke herauszuhelfen, indem er Sie danach fragt, was Sie gerade wahrnehmen. Diese Person kann genau nachfragen, was Sie wahrnehmen, also zum Beispiel, welche Formen, Farben, Oberflächen, Materialien. Ein Wollpulli hat eine andere Oberfläche als ein Baumwollhandtuch oder ein Holztisch oder ein Metalllöffel.

Wenn ich, Stefanie Rösch, in diesem Augenblick mein Bewusstsein mit Gegenwart füllen möchte, dann würde sich das folgendermaßen anhören: Ich sehe vor mir den Bildschirm meines Computers. Ich höre Filmmusik dazu, eine Geige im Moment mit einem leicht melancholischen Thema, ich rieche den Duft von Beeren von meiner Kerze und mein Tee schmeckt nach Ingwer, ein bisschen zitronig und leicht scharf. Der Tee ist nur noch lauwarm, und jetzt sind viele Geigen zu hören und irgendwelche Bläser und das Klackern der Tastatur. Die Buchstaben werden rot unterstrichen, wenn ich einen Schreibfehler mache oder das Programm ein Wort wie zitronig nicht kennt und so weiter.

Machen Sie die Hier-und-Jetzt-Übung immer wieder und wieder. Sie hilft Ihnen zu spüren, dass SIE entscheiden, worüber Sie nachdenken, selbst wenn etwas sehr Belastendes passiert ist.

Es mag sein, dass es Ihnen am Anfang sehr schwer fällt, diesen Text am Stück zu lesen und zu verstehen, aber geben Sie nicht auf! Lesen Sie die Zeilen wieder und wieder bis Sie sie verstehen. Auch wenn es einmal 10 Minuten oder länger dauert. Das kann durchaus sein, wenn Sie etwas sehr Belastendes erlebt haben.

Kommen Sie immer wieder zurück in die Gegenwart! Zurück in den Augenblick, in dem nichts mehr passiert und in dem Sie sicher sind.

Nur Mut!

Leserfrage: Der Staat verweigert die Hilfe. Haben Sie einen Tipp?

11.03.2018 Veröffentlicht von Leserfragen, Strategien 2 Kommentare

Meiner Freundin und ihrem Sohn wurden trotz ihrer Hilferufe an Ärzte, Behörden, Polizei, Sozialpsychiatrischen Dienst, etc. nicht geholfen, so dass die psychische Erkrankung ihres Sohnes eskalierte. Meine Freundin wurde mit mehreren Stichen schwer verletzt und überlebte nur knapp.
Seitdem wird sie nur „hin u. her geschoben“ von Tagesklinik zu Tagesklinik, von Behördenforderungen erdrückt und inzwischen mit dem xten Medikament ruhiggestellt.
Sie ist ein vollkommen anderer Mensch geworden: depressiv, gestresst, bekommt nichts mehr auf die Reihe, erträgt die Menschen nicht mehr, hat kein Vertrauen mehr, geht nicht mehr raus (auch mit ihrem Hund nicht), ist stress-, licht- u. lärmempfindlich und macht sich Riesensorgen um ihren Sohn, mit dem sie sich immer gut verstanden hat. Sie war immer sehr stolz auf ihren Sohn, weil er seine Schule, Ausbildung mit sehr gut abschloss, Sport trieb, immer zuverlässig war.
Wir haben schon mehrmals versucht einen Traumatherapeuten zu bekommen, aber hier ist das wohl ein Riesenproblem.
Meine Freundin muss nun zur REHA. Die stationäre Traumatherapie hat man ihr trotz Widerspruch abgelehnt. Nun soll sie vom Versorgungsamt aus eine Medizinische Badekur machen. Ich kann es nicht fassen. Wir haben das Gefühl, das Thema wird gemieden. Es interessiert die nur, dass meine Freundin „wieder arbeitsfähig“ werden soll.
Aber meine Freundin ist ein Wrack mit nicht nur äußerlichen schlimmen Verletzungen und Narben, sondern mit vor allem inneren Verletzungen u. Narben. Sie hat  nun wieder das Gefühl, das nicht geholfen wird. Inzwischen geht sie finanziell den Bach runter. Sie hat wegen dem Ereignis ihren Job verloren und ist seit fast 3 Jahren krankgeschrieben. Das  Versorgungsamt bezweifelt ihren Krankheitszustand und zahlt nur 30% Beschädigtenrente. Das sind 138€. HARTZ 4 fordert, dass sie in eine kleinere Wohnung umzieht. Das Sozialamt fordert ihre alleinerziehende Tochter auf, für ihre Mutter zu zahlen. Die Verfahren laufen noch, aber es geht nicht vorwärts.
Was soll man da noch von dem „Sozialstaat“ halten? Das alles hilft meiner Freundin nicht gesund zu werden oder das Erlebte zu verarbeiten!!  Haben Sie einen TIPP für uns?

Lieber Leser,

in so einer Situation und aus dieser Entfernung einen Tipp zu geben ist sicher nicht möglich.

Aber ich höre Ihren Ärger, um nicht zu sagen die Wut über diese Hilflosigkeit. Es entsteht so sehr der Eindruck, dem Staat ausgeliefert zu sein und keine oder nicht die richtige Hilfe zu bekommen. Mit dieser Wut ist es nicht gut möglich, eine gute Unterstützung zu sein. Weil diese Wut aus der Hilflosigkeit entspringt und die Ohnmacht für Sie beide nur verstärkt.

Aus meiner Erfahrung braucht es jemanden, der daran glaubt, dass es wieder gut werden kann. Jemand der, so wie Sie es hier machen, indem Sie mir schreiben, nach Lösungen suchen. Es braucht jemanden der durchhält, wenn der andere nicht mehr kann.

Den besten „Tipp“, den ich habe, ist nicht aufzugeben und weiter nach einem Therapieplatz zu suchen.

Ich höre das immer wieder, dass Behörden noch nicht ausreichend über die Folgen von Gewalterfahrungen informiert sind. Dass Behörden nicht helfen. Dass Ärzte nicht ausreichend erkennen, was Trauma mit einem betroffenen Menschen macht und welche Unterstützung es braucht.

Ich begleite Menschen, denen es ähnlich geht. Meine Erfahrung ist, dass es schon hilft, sich nicht darauf zu konzentrieren, was nicht möglich ist, wie zum Beispiel die Dauer von gerichtlichen Verfahren zu beschleunigen. Sondern sich ganz darauf zu konzentrieren, wo es weitere oder andere Hilfe gibt und was im Alltag vielleicht schon funktioniert. Sich darauf zu konzentrieren, was möglich ist. Je mehr wir darüber nachdenken, was alles nicht ist und wo uns übel mitgespielt wurde, desto mehr denken wir über Dinge nach, die uns ohnmächtig machen. Wir können es nicht ändern, weil es vorbei ist. Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Indem wir über Dinge nachdenken, die wir nicht ändern können, machen wir uns selbst ohnmächtig.

Wenn wir oft genug Ohnmacht erleben, geben wir irgendwann auf und glauben, wir wären allem in unserem Leben hilflos ausgeliefert. Aber das stimmt so nicht. Die meisten Dinge in unserem Leben können wir selbst entscheiden. Es geht darum, sich das wieder bewusst zu machen.

Ich kenne da eine sehr beeindruckende junge Dame. Der ist es gelungen, mit einer ganz einfachen Übung und einem eisernen Willen innerhalb von vier Wochen den Schritt aus der Ohnmacht zu machen. Sie lebte in der Vorstellung, dass sowieso nur die anderen über sie bestimmen, was zu einem großen Teil wahr war, weil sie noch minderjährig war. Sie stellte sich jeden Tag die Frage, wofür es sich zu leben lohnt, wo sie doch sowieso keinen Einfluss auf ihr Leben hat. Es war jeder Tag eine Frage zwischen Suizid und weitermachen, weiter vor sich hinleben ohne echte Freude. Was sie am Leben gehalten hat, war ihr Glaube an Gott.

Und dann hat sie angefangen eine einfache Übung zu machen. Jeden Morgen ist sie aufgestanden und hat 20 Dinge aufgeschrieben, die sie entscheiden kann. Etwa so:

  1. Ich kann entscheiden, ob ich aufstehe oder nicht.
  2. Ich kann entscheiden, ob ich etwas esse und trinke oder nicht.
  3. Ich kann entscheiden, ob ich dusche oder nicht.
  4. Ich kann entscheiden, mit wem ich Kontakt haben will oder nicht.
  5. Ich kann entscheiden, ….

Jeden Tag 20 dieser Sätze. Nach 4 Wochen jeden Tag einen Satz mehr. Am Ende, nach drei Monaten waren es viele Sätze. Aber schon nach vier Wochen hatte Ihre Einstellung zum Leben sich geändert. Es hat mich sehr berührt als sie sagt: „Am Anfang dachte ich, Sie sind bescheuert. Aber jetzt, nach 4 Wochen kann ich sagen, dass Suizid kein Thema mehr ist. Ich weiß jetzt, dass ich leben will und mein Leben mitbestimmen kann.“

Es ist nicht alles gut. Und es ist noch ein langer Weg mit all den Folgen der Gewalt. Aber jetzt ist sie auf dem Weg und kann es selbst spüren und sieht jetzt auch, wo es hilfreiche Unterstützung gibt.

Vielleicht geht es nicht darum, dass niemand hilft oder man nicht die Hilfe bekommt, die man denkt, dass man sie braucht. Vielleicht geht es darum, den Rechtanwalt seinen Job machen zu lassen, nur zu reagieren, wenn es nötig ist und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man selbst entscheiden kann.

Zum Beispiel können Sie sich über diesen Blog selbst informieren, woher die Symptome und die Ängste nach einer belastenden Lebenserfahrung kommen und was Sie dagegen tun können (PTSD).

Das gleiche gilt für Ihre Freundin. Lernen Sie gemeinsam über den Blog, so gut das möglich ist, woher die Beschwerden der belastenden Erfahrung kommen und was Sie schon dagegen tun können (Sicherer Ort, Hier und Jetzt), bis Sie einen geeigneten Therapieplatz gefunden haben. Einen geeigneten Therapieplatz können Sie über den PID  suchen.

Dazu können Sie sich beide wieder bewusst machen, was Sie alles entscheiden können. Sie können sich wieder darauf konzentrieren, wo Sie Einfluss auf ihr Leben haben. Die oben beschriebene Übung kann Ihnen dabei helfen.

Ich hoffe sehr, dass es Ihnen gelingt, sich von der Ohnmacht durch das Verhalten anderer und die Betrachtung der Vergangenheit abzuwenden und sich den Dingen im Leben zuzuwenden, die Sie beide selbst gestalten können.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihren Weg.

 

Leserfrage: Ich möchte, dass meine Klientin sich sicher fühlt bei mir. Wie schaffe ich das?

25.02.2018 Veröffentlicht von Leserfragen, Strategien 0 Kommentare

Ich möchte demnächst eine Frau begleiten. Sie braucht jemanden, der mit ihr die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt. Es ängstigt sie, allein zu fahren, ihre Vergangenheit kenne ich allerdings nicht. Ich habe keinerlei Erfahrung mit Menschen, die PTBS haben.
Ich möchte der Frau so angenehm wie möglich sein. Ich möchte ihr helfen und sie unterstützen, sodass sie sich bei mir sicher und wohl fühlt. Ich bin eine Studentin ohne derlei Erfahrung, (1) möchte aber nichts falsch machen. Gibt es irgendwelche speziellen Tipps, die Sie mir geben könnten?
Was mache ich, wenn sie von einem „Trigger“ plötzlich in einen Anfall (2) gedrängt wird, wie muss ich reagieren, damit es ihr schnell besser geht oder wie kann ich sie unterstützen, damit sie sich nicht in dem Anfall verliert, sondern entweder es selbst schafft, da rauszukommen oder dass ich ihr mit dem Gefühl von Sicherheit zur Hilfe komme?
Außerdem möchte ich ihr das Gefühl vermitteln, dass ich sie und die PTBS ernst nehme, ohne direkt so taktlos darüber zu sprechen (3) – ich empfinde es als taktlos von mir, sie direkt darauf anzusprechen. Ich habe gehört, dass man vor allem bei PTBS-Patienten, wie auch bei depressiven Menschen, sehr auf seine Wortwahl achten muss, weil diese Menschen die Worte meist (4) negativ interpretieren. Ich überlege deshalb schon die ganze Zeit, wie ich ihr diese Ernsthaftigkeit vermitteln kann. Haben Sie Tipps für mich? Hätten Sie generell Hinweise für mich, wie ich mich am Besten (5) verhalten soll? Mein Ziel ist nicht, sie zu therapieren, dafür hat sie ihre Therapeutin, sondern für sie ein Fels in der Brandung zu sein, während sie mit mir durch die Gegend fährt. Eine Vertrauensperson (6), eine Sicherheit, jemand, bei dem sie sich wohlfühlt, sich sicher fühlt.

Liebe Leserin,

das sind viele Fragen und es gäbe wirklich viel zu sagen. Ich habe die Fragen durchnummeriert, auf die ich antworten kann.

Zu (1) Sie können nichts falsch machen. Es liegt nicht in Ihrer Hand, wie der andere reagiert. Das ist auch nicht Ihre Verantwortung. Jeder ist nur für sich selbst verantwortlich. Für sein Verhalten, seine Gefühle und seine Gedanken. Selbst wenn Sie in der besten Absicht versuchen, Gutes zu tun, kann es beim anderen genau das Gegenteil bewirken. Wenn Sie anderen helfen wollen, dann geht es immer darum, herauszufinden, was das Beste für den anderen ist. Um das herauszufinden, muss man fragen und offen darüber reden. Es bedeutet auch, dem anderen nicht alles abzunehmen, um es einfacher zu machen. Manchmal heißt es nur Mut machen, damit der andere es selbst tut, auch wenn es ihm schwer fällt.

Zu (2) Trigger sind Reize, die eine Warnreaktion auslösen, einen Fehlalarm. Keinen Anfall. Ein Flashback ist kein Anfall, sondern ein Flashback oder eine Erinnerungsattacke oder eben ein Fehlalarm. Einen Fehlalarm beendet man am schnellsten mit der Hier und Jetzt Übung. Gut ist es, wenn Betroffene lernen, diese Übung selbst zu machen.

Zu (3) Es ist nicht taktlos, über eine psychische Störung zu sprechen. Es sollte normal sein. Wenn die betroffene Frau nicht akzeptiert und sieht, dass sie ein Handicap hat, dann kann sich nichts ändern. Zu akzeptieren, dass es so ist, ist ein wichtiger Schritt Richtung Gesundheit. Also lernen Sie zu fragen, was Sie wissen wollen oder wissen müssen. Die meisten Betroffenen wissen, was Ihnen hilft. Vor allem, wenn Sie schon länger mit ihrem Problem leben. Also kann man sie fragen. Offenheit und Ehrlichkeit sind die besten Berater. Außerdem gibt es in der Textreihe zur PTBS viele Hinweise und Strategien, die man eine nach der anderen Ausprobiert, bis man findet, was hilft.

Zu (4) Dass traumatisierte Menschen dazu neigen, Reize und vor allem auch Worte negativ zu interpretieren, ist eine Beobachtung, die oft zutrifft und einen guten Grund hat. Wer viel Gewalt erlebt, dessen Gehirn verallgemeinert die negativen Erfahrungen: Eine Person verletzt mich, alle Menschen sind gefährlich (Einmal immer Fluch). Vor allem, wenn es nicht bei einer Gewalterfahrung blieb, sondern wiederholt Verletzungen ertragen werden mussten, kommt es zu stabilen, negativen Verallgemeinerungen. Dazu kommen all den negativen Sätze, die jemand mit Gewalterfahrungen von seinem Täter oder seinen Tätern gesagt bekam: Dir glaubt sowieso niemand, wir finden Dich überall, Du bist nichts wert, Dich will sowieso niemand und so weiter.

Zu (5) Am besten ist man ehrlich und offen und transparent. Nicht um den heißen Brei reden, sondern die Dinge beim Namen nennen. Darüber reden, was Auslösereize = Trigger = Warnreize sind und wie man mit ihnen umgehen kann. Und niemals über den Kopf hinweg entscheiden, sondern immer entscheiden lassen, selbst in kleinen Dingen und selbst wenn es wiederholte Entscheidungen sind. Zum Bespiel frage ich meine Klienten jedes Mal neu, ob Sie etwas zu trinken möchten und wenn ja, ob es Wasser oder Tee sein soll. Selbst wenn die Person jedes Mal den gleichen Tee wollte, bekommt sie den von mir auch beim 13 Besuch nicht automatisch, sondern muss sich wieder und wieder bewusst dafür entscheiden. Das ist es, was jemandem mit Gewalterfahrung zeigt, dass er Dinge in seinem Leben mitbestimmen kann.

Zu (6) Vertrauen bedeutet, sich sicher fühlen können, weil man sich dafür entscheidet, dass der andere es wohlwollend meint. Sicherheit entsteht durch Vorhersehbarkeit, Vorhersehbarkeit entsteht durch Ankündigungen, Einhalten von Absprachen und Versprechen sowie durch eigene Entscheidungen. Eine große Aufgabe, wenn Ihr Gegenüber viel Gewalt erlebt hat.

Darüber hinaus braucht es Menschen wie Sie, die sich interessieren und sich nicht davon abschrecken lassen, wenn keine Veränderungen wahrnehmbar sind. Ein Heilungsweg kann lange dauern und ist von vielen Tiefen und kleinen Fortschritten geprägt. Es braucht also Menschen, die durchhalten.

Das wünsche ich Ihnen, dass Sie die Kraft haben, durchzuhalten.

Therapie

17.08.2017 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Therapie.

Durch die Arbeit mit meinen Klienten durfte ich so viel mehr lernen als in jeder Fortbildung, die ich besuchte. Über die Zeit hinweg entwickelte ich das ursprüngliche Stressmodell weiter und stelle immer wieder fest, dass es sich verfeinert, konkreter und genauer wird. Das erlaubt es mir, meinen Klienten und Seminarteilnehmern zu erklären, warum sie die typischen Traumasymptome haben und auch, was sie dagegen unternehmen können. Es ist mir wichtig, jeden da abzuholen, wo er oder sie gerade steht. Ich möchte jeden einzelnen zum Experten für die Vorgänge in seinem Hirn und Körper zu machen. Wenn wir wissen, warum etwas so ist wie es ist, dann können wir daraus ableiten wie wir es ändern können. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten meiner Klienten davon berichten können.

Deswegen stelle ich dieses Wissen auch in meinem Blog zur Verfügung. Wir sollten alle so viel wie möglich über uns wissen. Das ist der erste Schritt zu einem gesunden, unbeschwerten und freien Leben.

Zu meinem Werdegang

Seit 1998 arbeite ich als Notfallpsychologin und Traumatherapeutin.

Während meines Praktikums in Tucson, Arizona 1994/1995 durfte ich eine Kriseninterventionsausbildung machen. Nach erfolgreichem Abschluss meines Psychologiestudiums in Konstanz mit dem Diplom in Psychologie in 1998 folgten Fortbildungen in Notfallpsychologie, Traumadiagnostik, Debriefing, Defusing, Narrativer Expositionstherapie (NET), sowie Schematherapie.

Ergänzen durfte ich mein Wissen um eine Fortbildung in der Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im sozialen Entschädigungsrecht.

Aufgrund dieser Ausbildung und meines intensiven Literaturstudiums arbeite ich vorwiegend kognitiv verhaltenstherapeutisch ergänzt um die gängigen Traumatherapietechniken wie ich sie auch in meinem Blog beschreibe.

Zum Thema Glaube

2017 absolvierte ich eine Ausbildung zur Prädikantin in der evangelischen Landeskirche von Baden.

Mein Glaube gibt mir Kraft für meine Arbeit. Ich habe die klare Haltung, dass jeder glauben darf, was er möchte. Das ist für mich Ausdruck meines Glaubens: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Das bedeutet für mich, den anderen voll und ganz so anzunehmen wie er ist und ihn auf seinem Weg und so wie er es für gut befindet zu begleiten. Dadurch entsteht persönliche Freiheit. Danach strebe ich. Dabei geht es darum, meinen Glauben zu leben und nicht, ihn anderen nahe zu bringen oder gar aufzuzwingen. Das wäre keine Nächstenliebe.

Glaube gehört auf die eine oder andere Art zum Menschen dazu. Gerade traumatische Erfahrungen können auch Glaubenskrisen auslösen, denen ich mich als Psychotherapeutin nicht entziehen möchte. Deswegen gibt es auch ein Seminar zu diesem Thema. Allerdings bestimmt zu jedem Zeitpunkt die Klientin oder der Klient, inwieweit auch der Glaube zum Thema in unserer Arbeit wird.

Und jetzt noch ein paar Informationen zum Formalen:

Am 26.11.1998 erhielt ich die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde im Gebiet der Psychotherapie nach § 1 Abs. 1 des Heilpraktikergesetzes. Ich habe keine Approbation erworben und kann entsprechend nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Das heißt, ich kann nur Selbstzahler begleiten.

Ich führe keine Warteliste und kann nur wenige Therapieplätze anbieten, einfach, weil mir meine Lehr- und Trainingstätigkeit genauso sehr am Herzen liegt wie die persönliche Begegnung mit dem einzelnen Menschen.

Achtung Gott: Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben

03.05.2017 Veröffentlicht von Achtung Gott! 0 Kommentare

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7)

Besonnenheit bedeutet für mich Vernunft und damit die Möglichkeit zum freien Willen. Wenn wir keinen freien Willen hätten, könnte Gott uns nicht immer wieder zusprechen und daran erinnern, dass wir keine Angst haben sollen. Denn Angst ist ein Gefühl, das unser Körper macht als Reaktion auf wahrgenommene Bedrohung. Angst gehört zum Autopilot-Überlebenssystem im Körper und kann nicht einfach „herausgeschnitten“ werden, aber wenn wir Gott glauben, dann kann Angst beeinflusst werden.
Wir können lernen, Gefahren wahrzunehmen, aber als weniger gefährlich zu bewerten, weil wir wissen, dass wir viele Handlungsmöglichkeiten haben. Wir können mittels Entspannungstechniken und Achtsamkeit für die Gegenwart lernen, unseren Autopiloten für Erinnerungsangst (Flashbacks abbrechen + weitere Möglichkeiten) frühzeitig auszuschalten. Alles hängt davon ab, dass wir mit unserem Bewusstsein, besonnen, d.h. vernünftig sein können. Wir können Herr über unsere Ängste werden.

Gott wird uns die Angst nicht nehmen, auch wenn wir das gerne hätten. Er hat uns das Handwerkszeug gegeben, um in der Gefahr zu bestehen. Mit der Angst als Freund und Schutz und der Möglichkeit, automatische Prozesse durch unseren Willen immer wieder abzubrechen. Letzteres benötigt Übung.

Therapeutensuche

15.02.2017 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Wie finde ich einen geeigneten Therapeuten?

Wir können keine Therapeutinnen und Therapeuten empfehlen.
Aber wir haben eine Reihe von Suchmöglichkeiten für Sie zusammengestellt.

Entweder, Sie finden direkt Adressen von Traumatherapeuten wie z.B. bei EMDRIA oder auf der Seite der DeGPT. Dazu gibt es allgemeine Suchmöglichkeiten, für die Sie selbst Trauma oder Posttraumatische Belastungsstörung bei der Suche angeben müssen, wie zum Beispiel auf den Seiten des PID oder bei Therapie.de.

PID

Der Psychotherapieinformationsdienst ist ein Angebot der Deutschen Psychologen Akademie GmbH des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP). Es gibt sowohl eine internetbasierte Suche wie auch die Möglichkeit, sich telefonisch beraten zu lassen.

Wer in dieser Suche zu finden ist, hat eine Gebühr dafür bezahlt und über einen Fragebogen angegeben, mit welchen Verfahren er oder sie arbeitet und welche Störungen und Probleme zu seinen Spezialgebieten gehören.

Die eingetragenen Kolleginnen und Kollegen erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen zur Ausübung von Psychotherapie und erkennen die berufsethischen Werte an, wie sie in der Berufsordnung des BDP festgelegt sind. Die meisten können mit der Krankenkasse abrechnen.

Weitere Informationen

DeGPT

Die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V. ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft. Sie fördert das Wissen im Bereich der psychischen, biologischen und sozialen Grundlagen und Folgen von Stressreaktionen auf belastende Lebensereignisse. Sie koordiniert Fortbildungsangebote und biete auch die Möglichkeit nach durch die Fachgesellschaft zertifizierten Traumatherapeutinnen und -therapeuten zu suchen.

Weitere Informationen

EMDRIA

Fachverband für Anwender der psychotherapeutischen Methode Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) mit einer eigenen Therapeutensuche.

Weitere Informationen

Therapie.de

Hier finden Sie das Suchangebot des Vereins Pro Psychotherapie e.V.. Die eingetragenen Therapeuten bezahlen eine Gebühr und pflegen Ihre Informationen selbst. Das heißt auch auf dieser Seite finden Sie Selbstaussagen von Psychotherapeutinnen und –therapeuten. Da auch nach dem Heilpraktikergesetz zugelassene psychotherapeutisch Tätige zu finden sind, kann nicht jede Psychotherapeutin mit der Krankenkasse abrechnen.

Weitere Informationen

Traumahilfezentrum Ostbayern

Der Verein Trauma Hilfe Zentrum Ostbayern e.V. wurde von psychotraumatologisch tätigen Psychotherapeuten und Beraterinnen gegründet. Die Mitglieder arbeiten schwerpunktmäßig mit Menschen, die eine notfallpsychologische Akutversorgung benötigen oder eine Traumafolgestörung entwickelt haben. Auf der Seite finden sich Adresslisten zum Download. Der Verein prüft über einen Fragebogen die Qualifikation der Kolleginnen und Kollegen, die auf die Liste wollen. Nicht jeder auf dieser Liste kann mit der Krankenkasse abrechnen.

Weitere Informationen

Impressum

14.02.2017 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Dipl-Psych. Stefanie Rösch, Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde im Gebiet der Psychotherapie nach § 1 Abs. 1 des Heilpraktikergesetzes wurde am 26.11.1998 erteilt vom Rechts- und Ordnungsamt Konstanz.

Aufsichtsbehörde: Gesundheitsamt Konstanz, Benediktinerplatz 1, 78467 Konstanz

Trauma-Informations-Zentrum
Dipl.-Psych. Stefanie Rösch
Bodanplatz 3
78462 Konstanz

+49 (0) 7531 693134
roesch [ät]  tiz-online.de

Konzeption der Seite: Stefanie Rösch
Layout und Umsetzung: Stefanie Rösch, Media Lab GmbH
Webmaster: Stefanie Rösch

Das Logo wurde von Braun-Werbung Konstanz entworfen.
Die Weiterentwicklung  des Logos wurde von Media Lab GmbH gestaltet.

Fotos von Stefanie Rösch von Dana Meiterth.

Die Inhalte einzelner Seiten wurden zusammengestellt von:

 

Stefanie Rösch Feuerwehr, Testimony Therapy, Buchbesprechung, Stalking, Leserfragen, Blogbeiträge ab 2013, sowie alle Einträge, die keinem Autor zugeordnet sind.
Claus Rüegg Krieg, Zweiter Weltkrieg, Vietnam Krieg, Israelische Kriege
Monika Bertsche Progressive Muskelentspannung, Buchbesprechung, Trauma und Drogen, Narrative Expositionstherapie (NET)
Martina Ziegler EMDR, Erstentwurf der ausführlichen Klinikliste
Vera Gailing Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site
Cornelia Frey Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site
Lena Holzmüller Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site
Ramón Saroos Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site
Pascal Binder Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site
Rebekka Herz Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site
Lisa Angulo Betancor Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site, Erstellung der der Beratungsstellenliste
Leonie Mack Aktualisierung der Klinikliste und allgemeiner Inhalte der Site, konzeptionelle Mitarbeit an der Neustrukturierung der Site

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG:

Stefanie Rösch
Trauma-Informations-Zentrum
Bodanplatz 3
78462 Konstanz

Kontakt:

Telefon: 07531-693134
Telefax: 07531-455254
EMail: impressum@tiz-online.de

Aufsichtsbehörde:

Gesundheitsamt Konstanz, Benediktinerplatz 1, 78467 Konstanz

Berufsbezeichnung: Heilpraktikerin
mit der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde im Gebiet der Psychotherapie nach § 1 Abs. 1 des
Heilpraktikergesetzes
Zuständige Kammer:
Verliehen durch: Baden-Württemberg
Es gelten folgende berufsrechtliche Regelungen: Heilpraktikergesetz und Durchführungsverordnung
für das Gesetz
Regelungen einsehbar unter: https://www.gesetze-iminternet.
de/bundesrecht/heilprg/gesamt.pdf und https://www.gesetze-iminternet.
de/bundesrecht/heilprgdv_1/gesamt.pdf

Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung:

Name und Sitz des Versicherers:
AXA Versicherung AG
Industrie- und Firmendirektion
Süd
Postfach 920148
51151 Köln

Geltungsraum der Versicherung:
Deutschland

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:

Dipl.-Psych.
Stefanie Rösch
Bodanplatz 3, 78462 Konstanz

 

Quelle: https://www.e-recht24.de

 

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14.02.2017 Veröffentlicht von 0 Kommentare

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Sie können einfach ein Wort eingeben, nachdem Sie suchen möchten (Volltextsuche). Sie können durch unsere Suchhilfe mit Stichworten von A – Z stöbern. Sie können sehen, zu welchen Stichworten es mehrere Artikel gibt (Schlagwort-Wolke) und Sie können sich dem Thema anhand einer psychologischen Landkarte nähern (MindMap).

Leserfrage: Wie kann ich nach dem Überfall wieder ohne Angst schlafen?

29.11.2016 Veröffentlicht von Leserfragen 0 Kommentare

Ich wurde vor 12 Jahren überfallen und leide sehr darunter. Ich habe Angst und kann deswegen nicht schlafen: Bisher konnte mir keiner helfen. Alle Therapien wurden nun beendet. Haben sie eine Lösung? Ihre Artikel treffen alle zu und sind total interessant zu lesen. Danke!

Lieber Leser,

Ich weiß ja nicht, welche Art von Therapie Sie bisher gemacht haben. Insofern kann ich nicht sagen, warum Sie da bisher keine Hilfe finden konnten. Ich habe auch keine Lösung für Ihr Problem, weil es DIE Lösung nicht gibt.

ABER ich kann Ihnen erzählen, was ich meinen Klienten beibringe, die ebenfalls Probleme mit dem Schlaf haben. Das fängt schon damit an, dass es einen Unterschied macht, welche Art von Schlafproblemen Sie haben. Können Sie nicht einschlafen? Wachen Sie in der Nacht aus Alpträumen oder immer zur gleichen Zeit auf? Oder wachen Sie am Morgen zu früh auf und finden dann nicht zurück in den Schlaf?

Wenn es um das Einschlafen geht, so ist ein häufiger Grund, der das behindert, dass Erinnerungen im Übergang vom Wachen zum Schlafen gerne auftauchen. Der Verstand kommt langsam zur Ruhe und das Hirn wandert vom wachen Bewusstseinszustand über verschiedene Phasen hin zum Schlaf und der Bewusstlosigkeit, die damit einhergeht. Je nachdem, was Sie während des Überfalls erlebt haben, kann es sein, dass Ihr Hirn in die Notabschaltung gegangen ist und das bedeutet, dass das Hirn sich als Schutz vor einer Reizüberflutung und zum Sterben durch die Gewalterfahrung auf die Bewusstlosigkeit „vorbereitet“. Das Hirn schaltet sich langsam ab. Der Zustand dieser Notabschaltung kann einem Bewusstseinszustand kurz vor dem Einschlafen entsprechen. Deswegen tauchen die Erinnerungen dann wieder auf. Das wiederum erschreckt uns und dann sind wir wieder hellwach. Das bedeutet, die Erinnerung wurde durch den Bewusstseinszustand getriggert.

Wenn Sie immer wieder zur gleichen Zeit aufwachen, kann die Ursache schlicht und ergreifend sein, dass sich der Körper die Uhrzeit gemerkt hat. Ich kann mich an einen Klienten erinnern, der einen schweren Verkehrsunfall morgens um 4 Uhr hatte. Er wachte Wochen lang morgen um 4 Uhr auf und konnte nicht mehr einschlafen. Nachdem wir die Erinnerung bearbeitet hatten, wurde es besser.

Eine andere Ursache für nächtliches Erwachen können auch Alpträume sein. Das Gehirn versucht, die belastende Erfahrung zu bewältigen und wir träumen davon, manchmal genau das Geschehen, manchmal Szenen, die daran erinnern.

Bei Alpträumen habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, den Alptraum positiv zu Ende zu denken. Häufig enden Alpträume kurz bevor „das Schlimme“ geschieht. Wir haben im Traum so viel Angst, dass wir aufwachen bevor etwas passiert. Aber auch wenn wir es im Traum nochmal erleiden müssen, kann man den Traum zu einem guten Ende denken, bei dem die Bösen gefasst und verurteilt werden oder ich durch einen Superhelden gerettet werde. Wenn wir den Traum so positiv zu Ende denken, dann geben wir uns selbst das Signal von Stärke und Sicherheit. Wir stellen in unserer Phantasie wieder Sicherheit her. Wenn wir über Sicherheit nachdenken, wird der Körper als Folge von unseren Gedanken Entspannung herstellen. (Atikel: Was Sie gegen Alpträume tun können / Artikel: Was Sie gegen Schlafstörungen tun können)

Deswegen funktioniert die Übung Sicherer Ort auch ganz gut, um in den Schlaf zu finden. Das könnten Sie vielleicht mal ausprobieren.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Erfolg beim Üben.
Stefanie Rösch

Leserfrage: Spielsucht durch traumatische Erfahrungen?

01.11.2016 Veröffentlicht von Leserfragen, Strategien 0 Kommentare

Ist es normal durch traumatische Erfahrungen extremes Suchtverhalten (Casino, Computer) zu entwickeln? Als ich überlegte, warum ich das mache, fand ich die Antwort, dass ich dadurch die unzähligen Gedanken und Erinnerungen für einen Moment ausschalte und mich im Hier und Jetzt befinde ohne denken zu müssen.

Ist es möglich, meinen Kopf auszuschalten ohne zu spielen, dass die Gedanken und Erinnerungen aufhören. Ich habe das Gefühl, dass ich 24/7 nur am Denken bin. Bin teilweise richtig abwesend und höre den Menschen um mich rum nur teilweise oder gar nicht zu bzw. vergesse Gesagtes manchmal recht schnell, da ich so in Gedanken versunken bin.

Lieber Leser,

danke für die positive Rückmeldung. Meine Gedanken und Ideen zu Ihrer Frage?

Ich finde, Sie haben das gut erkannt. Ich glaube nicht, dass es normal im Sinne von verbreitet oder häufig ist, aufgrund oder nach einer oder mehrerer traumatischen Erfahrungen eine Spielsucht zu entwickeln. Aber ich halte es für möglich und vor allem erklärbar. Sie haben die Erklärung bereits selbst beschrieben. Es ist ein Versuch, um mit den negativen Erinnerungen umzugehen, die wiederum ganz typisch sind als Folge von belastenden Lebenserfahrungen.

Hier eine grundsätzliche Erklärung

Bei Traumafolgestörungen dreht sich alles um die Fehlalarme des Hirns, die sich in Erinnerungsattacken wiederspiegeln. Wenn Sie Gefahr erlebt haben und das vielleicht nicht nur einmal, dann wird Ihr Hirn Sie immer dann warnen, wenn es einen Reiz gibt (Bild, Farbe, Geruch, Geräusch, Geschmack, Körperwahrnehmung), der an die erlebte/überlebte Gefahr erinnert. In dem Moment versucht Ihr Hirn, Sie zu warnen, indem es die Erinnerung „schickt“. Ihr Hirn kann ja nicht sagen: „Du, Achtung, hier könnte irgendwo ein Säbelzahntiger sein und die sind gefährlich, also sei vorsichtig.“ Um diese Warnung zu schicken, sehen Sie die Bilder aus der Erinnerung, spüren Sie im Körper, wie Sie es damals gespürt haben, haben die vielleicht die Geräusche im Ohr und so wissen Sie: Achtung, Gefahr!

Wir haben leider verlernt, diese Erinnerungsattacken als Warnung unseres Hirns zu sehen, zumal es meistens ein Fehlalarm ist. Es also keine echte, reale Gefahr mehr gibt.

Wenn Sie diesen Zusammenhang aber nicht kennen, dann werden Sie sich Ihren Erinnerungsattacken hilflos ausgeliefert fühlen, genauso wie der ursprünglichen Gefahr. Natürlich geht mit diesen Fehlalarmen einher, dass man sich schlecht fühlt und natürlich auch, dass man darüber nachdenkt. Leider denkt man nicht immer, wie man eine zukünftige Gefahr bewältigen kann, sondern viele Menschen bleiben im Kopf im Moment der größten Gefahr „stecken“. Das nennt man katastrophisierendes Denken. Wenn Sie aber in Gedanken im Zustand der Gefahr bleiben, dann macht ihr Körper auch die entsprechende Alarmreaktion dazu, sprich Stress, sprich Unruhe und ein unangenehmes Gefühl.

Um das „wegzumachen“ lenken sich viele Menschen ab, zum Beispiel mit einem Suchtverhalten. Insofern haben Sie das gut erkannt!

Der nächste Schritt ist zu lernen, was man gegen diese Erinnerungsattacken und die damit verbundene Stressreaktion tun kann, ANSTATT zu spielen.

Der Trick ist, die Aufmerksamkeitsspanne, also das, was wir (halbwegs) bewusst denken, mit Gegenwart zu füllen. Das Spielen ist eine Möglichkeit, die jedoch den Nachteil hat, dass Sie den Fehlalarm damit nicht dauerhaft abbrechen können.

Im Grunde braucht das Hirn Ihre Unterstützung dabei zu lernen, dass es gute Warnreize gibt und ungeeignete Warnreize. Das heißt, Sie wollen Ihr Alarmsystem „besser einstellen“, damit es weniger Fehlalarme macht. Wenn man es auf das Beispiel von einem Rauchmelder anwendet, dann wollen Sie ihrem Rauchmelder (Gefahrenmelder/Limbisches System) im Hirn beibringen, nur auf einen echten Brand zu reagieren und nicht auf jede Kerze, die brennt, oder jedes Schnitzel, das Sie braten, oder jede Zigarette, die geraucht wird. Das heißt, beim nächsten Fehlalarm, schauen Sie sich um und sagen Sie sich, dass Sie jetzt sicher sind.

Es kann sein, dass das nur in kleinen Schritten geht. Aber es geht. Ich erlebe es täglich in meiner Arbeit.

Den ersten Schritt haben Sie schon bewältigt, weil Sie erkannt haben, dass Gedanken die Unruhe verursachen, die so unangenehm ist, dass Sie sie wegmachen wollen. Sie haben den wichtigsten Schritt schon getan: Sie wissen wie eine Erinnerungsattacke bei Ihnen beginnt.

Jetzt heißt es, den Feuermelder im Hirn neu einstellen, indem Sie ANSTATT zu spielen, die Hier-und-Jetzt-Übung machen und sich immer wieder mit einen Augen versichern, dass Hier und Jetzt keine Gefahr ist und Sie sicher sind. Es ist wichtig, sich das selbst zu sagen: Ich bin jetzt sicher, das ist nur ein Fehlalarm. Ich bin jetzt sicher.

Es braucht Übung. Wenn die Erinnerungsattacke zu schlimm ist, können Sie auch versuchen, das Spielen mit einem Wecker zeitlich zu begrenzen. Spielen Sie eine halbe Stunde und dann machen Sie wieder etwas anderes. Einer meiner Klienten kam gut damit klar, bei einer Erinnerungsattacke etwa 2 Minuten lang ein Handyspiel zu spielen. Dann hatte er sich wieder in die Gegenwart gebracht und konnte seinem Alltag weiter nachgehen. Spiele, die sich dazu besonders eigenen, sind Spiele, bei denen das Spiel selbst das Tempo vorgibt, Jump & Run-Spiele oder Spiele, die eine hohe Konzentration erfordern, z.B. Logikspiele und Puzzlespiele. Jump& Run funktioniert besser, weil es Konzentration einfordert. Es gibt sogar wissenschaftliche Untersuchungen dazu, dass Tetris-spielen helfen kann.

Weitere Möglichkeiten, Erinnerungen und die dazugehörigen unangenehmen Gedanken zu unterbrechen finden Sie hier: Sicherer Ort, weitere Stabilisierungetechniken bei PTBS.

Spielen hilft in Ihrem Fall nur kurzfristig, um die Erinnerungsattacke / Fehlalarm schnell wieder abzubrechen. Das eigentliche „Neu-Einstellen“ Ihres Feuermelders im Hirn wird stattfinden, wenn Sie sich beibringen, dass es sich bei der Erinnerungsattacke „nur“ um einen Fehlalarm handelt. So kann da Hirn die abgespeicherten Erinnerungs-Warnreize aussortieren.

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen beim Training!

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Emily A. Holmes, Ella L. James, Thomas Coode-Bate, Catherine Deeprose (2009). Can Playing the Computer Game “Tetris” Reduce the Build-Up of Flashbacks for Trauma? A Proposal from Cognitive Science. PLOS, Published: January 7, 2009, http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0004153

Leserfrage: Angehörige von PTBS-Betroffenen stellen Fragen.

16.05.2016 Veröffentlicht von Leserfragen 0 Kommentare

Ich beschäftige mich seit ein paar Wochen mit dem Thema PTBS aber ich finde noch keine spezielle Hilfe für Partner/Angehörige eines PTBS-Betroffenen.
Es gibt so viele Fragen. Zum Beispiel möchte ich gerne wissen, wie ich als Angehörige so einem erkrankten Menschen begegnen soll oder sollte? Kann man als Angehöriger/ Partner auch eine Therapie begleiten oder sollte man das nicht tun? Wie geht man mit Betroffenen um? Oder kann eine partnerschaftliche Beziehung überhaupt funktionieren?

Liebe Leserin,

Danke für Ihre Fragen. Ich bin sicher, es gibt noch mehr Menschen, die diese Fragen haben und für Sie und alle anderen hier ein paar Antworten aus meiner Erfahrung.

(1) Wie kann ich als Angehörige so einem erkrankten Menschen begegnen?

So wie mit jedem anderen Menschen auch: Man nimmt ihn ernst und man unterstützt ihn, gesund zu werden. Allerdings nicht, indem man ihm ungefragt etwas oder gar alles abnimmt, wovor er Angst hat, sondern indem man ihn dabei überstützt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Machen Sie Betroffenen Mut sich professionelle Hilfe zu holen und motivieren dazu, sich den Ängsten zu stellen. Da kann es vorübergehend notwendig sein zu begleiten, aber das Ziel ist für mich immer, das Leben wieder alleine und selbstständig gestalten zu können.

(2) Kann man als Angehöriger/ Partner auch eine Therapie begleiten oder sollte man das nicht tun?

Klar kann man eine Traumatherapie begleiten. Vor allem kann man, wenn man gut angeleitet wird, den PTBS-Betroffenen dabei unterstützen, die Kontrolle über seine Symptome wiederzuerlangen und ihm helfen, seine Übungen (gegen Erinnerungen 1, gegen Erinnerungen 2) zu machen, die er, wie ich finde, von seinem Therapeuten für den Alltag bekommen sollte.

(3) Kann eine partnerschaftliche Beziehung überhaupt funktionieren?

Ja, es gibt ausreichend Berichte darüber, dass eine Partnerschaft funktioniert und funktionieren kann. Ich sehe es ja tagtäglich. Es braucht Geduld, Durchhaltevermögen und auch die Fähigkeit, sich gegen das Leid des anderen abzugrenzen und ihm, sein Problem und das Leid „zu lassen“. Das Leid ist Aufgabe des Betroffenen. Nur er oder sie kann das verändern. Als Angehöriger kann man die Hilflosigkeit mit aushalten, die eine traumatische Erfahrung in das Leben von Betroffenen bringt. Und man kann das Üben (siehe oben) unterstützen. Dann kann das gehen.

Aus meiner Erfahrung geht das so lange gut, wie der PTBS-Betroffene daran arbeitet, gesund zu werden. Wenn er in der Opferrolle verharrt, dann wird es in absehbarer Zeit meist schwierig für das Umfeld.

Was es auch behindert ist, wenn Angehörige selbst Lebenserfahrungen gemacht haben, die es ihnen schwer machen, dem anderen sein Leid zu lassen anstatt es auf die eine oder andere Art zu übernehmen oder durch sein (unbewusstes) Verhalten zu verlängern.

(4) Vielleicht haben Sie ja einen Tipp oder eine Buchempfehlung wie ich damit umgehen kann oder sollte?

Im Grunde müssten Sie die wichtigsten Informationen hier finden (PTBS kompakt). Darunter finden Sie auch eine Buchempfehlung.

Gerne dürfen Sie weitere Fragen schicken. Nutzen Sie dafür bitte das Kontaktformular.

Viel Erfolg!

 

Noch mehr Sinn: Frohsinn 2: Wie trainieren Sie glücklich zu sein?

11.01.2016 Veröffentlicht von Strategien 0 Kommentare

Hier eine super Vorlesung zu diesem Thema. Vera F. Birkenbihl hält eine unterhaltsame und lustige Vorlesung zum Thema Humor. Mit einigen sehr pragmatischen Übungen, wie man es sich im Leben leichter machen kann.

Es lohnt sich, die Übungen mitzumachen. Viel Spaß dabei!

Leserfrage: Wie kann ich für meine Partnerin da sein und gleichzeitig für mich selbst sorgen?

28.06.2015 Veröffentlicht von Leserfragen 0 Kommentare

Nach inzwischen 2 Jahren, in denen ich meiner traumatisierten Freundin jetzt schon beiseite stehen darf, muss ich leider nach ausgiebiger Selbstprüfung sagen, dass es mir weit mehr an die Substanz geht, als ich gern zugeben will. Und seit ein paar Monaten bin ich darüber hinaus, was ich als meine „Belastbarkeitsgrenze ohne weitere Nebenwirkungen“ definieren würde.
Gibt es außer den üblichen Tipps „Kümmern Sie sich auch um sich selbst!“ und „Treffen Sie regelmäßig ihre Freunde und nicht nur Ihren Partner.“ auch noch andere, die helfen könnten? Zum Beispiel eine Sicht der Dinge, die es manchen erleichtert solche schwierigen Umstände hinzunehmen?

Lieber Leser,

aus meiner Sicht gibt es im Grunde nur eine Haltung, die es einem leichter macht:
Jeder ist für sich selbst verantwortlich und hat auch das Recht, dass es ihm schlecht gehen darf und vor allem das Recht, selbst über sein Leben zu entscheiden.

Es ist die schwierigste Übung von allen, mit einem leidenden/kranken Menschen eine Partnerschaft zu leben. Es fordert uns auf, bedingungslos zu lieben. Und das, wo wir selbst auch bedürftig sind und auch geliebt werden wollen.

Am meisten hilft mir da mein Glaube. Viele Menschen fragen, wie kann Gott das zulassen? Und weil sie keine passende und nachvollziehbare Antwort bekommen, verzweifeln sie. Mir hat in diesem Fall das Buch „Die Hütte“ die wichtigste Erkenntnis geliefert. Ich habe viel aus Büchern gelernt. Viele sind mir „zugefallen“ und dann sind Menschen in mein Leben getreten und haben mich berührt. Irgendwann habe ich begriffen, dass es jemanden gibt, der sich um mich sorgt. So hat Gott mich irgendwann erreicht. Seitdem gehe ich leichter durchs Leben und doch auch schwerer, weil die Aufgaben emotional anspruchsvoller werden.

Eine weitere sehr heilsame Haltung ist: Ich liebe und akzeptiere mich, so wie ich gerade bin. Das kann man vielleicht nicht immer sagen oder fühlen, aber es bedeutet, dass ich mich in meiner Hilflosigkeit und Schwäche genauso annehme wie in meiner Kraft, meiner Kompetenz, meiner Liebe und meinem Gefühl von Einfluss und Kontrolle. Es ist die Kehrseite von der Überzeugung, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist.
Denn wenn jeder verantwortlich nur für sich selbst ist, dann werden wir unweigerlich Momente der Ohnmacht erleben. Zu akzeptieren, dass diese genauso zu uns dazu gehören, wie unsere Macht oder unser Einfluss, ist die stärkste Waffe gegen die Hoffnungslosigkeit.

Daran schließt sich für mich die Überzeugung: Egal was kommt, ich finde eine Lösung. Irgendwie wird es weitergehen und wieder gut werden.
Was das angeht, habe ich als Traumatherapeutin in all den Jahren von all den Menschen gelernt, denen ich begegnen durfte. Sie haben mir genau das beigebracht. Einen Teil habe ich mit 17 Jahren erfahren, als ich selbst am Abgrund stand und einen Nervenzusammenbruch erlitt, weil ich mit meinem Leben einfach überfordert war. Depressiv. Ich habe es erlebt, diese Lähmung, diese Antriebslosigkeit, diese Freudlosigkeit, dieses Egal-Gefühl selbst für die Dinge, die man bisher geliebt hat. Aber es ging vorbei. Irgendwann habe ich mich aufgerafft und hab einfach weiter gemacht. Ich fing an, meinem Inneren kreativen Ausdruck zu geben. Das tue ich noch. Meine beste Form der Psychohygiene. Was ist Ihre? Wo lassen Sie ihre Gefühle? In einem Tagebuch? In Gedichten? Geschichten? Bilder? Es ist gut, eine Möglichkeit zu haben, das, was wir an Verzweiflung spüren, in irgendeiner Form auszudrücken. Im Idealfall auch mit Worten.
Irgendwann habe ich das Licht am Ende der Depression gesehen. Ich habe gelernt, dass ich mich immer wieder ausruhen darf und dass meine Kraft dann wiederkommt. Eine Therapie damals hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet und mich zum großen Teil zu der Therapeutin gemacht, die ich heute bin.

Insofern ist die Frage, wo Sie Ihre Gefühle lassen? Ihre Verzweiflung? Ihre Ohnmacht? Denn egal was Sie tun im Leben, diese Momente der ohnmächtigen Liebe wird es wahrscheinlich geben. Trotzdem ist es wichtig, sein Herz nicht zu verschließen, sondern immer wieder zu öffnen. Das Herz gut zu behüten, aber nicht verschlossen zu halten. In dem Moment wo wir es öffnen, sind wir verletzlich. Oft genug werden wir dann verletzt. Und trotzdem: wenn wir uns geheilt haben, öffnen wir uns wieder und beschenken die Welt mit der Liebe, die uns gegeben ist. So bleiben wir fühlend und lebendig. Das geht nicht ohne Leid. Glaube ich bis jetzt noch. Aber wer weiß, vielleicht belehrt mich das Leben da irgendwann eines Besseren.

Bleiben Sie sie selbst. Und ja, sorgen Sie für sich! Suchen Sie die Dinge im Leben, die Ihnen unabhängig von einer Partnerschaft, unabhängig von jeder Partnerschaft und Freundschaft Freude schenken. Etwas, wo Sie sie selbst sein dürfen und auf niemanden Rücksicht nehmen, sondern einfach sind.

Gleichzeitig bin ich auch davon überzeugt, dass Sie in aller Weisheit erkannt haben, dass die Haltung entscheidend ist, die Haltung mit der wir dem Leben begegnen.

Und wie wir dem Leben begegnen, das können wir entscheiden. Jeden Tag aufs Neue und ganz bewusst und deswegen frei!

Noch mehr Sinn: Realitäts- und Wirklichkeitssinn

20.03.2015 Veröffentlicht von Lesestoff, Strategien 0 Kommentare

Wir haben einen Sinn für die Realität, für das, was wir für wirklich halten. Wir haben die Möglichkeit, uns nicht in Phantasien oder das Unbewusste zu flüchten, sondern im Hier und Jetzt zu leben und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Natürlich ist das, was wir für wirklich oder für real halten nur das Ergebnis eines Lernprozesses, dessen Ziel das Überleben des Individuums ist.

Erst neulich habe ich einen spannenden Vortrag über Wahrnehmungspsychologie gesehen, in dem mal wieder klar wurde, dass wir die Bilder, die wir sehen, konstruieren.

Wir haben gelernt, mit anderen über unsere Wahrnehmungen zu reden und uns geeinigt, dass bestimmte Wahrnehmungen mit bestimmten Wörtern benannt werden. Wir haben gelernt, einen bestimmten Wellenbereich des Lichts als Grün zu bezeichnen oder als Rot oder Gelb. Wir haben gelernt einen bestimmten Gesichtsausdruck als Trauer oder Wut zu interpretieren. All diese Wahrnehmungen sind wichtige Informationen im täglichen Überlebenskampf. Farben halfen, unsere Fressfeinde rechtzeitig zu erkennen. Emotionen helfen zwischenmenschliche Beziehungen zu regeln. Wenn ich sehe, dass jemand wütend ist, kann ich anders darauf reagieren als wenn jemand traurig ist.

Ein kleines Selbstexperiment

Für mich immer wieder beeindruckend ist ein Experiment aus meinem Psychologiestudium gewesen, bei dem man für kurze Zeit sehen kann, dass wir im Grunde ständig durch ein Netz aus Blutgefäßen hindurch sehen. Die Zellen, die Licht in elektrische Impulse umwandeln (Rezeptoren), die unser Gehirn dann als Farbe und Helligkeit versteht, werden Zapfen (Farbe) und Stäbchen (Dämmerungssehen) genannt. Beide Zellarten müssen durch ein sehr feines Gefäßnetz mit Blut versorgt werden. Diese Blutversorgung liegt vor den Sinneszellen. Das bedeutet, trifft Licht auf das Auge und geht durch die Pupille hinein, dann muss es durch ein Gewirr von Blutgefäßen hindurch, bevor es auf die Zellen trifft, die elektrische Impulse herstellen können. Das heißt, wir sehen unsere Welt ständig durch einen Wald von Blutgefäßen – ohne es zu bemerken.

Wenn Sie diese Blutgefäße einmal sehen wollen, dann versuchen Sie Folgendes: Nehmen Sie eine Taschenlampe. Dann schauen Sie gerade aus und wenden gleichzeitig Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Augen. Wenn Sie nun die Taschenlampe ganz nah von der Seite an einen Augenwinkel halten, also vom Augenwinkel aus mit der Taschenlampe ins Auge und dann einschalten, können Sie für einen Moment die dunklen Äste der Blutversorgung des Auges sehen. Vielleicht müssen Sie es ein oder zweimal probieren, um Ihre Aufmerksamkeit auf diese nahe Wahrnehmung zu konzentrieren. Aber dann werden Sie es sehen können.

Da das Gehirn sich schnell an neue Informationen anpassen kann, verschwindet dieser Effekt wieder und das Gehirn „überschreibt“ oder „konstruiert“ die fehlende Information. Denn überall da, wo Blutgefäße vor den Sinneszellen liegen, kann das Licht diese Zellen nicht anregen und zum Feuern bringen. Insofern müssten wir ständig unsere eigenen Blutgefäße sehen. Das tun wir nicht, weil unser Gehirn die Informationen ergänzt. Wir glauben ein ununterbrochenes Bild unserer Umgebung zu haben, in Wahrheit ist ein Teil dieses Eindrucks vom Gehirn ergänzt. Was für eine Leistung!

Dieses ununterbrochene Bild unserer Umgebung halten wir für real, weil wir es nicht anders kennen. Schauen wir genau hin, dann können wir feststellen, dass das so nicht stimmt. Wenn wir uns damit beschäftigen können wir dankbar für die großartige Leistung unseres Gehirns sein.

Das ist nur ein einfaches Beispiel. Wenn Sie im Internet auf die Suche nach optischen Illusionen gehen, werden Sie noch mehr Hinweise darauf finden, dass wir nicht „die“ Realität sehen, sondern „unsere“ Wirklichkeit. Wenn das bei so etwas Einfachem wie dem Sehen von Farbe oder Helligkeit so ist, warum sollte es dann bei so etwas Komplexen wie Erinnerungen oder menschlicher Kommunikation anders sein?

Die gute Nachricht ist, dass wir uns einerseits auf das Gelernte verlassen dürfen. Es diente immer unserem Überleben. Sind wir noch da, haben wir hilfreiche Dinge gelernt.

Da wo es uns nicht gut geht, haben wir die Freiheit zu überprüfen, woran es liegt und ganz gezielt Änderungen vorzunehmen. Denn wir haben einen Realitätssinn. Wir können unsere gegenwärtigen, aktuellen Wahrnehmungen mit denen von anderen oder mit unserer Erinnerung überprüfen und so zu einer neuen Wahrnehmung und neuen Wirklichkeit finden.

Wenn wir immer glaubten, dass das, was uns Angst macht, tatsächlich so ist, dann können wir heute überprüfen, ob es einen realen Grund für unsere Ängste gibt (Realitätscheck). Wir werden mit der Hilfe unseres Realitätssinns in der Lage sein, Phantasie von Gegenwart zu unterscheiden, denn dafür haben wir unseren Realitätssinn. Zum Überprüfen der gegenwärtigen Realität mit all den Annahmen und Phantasien über die aktuelle Wirklichkeit.

Eine meiner beliebten Übungen dazu ist (eine Form des Realitätschecks): Wenn Sie vermuten, dass jemand etwas Bestimmtes über Sie denkt, dann fragen Sie, was die Person gerade denkt. Sie werden erstaunt sein, wie oft Ihre Vermutung nicht mit dem übereinstimmt, was Ihnen der andere antwortet. Das ist ein Hinweis darauf, dass Ihre Vermutung eine Phantasie ist, was Vermutungen erstmal IMMER sind: Phantasie.

Danach haben sie die Wahl, ob Sie glauben, was Ihnen der andere sagt oder nicht. Diese Entscheidung können Sie an der vergangenen Erfahrung mit genau dieser Person prüfen. Wie war es bisher mit dieser einen Person. Begehen Sie nicht den Denkfehler der Verallgemeinerung (Kindlicher Größenwahnsinn / Schuldgefühle) und vergleichen die Aussage mit ALLEN Ihren Erfahrungen. Sondern nur mit der Erfahrung mit dieser einen Person. Das ist der einzige halbwegs zuverlässige Maßstab, den Sie haben.

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Beau Lotto: Das Vortragsvideo ist leider nur auf English und ohne deutsche Untertitel, aber die visuellen Spielereien kann man vielleicht trotzdem sehen und sich wundern. Im Grunde geht es meist darum, welche Farben sind gleich. Jedoch hängt es von der Umgebungsfarbe ab, wie wir die Farbe wahrnehmen. Am lustigsten ist das Experiment mit den zwei Farbflächen und darunter zweimal das Bild einer Wüste. Zuerst muss man für 30 sec auf den weißen Punkt zwischen den Farbflächen schauen, dann auf den weißen Punkt zwischen den Wüstenbildern. Immer wieder eine tolle Erfahrung, wie anpassungsfähig und umgebungsabhängig unsere so „objektive“ Wahrnehmung ist.


Leserfrage: Ich spüre meinen Körper nicht mehr.

26.01.2015 Veröffentlicht von Leserfragen 0 Kommentare

„Mein Körper spielt nicht mehr mit. Ich bin völlig entkräftet. An Bewegung wie Fahrradfahren und Joggen ist nicht zu denken. Ich habe viel Yoga gemacht, aber auch das geht nicht mehr, ich spüre meinen Körper nicht mehr. Jeden Tag habe ich psychosomatische Schmerzen. Wie kann ich die Schmerzen besiegen und wie mein Körpergefühl zurückerobern?“

Liebe Leserin,
ich kann nur meinen Eindruck und meine spontanen Gedanken wiedergeben.

Erschöpfung fleht um Erholung. Erholung geschieht in ihrer eigenen Zeit. Wenn unser Körper nicht mehr will, könnte es sein, dass es ein Hinweis ist, dass wir zu schnell, zu anspruchsvoll, zu ungeduldig, zu perfektionistisch, irgendetwas zu stark, irgendetwas zu viel, irgendetwas zu sehr sind.

Wenn wir unseren Körper nicht mehr spüren, dann spüren wir uns nicht mehr. Gefühle sind etwas, dass wir über den Körper spüren (Knuf, 2013). Wir spüren Druck hinter den Augen wenn wir traurig sind, den Magen, der sich schmerzhaft zusammenzieht, wenn wir wütend sind, uns wird übel und es würgt uns, wenn wir uns ekeln.

Ich habe immer wieder erlebt, dass Menschen seelischen Schmerz mit Sport versuchen zu vermeiden. Es wird bis zum Umfallen gelaufen, bis die Füße bluten oder der Kreislauf zusammenbricht. „Es ist gut, wenn mein Körper schmerzt, das kann ich besser ertragen, als diesen seelischen Schmerz“, so die Aussage eines Klienten.

Ich glaube, wenn wir uns nicht erlauben, den seelischen Schmerz zu spüren, weil er uns mehr Angst macht als der schmerzende Körper, dann können wir nicht gesund werden. Den seelischen Schmerz zu spüren braucht Mut und oftmals die Begleitung durch eine Psychotherapeutin oder eine Seelsorgerin. Kommt ganz darauf an.

Seinen Körper nicht zu spüren, wenn alle medizinischen Gründe ausgeschlossen sind, ist in meinen Augen ein massiver Hilfeschrei des eigenen Körpers: Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr. Ich bin überfordert.

Zurückerobern? Besiegen? – Eher lernen, die Machtlosigkeit auszuhalten, zu lauschen und zu zuhören anstatt zu machen, zu tun, zu sehr.

Eine Übung?

(1) Hinsetzen und fünf 5 Minuten nichts tun. Mit Wecker. Augenschließen oder einen Punkt fixieren. Nach innen schauen, was kommt. Aushalten, was kommt. Beobachten und nicht werten. Nur zuschauen. Fünf Minuten. Täglich. Bis es entspannt klappt, dann länger, wenn es gut tut, sich selbst Raum zu geben.

(2) Eine andere Übung, die helfen kann an die entscheidenden Hinweise des eigenen Körpers zu kommen, ist automatisches Schreiben in der Form wie Julia Cameron diese Technik in ihrem Buch „Der Weg des Künstlers“ als Morgenseiten beschreibt: Jeden Morgen, direkt nach dem Aufstehen, vielleicht noch mit einer Tasse Tee versehen, setzen Sie sich hin und schreiben drei DIN A4 Seiten, handschriftlich mit, was Ihnen gerade so im Kopf rumgeht. Einfach alle Gedanken, die Ihnen gerade im Kopf rumgeistern, die kommen und gehen, einfach mitschreiben, als würden Sie sich selbst etwas diktieren und Sie wissen nicht, was dabei rauskommt. Sie kennen den Text nicht, der am Morgen durch Ihnen Kopf fließt, sondern schreiben ihn einfach mit. 3 DIN A4 Seiten, nicht mehr! Sind es mal weniger, ist es eben weniger und wenn es mal einen Tag nicht klappt, dann machen Sie am nächsten Tag einfach weiter. Sie können es nicht richtig oder falsch machen, Sie können es nur tun. Sind die 3 Seiten geschrieben, schlagen Sie das Buch oder den Collegeblock wieder zu und legen ihn weg. Es ist wichtig, die Seiten nicht zu lesen, nicht zu zensieren, sondern einfach nur zu schreiben, für mindestens 6 Wochen. Weder Sie selbst noch jemand anders soll die Seiten lesen.

Sie lernen, sich selbst zuzuhören. Das ist der Anfang, wenn man verstehen möchte, warum der eigene Körper sich plötzlich so unzuverlässig zeigt.

Ein erster Schritt. Viel Erfolg!

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Julia Cameron auf Wikipedia (in englisch, deutsch gibt es nicht)
Hier geht’s zum Amazonpartnerlink von Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität
Hier gehts zum Amazonpartnerlink Ruhe, ihr Quälgeister: Wie wir den Kampf gegen unsere Gefühle beenden können. Von Andreas Knuf.

Das Hirn merkt sich am besten, was wir vor dem Einschlafen denken

23.08.2014 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

Dass Schlaf wichtig ist, weiß jeder. Dass Schlaf unter Stress für die meisten Menschen schwierig ist und der Schlaf sehr empfindlich auf schwierige Lebenssituationen reagiert, entspricht der allgemeinen Erfahrung. Es gibt wie bei allem auch ein paar Ausnahmen, Menschen, die trotz größtem Stress überall und jeder Zeit schlafen fallen können.

Schlaf ist existentiell wichtig. Wenn wir nicht schlafen, können unser Gehirn und unser Körper sich nicht erholen. Schlafentzug ist eine Foltermethode. Nicht schlafen können oder ein gestörter Schlaf sind ein Symptom einer Reihe von psychischen Störungen wie PTBS, Psychosen, Depression und – den Schlafstörungen, wie zum Beispiel dem Pavor Nocturnus, dem nächtlichen Hochschrecken ohne jeden ersichtlichen Grund.

Dr. Leaf berichtet, dass Schlaf viele Vorteile hat, auch das kleine Nickerchen zwischen durch: Körper und Hirn erholen sich. Unser System geht nochmal auf Anfang und wir können auch nach einem Nickerchen mit neuer Energie wieder loslegen. Unsere Denkfähigkeiten und unsere Kreativität steigern sich und die Chance, schlechte Entscheidungen zu treffen sinkt. Wir können sogar Lösungen für neue Probleme im Schlaf finden, während unsere Gedächtnis- und Intelligenzfunktionen ansteigen. Im Schlaf stabilisiert sich unser Gedächtnis. Informationen werden sortiert, im Langzeitgedächtnis verankert oder vergessen. Das sind so ein paar der wichtigsten Vorteile von Schlaf.
Jessica Payne von der University of Notre Dame zeigt mit ihrer Forschung, dass die Gedächtnisleistung deutlich besser ist, wenn man nach dem Lernen von Informationen schläft. Also sollte man tatsächlich kurz vor dem Schlafen gehen neue Informationen wiederholen, die man gut erinnern möchte. Es ist, als könnte unser Bewusstsein unserem schlafenden Hirn sagen, welche Informationen ins Langzeitgedächtnis gehören und welche nicht. Außerdem zeigt Frau Payne in einer anderen Untersuchung, dass während des Schlafs besonders emotional bedeutsame (belastende Erfahrungen und die Erinnerung daran) Inhalte abgespeichert werden, also Gedächtnisinhalte, die für unser Überleben sinnvoll sind – nach Auffassung unseres Hirns.

Das bedeutet, dass auch negative Informationen / traumatische Erinnerungsinhalte über Nacht verstärkt werden. Insofern wirkt es sich negativ auf unseren Schlaf und unser Gedächtnis aus, wenn wir uns vor dem Schlafengehen streiten oder uns mit Sorgen beschäftigen. Diese Gedanken werden verfestigt.

Dem können Sie entgegen wirken, indem Sie sich vor dem Schlafen gehen, mit positiven Erinnerungen, neuen Informationen oder aber einer Übung wie „Der sichere Ort“ beschäftigen, um Ihrem Gehirn die Information zu geben, dass Sie in Sicherheit sind und erholsam schlafen können.

Gute Nacht!

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Payne JD, Tucker MA, Ellenbogen JM, Wamsley EJ, Walker MP, et al. (2012) Memory for Semantically Related and Unrelated Declarative Information: The Benefit of Sleep, the Cost of Wake. PLoS ONE 7(3): e33079. doi:10.1371/journal.pone.0033079
Payne JD, Chambers AM and Kensinger EA (2012) Sleep promotes lasting changes in selective memory for emotional scenes. Front. Integr. Neurosci. 6:108. doi: 10.3389/fnint.2012.00108
Und hier gehts zum Amazon-Partnerlink von Wer hat mein Gehirn Ausgeschaltet?: Toxische Gedanken und Emotionen überwinden von Dr. Caroline Leaf

Achtung Gott: Ich kämpfe weiter

25.02.2014 Veröffentlicht von Achtung Gott! 1 Kommentare

Vor ein paar Tagen habe ich dieses Video gefunden als ich mal wieder eine Predigt von Steven Furtick anschaute. Es hat mich berührt. Es hat mich so sehr berührt, dass ich versuchte, den Text zu übersetzen, nur um zu merken, dass mir das nicht so recht gelingen will. Nicht weil ich der Sprache nicht ausreichend mächtig wäre, sondern weil dieser Text so aus einem Guß daherkommt, dass man ihn nicht einfach Wort für Wort in eine andere Sprache übertragen kann.

Also habe ich mir erlaubt, die Übersetzung zu nehmen und solange zu verändern, bis sich der Text für mich laut gelesen richtig und halbwegs rund anhörte.

Das Ergebnis können Sie hier sehen und auch als pdf-Datei downloaden. Ich höre den englischen Text und lese meine deutsche Version momentan täglich. Mir gibt es Kraft. Im Grunde ist es wieder eine Übung zum Ändern von giftigen Gedanken, bzw. negativen Glaubenssätzen. Daran kann man nie genug üben. Deswegen hier nun der Text:

Ich kämpfe weiter (angelehnt an „I will fight“ von Steven Furtick, 04.01.2014)

Mein Leben als Christin ist ein Krieg. Ich kämpfe gegen einen spirituellen Gegner, der mich ständig bedroht. Aber ich bleibe standhaft und schaue ihm auch heute mit wilder Entschlossenheit in die Augen.

Ich gebe meiner Angst keinen Raum und werde nicht versäumen zu handeln. Ich nehme keinerlei Gleichgültigkeit hin, weder in meiner Haltung noch in meinem Handeln. Ich entkräfte jeden Vorwurf und jede Anmaßung, die mir mein Gegner entgegenschleudert und die Gottes Wort widersprechen.

Der Teufel ist ein Lügner. Deswegen weise ich die Lügen zurück, die durch meinen Kopf hallen und mir sagen, dass ich wertlos bin. Ich weise die Lügen zurück, dass ich diese oder jene Prüfung nicht bestehen werde, dass das Beste bereits hinter mir liegt und Demütigungen mich erwarten.

Ich weise alle Selbstgefälligkeit zurück und empfange die Größe, die Gott in mir angelegt hat. Ich werde keine Gelegenheit auslassen, Gott zu ehren indem ich alles, was er mir anvertraut hat, bestmöglich entwickle.

Ich nehme meine Bestimmung an. Ich werde keine Entschuldigungen mehr finden, sondern durch jedes Hindernis einen Weg. Ich werde meinen Fortschritt nicht verzögern. Ich werde nicht weichen, wenn ich schwach bin. Ich werde nicht aufgeben, wenn meine Lebensumstände sich verschlechtern. Denn der lebendige Gott lebt in mir und ist größer als alle meine Gegner.

Mein Gegner bekämpft mich, weil er mich fürchtet. Jedes Mal, wenn er mich an meine Vergangenheit erinnert, erinnere ich ihn an seine Zukunft. Jedes Mal, wenn ich ihm widerstehe, muss er flüchten. Jedes Mal, wenn ich die Wahrheit sage, müssen seine Lügen weichen. Ich werde zurückholen, was der Feind mir stehlen will. Ich werde retten, was er zerstören will und ich werde heilen, was er in mir töten will. Und selbst wenn ich eine Schlacht verliere, gewinne ich den Krieg, weil ich durch Gottes Liebe mehr bin als nur eine Kämpferin.

Ich bin zum Leben in Jesus Christus erhoben. Durch ihn bin stark und herrsche mit ihm. Mein Gott sorgt immer dafür, dass ich triumphiere. Ich stehe ohne Scham für ein Königreich ein, das unerschütterlich ist. Niemand kann jemals Gottes Plan für mich verhindern.

Mit meinem Gott werde ich gegen jedes Heer ankämpfen. Mit seiner Hilfe werde ich jede Mauer überwinden und wenn mein Feind mich umzingelt, so hat Gott ihn schon eingeschlossen. Denn keine Waffe, die gegen mich gerichtet ist, wird ihr Ziel treffen und alles Böse wird an mir abprallen.

Ich habe beschlossen, mein Leben auf dem festen Fundament von Gottes heiligem Wort zu errichten. Jedes seiner Versprechen werde ich durch meinen Glauben mit Leben füllen. Ich werde diese Versprechen als Waffen einsetzen und jeden Gegner damit auslöschen.

Ich halte der Sünde stand und vernichte sie, weil Jesus sein Werk vollendet hat und ich dadurch gerettet bin. Ich verschreibe mich von ganzem Herzen Gottes Plan für mich.

Ich lasse mich von der Welt nicht definieren, weil ich weiß, wer ich bin: Ich bin eine starke Kämpferin. Ich bin eine mächtige Kriegerin und ich bin eine demütige Dienerin des lebendigen Gottes.

In Christus bin ich mutig. In Christus bin ich zuversichtlich. Mein Herz ist standhaft. Mein Ziel ist unverrückbar. In Gottes Werk lebe ich im Überfluss. Mein Potential ist unendlich, denn der allmächtige Gott lebt in mir.

Gottes Reich steht vor mir. Die Welt liegt hinter mir. Ich werde weitergehen. Ich werde nicht umkehren. Ich werde mich nie zufrieden geben und ich werde nicht kurz vor dem Ziel aufgeben.

Ich werde täglich mein Ziel und Gottes Lohn anstreben, der schon immer meiner ist, weil ich davon überzeugt bin, dass weder Leben noch Tod, weder Engel noch weltliche Fürsten, weder gegenwärtige Dinge noch Zukünftiges oder irgendetwas anderes in Gottes Schöpfung mich von meinem Gott fernhalten kann.

Und wenn Gott für mich ist, wer könnte dann gegen mich sein?

Ich werde weiterkämpfen.

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www.elevationchurch.org

4SeN: 4 Seiten einer Nachricht: Sie entscheiden, was Sie hören!

04.01.2014 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle, Kommunikation, Strategien 0 Kommentare

Schulz von Thun gebührt der Dank für ein nachvollziehbares Modell menschlicher, verbaler Kommunikation.

Das Modell nannte er 4 Seiten einer Nachricht. Vier Seiten, weil er die Annahme macht, dass jeder gesprochene Satz vier Bedeutungsebenen hat.

Da gibt es den Appell, die Handlungsaufforderung. Mit jedem Satz sagen wir, dass der andere etwas tun soll. Entweder etwas Bestimmtes wie hier im Beispiel: Fahr los! Oder etwas weniger Konkretes wie: Hör mir zu! Sei aufmerksam! Viele Menschen sind darauf trainiert zu hören, was andere von ihnen wollen. Egal, ob der andere es konkret sagt oder fragt oder nur „so durch die Blume“ sagt. Daraus kann ein vorauseilender Gehorsam entstehen und der Gedanke, ständig will jemand etwas von einem. Ob das tatsächlich so ist, oder nur ein Ergebnis Ihrer „Hörgewohnheiten“ erfahren Sie nur, wenn Sie den anderen fragen, was er meint. Für den anderen kann es sehr angenehm sein, wenn Sie tun, was Sie glauben, dass der andere von Ihnen will, weil er nicht darum bitten muss, etwas für ihn zu tun.

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Eine zweite Ebene ist die Beziehungsebene. Mit jedem gesprochenen Satz, so von Thun, schicken Sie eine Aussage darüber mit, wie Sie die Beziehung zum anderen wahrnehmen. Wer hat wem etwas „zu sagen“? Wer will wenn zu etwas zwingen? (im Beispiel die Zeile, in der das Kästchen markiert ist) Wer sieht sich als Opfer und hilflos? (letzte Möglichkeit hier im Beispiel) Oder sehen Sie Ihr Gegenüber als gleichberechtigten Partner? (Beziehungsebene, 1. Zeile). Ideal wäre eine Kommunikation, in der wir unser Gegenüber als gleichberechtigten Partner wahrnehmen und behandeln. Auch das erfordert, dass wenn wir etwas vom anderen wollen, dass wir das konkret fragen: „Würdest Du bitte schneller fahren. Ich habe Angst, meinen Zug zu verpassen.“ Eine Frage birgt allerdings immer das Risiko in sich, dass der andere uns einen Wunsch verwehrt. Das ist sicher ein Grund, warum wir uns nur „zwischen den Zeilen“ verständigen und dann immer sagen können, „das hab ich nicht so gemeint“ oder „das habe ich dann wohl missverstanden“. Wenigstens müssen wir uns dann nicht mit der Zurückweisung auseinandersetzen.

Die dritte Ebene ist die Sachebene. Damit ist wortwörtlich gemeint, was da steht. Also hier im Beispiel, dass da vorne eine Ampel ist und dass das grüne Licht brennt. Nicht das rote Licht leuchtet oder das gelbe, sondern das grüne. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schwer es für viele Menschen ist, gerade diese Ebene zu hören. Wir sind es so sehr gewohnt, in die Worte eines anderen „etwas hineinzuinterpretieren“, dass es uns schon gar nicht mehr auffällt. Nehmen Sie einen Satz wie „Können Sie mir sagen wie spät es ist?“. Die verbreitetste Antwort darauf ist: „7 Uhr 23“ oder welche Uhrzeit es gerade ist, wenn diese Frage gestellt wird. Dabei überspringen wir automatisch einen Teil des Gesprächs, von dem wir wissen, dass es sowieso immer gleich abläuft. Denn genau genommen, müsste das Gespräch so ablaufen:

„Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“ (1)
„Ja.“ (2)
„Wie spät ist es denn?“ (3)
„7 Uhr 27“ (4)

Als der Gefragte, wissen wir, dass die Frage aus Zeile (3) folgen wird, wenn wir „ja“ sagen, deswegen geben wir gleich die Antwort auf diese Nachfrage, obwohl sie nicht gestellt wurde. Eine sehr verbreitete sprachliche Gewohnheit, könnte man sagen.

Schauen Sie einmal in Ihre nahen Beziehungen. Wenn Sie genau hinschauen, finden Sie eine Menge dieser Gewohnheiten, also dieser Annahme von bestimmten Interpretationen/Bedeutungen eines Satzes. Dabei lassen Sie völlig außer Acht, dass es eine „Vermutung“ von Ihnen ist, was der andere gerade meint. Wenn Sie Gewissheit haben wollen, dann fragen Sie!

Die vierte Ebene habe ich hier mal Gefühle genannt. Schulz von Thun nennt sie Selbstoffenbarung. Wann immer wir etwas sagen, sagen wir auch etwas über uns selbst aus, über unseren Zustand, unsere Gefühle. Hier im Beispiel könnte der Sprecher genervt sein, es eilig haben oder aber Angst haben, seinen Zug zu verpassen. Je nach Situation, in der dieser Satz gesagt wird.

Das Schöne an diesem Modell ist, dass jeder gesprochene Satz vier Ebenen hat, auf denen er „gemeint“ sein kann. Gleichzeitig haben Sie die Freiheit, auf welcher Ebene Sie hören wollen. Wenn Sie nicht fragen wollen, welche Ebene Ihr Gegenüber meint oder Ihr Gegenüber sich unklar ausdrückt, dann können Sie Sich einfach entscheiden, welche Ebene Sie hören „wollen“! Dabei kann ich empfehlen, die Sachebene zu hören. Das ist in den meisten Fällen/Sätzen die Ebene, zu der Sie am leichtesten inneren Abstand halten können.

Was würde wohl passieren, wenn Sie ab heute nur noch auf der Sachebene hören?

Dann würde aus einem „Der Müll ist voll“ (Sachebene) kein „Bring den Müll runter!“ (Appell) werden und kein „Du kannst den Müll auch mal runterbringen“ (Vorwurf/Beziehungsebene), sondern einfach nur die Feststellung, dass der Mülleimer voll ist. Dann könnten Sie einfach sagen „Stimmt“ oder „Stimmt nicht“ und schon wäre das Gespräch beendet.
Oder aber der andere müsste sagen „Würdest Du bitte den Müll rausbringen?“, dann könnten Sie sagen „Gerne.“ oder „Ich habe gerade keine Lust.“ oder „Ja, mach ich später.“

Und wenn Sie zu denen gehören, die „durch die Blume“ mit anderen reden und sich immer wundern, warum Sie niemand versteht, dann wissen Sie jetzt, dass es daran liegt, dass der andere einfach auf einer anderen Ebene hört. Sie werden sich also in Zukunft klarer ausdrücken können, dann werden Sie auch häufiger verstanden.

Natürlich ist das Modell insofern sehr unvollkommen, da es die komplette nichtsprachliche Kommunikation vernachlässigt. Meistens geben uns Gesichtsausdruck, Körperhaltung oder die Art wie wir etwas sagen einen guten Hinweis darauf, wie ein Satz gemeint ist. Aber selbst das können wir ignorieren und entscheiden, dass wir eine andere Ebene hören wollen, weil es für uns angenehmer oder die Beziehung entspannter ist.

Hier mein Angebot an Sie:

Unten finden Sie eine Datei zum Herunterladen mit einer Vorlage für das Kommunikationsmodell. Mit dieser Vorlage können Sie selbst Sätze analysieren, zum Beispiel Sätze, die Sie immer wieder auf die Palme bringen, und sich dann in Ruhe überlegen, wie Sie auf der Sachebene darauf reagieren wollen.

Wenn Sie möchten können Sie mir über das Kontaktformular auch einzelne Sätze mit einer kurzen Schilderung der Situation, in der der Satz gesagt wurde, schicken und ich bespreche diesen Satz hier im Blog mit einem Vorschlag für eine Antwort.

Download des Übungsblattes

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Achtung, teilweise mit Gott: Kampf gegen die Dunklen im inneren Team

24.10.2013 Veröffentlicht von Achtung Gott!, Definitionen, Strategien 0 Kommentare

Ich bekam die Frage, ob man aus den „Dunklen“ in einem inneren Team bei jemandem mit Dissoziativer Identitätsstörung (DIS) durch Verhandeln aus Saulussen Paulusse machen kann. Vielen Dank für diese tolle Frage. Hier meine Antwort darauf:

Dass Sie diese Anteile als „Dunkle“ bezeichnen finde ich schon einen tollen Hinweis darauf, dass Sie spüren, dass es nicht nur Täterintrojekte sein könnten. Unter Täterintrojekt verstehen wir Traumatherapeutinnen einfach gesagt Gedanken, Gefühle und Handlungen eines Innenanteils einer traumatisierten Person, welche dem Handeln, Fühlen und Denken des Täters/der Täter im Außen ähneln.

Aus meiner Erfahrung gibt es drei Typen von Dunklen

Echte innere Helfer und Beschützer (1), die noch nicht mitbekommen haben, dass Sie keinen Täterkontakt mehr haben und deswegen ihre Dienste nicht länger gebraucht werden und sie in Rente gehen können.

Innere Dunkle, die nur zu den Tätern gehören (2). Die erkennt man daran, dass sie nicht mit sich verhandeln lassen, nicht bereit sind, an einen sicheren Ort zu gehen, und nur den Schutz der Täter im Blick haben, d.h. Kontaktabbruch fordern, Selbstmord fordern, Selbstverletzung fordern, nur abwerten und nur zerstörerisch gegen den Rest vom Team sind.

Dunkle, die nicht zum Team gehören, sondern von außen angreifen (3). Die erkennt man daran, dass sie christliche Gebete und Lieder, wie das aus dem Video, nicht mögen. Darauf reagieren die wie allergisch und drehen noch auf. Das ist dann aus meiner Erfahrung ein spiritueller Angriff, gegen den nur spirituelles Wehren hilft.

Hilfreiche Strategien gegen Dunkle (Täteranteile)

Am einfachsten ist der spirituelle Angreifer (3) abzuwehren. Aus einem spirituellen Angreifer wird kein Paulus werden. Aber wir haben die Möglichkeit uns dagegen zu wehren, weil wir uns als Christen auf unseren Allmächtigen Gott berufen können. Dunkle Angreifer können wir wegschicken, wenn wir sie im Namen des Allmächtigen Gottes wegschicken. Einem „Im Namen des Allmächtigen Gottes, weiche!“ dreimal wiederholt, weil wir einen dreieinigen Gott haben, muss jeder spirituelle Angreifer weichen, ob er nun will oder nicht. Dazu machen Sie die Übung Liebeskleid und sind gegen spirituelle Angriffe sicher geschützt.

Wenn das Wegschicken nicht hilft, dann ist der Dunkle Angreifer ein echter innerer Angreifer. Der Umgang mit den echten Inneren Dunklen ist schwieriger und langwieriger, weil Sie neuronale Verbindungen in Ihrem Hirn haben, die Sie abbauen und neue dafür aufbauen müssen. Das braucht oft mehr Anstrengung, wie ich in der Artikelreihe Giftige Gedanken beschrieben habe.

Für Echte Helfer und Beschützer (1) und für Dunkle, die nur zu den Tätern gehören (2), habe ich zwei Strategien schon beschrieben. Hier lesen Sie bitte weiter unter Notwehr gegen innere Täter. Dort gibt es die Strategien „In Rente schicken“ und „Ab in die Rakete“.

In Rente schicken lassen sich die echten Helfer und Beschützer (1). Allerdings wollen sie gehört werden und Sie müssen Ihre Helfer davon überzeugen, dass Sie tatsächlich in der Lage sind, für Ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Außerdem bekommt jeder von denen einen eigenen sicheren Ort.

Die Dunklen, die zu den Tätern gehören (2), bin ich mit meinen Klienten bisher nur über die Notwehr nach innen losgeworden. Da Verhandeln nicht möglich ist.

Also, mit wem kämpfen Sie?

Und wundern Sie sich nicht, wenn von jeder Gruppe ein paar dabei sind. Dann heißt es aussortieren und jeden einzeln versorgen.

PTBS, Teil 10: Vermeidungsverhalten bekämpfen

14.10.2013 Veröffentlicht von Strategien 1 Kommentare

Eine PTBS zu überwinden, bedeutet so wie bei allen psychischen Störungen, einen Krieg um die eigene Gesundheit zu schlagen. Unser Mensch-Sein und unsere Ängste werden versuchen, uns daran zu hindern, gesund zu werden und zu tun, was dazu notwendig ist. Besonders die Angst vor der Erinnerung, die Angst vor den negativen Gefühlen sind große Hürden auf dem Weg zur Besserung, wenn Sie mit den Folgen belastender Lebenserfahrungen kämpfen. Was Sie dagegen tun können?

Entscheiden Sie! Entscheiden Sie, Sich der Erinnerung bewusst auszusetzen. Für eine bestimmte Zeit und dann wieder im Hier und Jetzt Ihrem Alltag nachzugehen. Viele Menschen gehen diesen Weg in Form einer Therapie: Sich dem Unangenehmen aussetzen in der Therapiesitzung und im Alltag so gut es geht in der Gegenwart leben.

Natürlich können Sie diese Zeiten auch in Ihrem Alltag ohne Therapie festlegen. Wichtig ist, Zeiten festzulegen. Das heißt, sich nicht ununterbrochen mit dem zu beschäftigen, was Ihnen passiert ist, sondern z.B. 20 Minuten darüber nachdenken und dann wieder Gegenwart leben, Alltag so gut es geht.

Es ist notwendig, über eine belastende Erfahrung nachzudenken und ihr einen Platz in unserem Leben zuzuweisen. Sie werden die Erfahrung dahingehend bewerten, wie sie Ihr Leben verändert hat und verändern wird. Welchen Einfluss hat die Erfahrung auf Ihr Leben? Auf Ihre Beziehung zu sich selbst? Wie werden Sie in Zukunft über Sich denken? Wie werden Sie in Zukunft anderen Menschen begegnen? Wollen Sie an Ihrem Verhalten etwas ändern? Was wollen Sie auf keinen Fall ändern?

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Wenn Sie die Kraft haben wollen, Sich Ihrer Erinnerung im Alltag so oft auszusetzen, bis Sie sie verarbeitet haben, dann ist es gut, sich immer wieder daran zu erinnern, für wen und was Sie Ihren Heilungsprozess auf Sich nehmen. Wer ist es wert, dass Sie die Schlachten schlagen? Sie, und Sie zuerst! Dann vielleicht Ihre Familie. Dann noch Ihre Freunde. Und dann? Vielleicht gibt es noch weitere gute Gründe, warum Sie durchhalten wollen. Machen Sie sich eine Liste und hängen Sie die auf! Oder nutzen Sie die Vorlage für den hier gezeigten Zettel (Vorlage am Ende des Textes als Download). Damit Sie Sich selbst daran erinnern, warum Sie kämpfen.

Am besten kämpft es sich, wenn Sie wissen, was Sie schon können, was Ihnen als Unterstützung zur Verfügung steht, was Ihre Stärken sind. Noch eine lange, lange Liste mit all den Dingen, die Sie können, oder Postkarten mit Sprüchen oder ein selbst gestaltetes Fotobuch mit guten Erinnerungen und Texten, die Ihnen Mut machen. Ermutigen Sie Sich selbst und lassen Sie Sich immer wieder ermutigen! Hier sind Angehörige und Freunde gefragt! Sagen Sie Sich immer wieder, dass Sie es schaffen werden.

Wenn es einmal besonders schwierige Tage gibt, dann hat sich für mich und meine Klienten auch der Satz „Morgen ist ein neuer Tag“ bewährt. Ganz besonders, wenn der heutige Tag ein …Tag war. Wir können jeden Tag wieder neu beginnen.

Und wenn es ums Durchhalten geht, wenn Sie einmal keine Perspektive haben, dann halten Sie durch für eine Stunde, oder einen Vormittag und dann erst den Nachmittag. Teilen Sie Sich die Zeiten, die Sie aushalten und durchhalten können so ein, dass Sie es schaffen.

Aus dem Zustand der eigenen Stärken heraus, lässt sich leichter der Mut fassen, es schon zu schaffen.

Also machen Sie eine lange Liste mit Dingen, die Sie können! Ich habe Ihnen hier eine Liste zur Inspiration als pdf-Datei zum Herunterladen bereit gestellt. Sie können schon sehr viel, vielleicht ist Ihnen das nicht bewusst, dann kann Ihnen diese Übung dabei helfen. Viel Spaß damit!

Weiter mit PTBS 11.

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