"Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung" – Stefanie Rösch, 2013

Ihr Suchbegriff Therapie

Arbeitskreis Psychotraumatologie und Katathym Imaginative Psychotraumatherapie

13.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

Katathym Imaginative Psychotraumatherapie (KIPT)

 

Zielgruppe:

approbierte Psychologische Psychotherapeuten approbierte Kinder- und Jugendlichentherapeuten
psychotherapeutisch tätige Fachärzte
Pädagogen

IVT-Kurpfalz Institut für Verhaltenstherapie gGmbH

13.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

 

Zielgruppe:

Psychologische und ärztliche PsychotherapeutInnen sowie psychologische PsychotherapeutInnen in fortgeschrittener Ausbildung und AssistenzärztInnen ab dem 3. Weiter­bildungsjahr zum Facharzt.

VL Villa Lindenfels Institut für systemische Therapie und Traumatherapie

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung

 

Zielgruppe:

Abgeschlossene Berufsausbildung in einem sozialadministrativen, erzieherischen oder pflegerischen Beruf oder (Fach-)Hochschulabschluss im Humanwissenschaftlichen Bereich, sowie mindestens 3-jährige Berufserfahrung (incl. Praktika oder Anerkennungsjahr). Aktuell Berufstätigkeit im Bereich Pädagogik und / oder Beratung.

DGVT Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V.

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie für Kinder und Jugendliche

EMDR-Fortbildung

 

Zielgruppe:

approbierte Psychologische Psychotherapeuten
approbierte Kinder- und Jugendlichentherapeuten
psychotherapeutisch tätige Fachärzte

FAwP Freiburger Akademie für wissenschaftliche Psychotherapie GbR

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

EMDR

 

Zielgruppe:

Psychologische und ärztliche PsychotherapeutInnen sowie psychologische PsychotherapeutInnen in fortgeschrittener Ausbildung und AssistenzärztInnen ab dem 3. Weiter­bildungsjahr zum Facharzt.

CIP Akademie, Zentrum für Integrative Psychotherapie Cip GmbH

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

 

Zielgruppe:

approbierte bzw. in der Ausbildung fortgeschrittene Psychologische und Ärztliche Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen.

Ludwig-Maximilians-Universität München, Department Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

 

Zielgruppe:

approbierte bzw. in der Ausbildung fortgeschrittene Psychologische und Ärztliche Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen.

MIT -Münchner Institut für TraumaTherapie und TraumaAmbulan

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

 

Zielgruppe:

Mitarbeiter in psychosozialen, medizinischen und pädagogischen Berufen

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Klinikum Nürnberg Nord

27.01.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Therapie

17.08.2017 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Therapie.

Durch die Arbeit mit meinen Klienten durfte ich so viel mehr lernen als in jeder Fortbildung, die ich besuchte. Über die Zeit hinweg entwickelte ich das ursprüngliche Stressmodell weiter und stelle immer wieder fest, dass es sich verfeinert, konkreter und genauer wird. Das erlaubt es mir, meinen Klienten und Seminarteilnehmern zu erklären, warum sie die typischen Traumasymptome haben und auch, was sie dagegen unternehmen können. Es ist mir wichtig, jeden da abzuholen, wo er oder sie gerade steht. Ich möchte jeden einzelnen zum Experten für die Vorgänge in seinem Hirn und Körper zu machen. Wenn wir wissen, warum etwas so ist wie es ist, dann können wir daraus ableiten wie wir es ändern können. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten meiner Klienten davon berichten können.

Deswegen stelle ich dieses Wissen auch in meinem Blog zur Verfügung. Wir sollten alle so viel wie möglich über uns wissen. Das ist der erste Schritt zu einem gesunden, unbeschwerten und freien Leben.

Zu meinem Werdegang

Seit 1998 arbeite ich als Notfallpsychologin und Traumatherapeutin.

Während meines Praktikums in Tucson, Arizona 1994/1995 durfte ich eine Kriseninterventionsausbildung machen. Nach erfolgreichem Abschluss meines Psychologiestudiums in Konstanz mit dem Diplom in Psychologie in 1998 folgten Fortbildungen in Notfallpsychologie, Traumadiagnostik, Debriefing, Defusing, Narrativer Expositionstherapie (NET), sowie Schematherapie.

Ergänzen durfte ich mein Wissen um eine Fortbildung in der Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im sozialen Entschädigungsrecht.

Aufgrund dieser Ausbildung und meines intensiven Literaturstudiums arbeite ich vorwiegend kognitiv verhaltenstherapeutisch ergänzt um die gängigen Traumatherapietechniken wie ich sie auch in meinem Blog beschreibe.

Zum Thema Glaube

2017 absolvierte ich eine Ausbildung zur Prädikantin in der evangelischen Landeskirche von Baden.

Mein Glaube gibt mir Kraft für meine Arbeit. Ich habe die klare Haltung, dass jeder glauben darf, was er möchte. Das ist für mich Ausdruck meines Glaubens: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Das bedeutet für mich, den anderen voll und ganz so anzunehmen wie er ist und ihn auf seinem Weg und so wie er es für gut befindet zu begleiten. Dadurch entsteht persönliche Freiheit. Danach strebe ich. Dabei geht es darum, meinen Glauben zu leben und nicht, ihn anderen nahe zu bringen oder gar aufzuzwingen. Das wäre keine Nächstenliebe.

Glaube gehört auf die eine oder andere Art zum Menschen dazu. Gerade traumatische Erfahrungen können auch Glaubenskrisen auslösen, denen ich mich als Psychotherapeutin nicht entziehen möchte. Deswegen gibt es auch ein Seminar zu diesem Thema. Allerdings bestimmt zu jedem Zeitpunkt die Klientin oder der Klient, inwieweit auch der Glaube zum Thema in unserer Arbeit wird.

Und jetzt noch ein paar Informationen zum Formalen:

Am 26.11.1998 erhielt ich die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde im Gebiet der Psychotherapie nach § 1 Abs. 1 des Heilpraktikergesetzes. Ich habe keine Approbation erworben und kann entsprechend nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Das heißt, ich kann nur Selbstzahler begleiten.

Ich führe keine Warteliste und kann nur wenige Therapieplätze anbieten, einfach, weil mir meine Lehr- und Trainingstätigkeit genauso sehr am Herzen liegt wie die persönliche Begegnung mit dem einzelnen Menschen.

Ambulante Traumatherapie oder Klinik mit Traumatherapie?

28.04.2014 Veröffentlicht von Psychotherapie 1 Kommentare

Ich werde immer wieder gefragt, was im Fall einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) denn besser sei, eine ambulante Traumatherapie oder ein Klinikaufenthalt mit Traumatherapie.

Ganz grundsätzlich bin ich kein Fan von Klinikaufenthalten für PTBS-Betroffene.

Aber natürlich gibt es Umstände, die einen Klinikaufenthalt notwendig und auch sinnvoll machen, genauso wie es Gesundheitszustände von PTBS-Betroffenen gibt, in denen die Gabe von Psychopharmaka oder Schlafmitteln angesagt sind.

Aus meiner Erfahrung haben ganz viele PTBS-Betroffene deswegen Schwierigkeiten in ihrem Alltag zu Recht zu kommen, weil ihr limbisches System ständig „Fehlalarme“ auslöst. Diese Fehlalarme, die zu den belastenden Erinnerungs- und Gefühlsattacken führen, werden häufig durch Reize in der Lebensumgebung ausgelöst/getriggert, z.B. weil der „Tatort“ in der Nähe ist. Wenn Betroffene in eine Klinik gehen, dann sind sie den Auslösereizen/Triggern ihrer Erinnerungsattacken häufig nicht oder deutlich weniger ausgesetzt, allein weil sie sich in einer fremden Umgebung befinden. Die Symptome der PTBS verbessern sich fast von allein. Wenn man dann zurück in die gewohnte Umgebung kommt, dann habe ich schon oft gehört, dass die Beschwerden sich plötzlich wieder verschlechtern, was sehr frustrierend für Betroffene ist. Der Grund ist einfach, dass man den Auslösereizen zu Hause wieder mehr ausgesetzt ist. Und in der Umgebung der Klinik war es wegen der fehlenden Auslösereize nicht möglich, das Hirn darauf zu trainieren, geeignete von ungeeigneten Auslösereizen zu unterscheiden, um dadurch die Erfahrung dauerhaft zu „verarbeiten“.

Deswegen empfehle ich bei einer PTBS aufgrund eines einzelnen traumatischen Erlebnisses lieber eine ambulante Traumatherapie bei einem qualifizierten Therapeuten zu machen, weil dies schnell und zuverlässig zum Erfolg führt.

Klinikaufenthalte sind dann sinnvoll, wenn jemand über einen längeren Zeitraum Gewalt erlebt hat und neben den Erinnerungsattacken noch andere Fähigkeiten nicht lernen konnte, z.B. sich abzugrenzen, Beziehungen zu führen, sich selbst als wertvoll zu erleben oder zu wissen, welchen Einfluss man auf sein Leben hat und wo die tatsächlichen Grenzen des Einflusses sind, den eigenen Körper zu spüren oder eigene Entscheidungen zu treffen. Hier kann ein Klinikaufenthalt einen sicheren Rahmen bieten, in dem man diese grundlegenderen Probleme angehen kann. Menschen, die sehr viel Gewalt erlebt haben, können diese Fertigkeiten manchmal nur im Rahmen eines Klinikaufenthaltes erlernen.

Oder wenn die betroffene Person sich aktuell noch im Einzugsbereich des Täters befindet. Fortschritt ist bei PTBS Patienten oft mit einem Gefühl der Sicherheit und dem „wieder vertrauen können“ verbunden. Sollte der Täter also noch regelmäßig Zugang zu seinem Opfer haben, sollte ein Klinikaufenthalt in Erwägung gezogen werden. Natürlich ist es keine Dauerlösung sich vor dem Täter in der Klinik zu „verstecken“. Parallel zum Aufenthalt in der Klinik sollte dafür gesorgt werden, dass der Täter nicht weiter Kontakt zu der betroffenen Person aufnehmen kann.

Auch die vor allem nach extremer, oft organisierter Gewalt immer wieder auftretende Suizidalität kann ein guter Grund für die Sicherheit eines Klinikaufenthaltes sein.

Gleichzeitig ist es möglich, dass Tätergruppen Betroffene immer wieder mit Klinikeinweisungen und damit bedroht haben, dass ihnen niemand glaubt. Dann können Kliniken selbst zu Auslösereizen/Triggern werden und wären somit nicht hilfreich. Dann wäre es möglich, dass Betroffene den gesamten Klinikaufenthalt „weg“-dissoziiert, also innerlich nicht anwesend, sind und damit therapeutische Angebote wenig effektiv nutzen können.

Im Übrigen geht es bei der Behandlung der PTBS darum, etwas zu lernen. Das heißt als Betroffener muss man viel üben und durchhalten und Mut zeigen, sich mit den belastenden Erinnerungen auseinander zu setzen und auch und vor allem mit der dazugehörigen Stressreaktion und den belastenden Gefühlen. Dafür braucht jeder seine Zeit und einen geeigneten Begleiter. Der richtige Begleiter ist in meinen Augen wichtiger als die Lernumgebung, also die Frage nach Klinik oder Praxis.

Entscheiden Sie selbst, welcher Weg für Sie der passende ist.

Psychologie und Film: Batman Begins, 6 – Größenwahn und Angsttherapie

09.02.2014 Veröffentlicht von Psychologie und Film 0 Kommentare

Als Bruce seine Ausbildung abgeschlossen hat, muss er eine letzte Prüfung bestehen: Unter Einfluss einer halluzinogenen Droge soll er sich seiner größten Angst stellen. Denn eigentlich fürchte Bruce sich vor seiner eigenen Macht, er fürchte seine Wut und den Drang etwas Großes zu vollbringen. Zuerst müsse er seine eigene Angst besiegen. Angst verändere die Wahrnehmung. Deswegen solle er seine Angst umarmen, zu seiner Angst werden. Um etwas Großes zu bewirken, müsse er ein schrecklicher Gedanke werden, eine Idee, denn die Menschen fürchten am meisten, was sie nicht sehen können. Bruce besiegt seine Angst vor den eingebildeten, erinnerten Fledermäusen und kann Ra´s Al Ghul im Zweikampf durch eine List ebenfalls besiegen.

Auch Ra´s Al Ghul weiß um die Angst der Menschen, die Angst vor dem Unfassbaren, dem schrecklichen Gedanken. Er will diese Angst gegen die in seinen Augen Kriminellen richten. Er hat Recht, die Angst verändert die Wahrnehmung, sie lässt uns die Welt wie durch einen Tunnel sehen, und so richtet Ra´s Al Ghul seine Wut auf alle, die ihn im Stich gelassen haben: Die Kriminellen, weil einer davon seine Frau getötet hat, und alle anderen, die nicht eingegriffen haben, die korrupt waren und die stillschweigend ihr Leben lebten, ohne sich um ihn zu kümmern. Er unterscheidet die Menschen nicht. Er sieht Gotham als Ganzes an einem Punkt, wo nur die Zerstörung der Stadt einen echten Neubeginn bedeuten kann.

Darin sieht er dann auch „das Große“, zu dem er Bruce befähigen will. Bruce habe Angst vor seiner eigenen Stärke, der Möglichkeit, etwas wirklich Großes zu vollbringen – wie die Zerstörung einer ganzen Stadt, um ihr einen Neubeginn zu ermöglichen. Ein bisschen erinnert das an Noahs-Erfahrung. Die Auslöschung der Menschheit, weil sie sich nicht an Gottes Wort hält, um einen Neubeginn mit Noahs Familie zu ermöglichen. Ra´s Al Ghul maßt sich das Urteil über Millionen Menschenleben an und fühlt sich dabei noch gerecht.

Deswegen will er die Angst gegen die sowieso schon Ängstlichen einsetzen. Am besten werde das gelingen, indem man zu einem schrecklichen Gedanken wird und die Angst der Menschen noch schürt, damit sie sich aus ihrer Angst heraus gegenseitig zerstören.

Bruce sieht ein, dass er seine Angst vor den Fledermäusen nur besiegen kann, indem er sich ihr stellt. Unter Einfluss einer Droge, löst er sozusagen noch einmal eine Erinnerungsattacke aus, doch diesmal kann er die Angst besiegen und damit auch seinen Gegner in der Abschlussprüfung. Indem er seine Angst besiegt, kann er ruhig genug bleiben, um klar zu denken und selbst in der Prüfungssituation noch eine List zu entwickeln, um seinen Mentor zu besiegen.

Genau hier geschieht im Grunde das, um was es in jeder Therapie von Angstzuständen geht: soviel Ruhe im Körper bewahren zu können, dass man den Handlungsspielraum, den man hat oder den man dazugelernt hat, dann nutzen kann. Insofern zeigt der Film an dieser Stelle die anstrengendste Methode der Angsttherapie: die Exposition, also das Sich-solange-der-Angst-aussetzen, bis man merkt, dass die Angst nachlässt und man nicht gestorben ist. Dadurch lässt das Angstgefühl dauerhaft nach.

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Link zum Film auf IMDB.com, der meist englischsprachigen größten Filmdatenbank.
Hier das Amazon-Partnerlink zur DVD Batman Begins in der einfachen Ausführung.
Von Christopher Nolan und David S. Goyer auf IMDB.com

Was ist Psychotherapie?

08.07.2013 Veröffentlicht von Psychotherapie 0 Kommentare

Wenn mich jemand fragt, was ihn in einer Therapie mit mir erwartet, dann sage ich: „Für mich ist Psychotherapie eine Schule. Es geht darum etwas zu lernen, was uns bisher niemand beigebracht hat. Es geht darum, soziale Fertigkeiten zu lernen. Fertigkeiten im Umgang mit anderen und mit mir selbst.“

Diese Definition enthält für mich ein paar wichtige Punkte.

  1. Was immer es ist, wir können es lernen. Niemand ist seinen Genen ausgeliefert.
  2. Bisher konnten wir es nicht, weil es uns – meist durch die Ursprungsfamilie – nicht beigebracht wurde.
    1. Sie haben das Defizit, Sie können etwas nicht: Es ist IHRE VERANTWORTUNG, es zu lernen.
  3. Was auch immer Sie in der Psychotherapie lernen, sollte Ihnen helfen, besser mit sich selbst und anderen umgehen zu können.
  4. Ein Psychotherapeut kann Ihnen nur das wirklich beibringen, was er selbst kennt, vielleicht kann und im Idealfall beherrscht. Deswegen ist nicht jeder Therapeut für jeden Klienten/Patienten geeignet.

Die Verantwortung (Schuld?) für Ihre Beschwerden haben andere. Die Verantwortung zur Heilung haben Sie. Heilung ist möglich! Heilung bedeutet, ich kann zufrieden leben. Finden Sie einen für Sie geeigneten Begleiter!

Leserfrage: Warum provoziere ich meinen Mann so mit meinem Ton?

26.03.2020 Veröffentlicht von Leserfragen 0 Kommentare

Sehr geehrte Frau Rösch,

Vielen Dank zunächst für diese wunderbare, informative und umfangreiche Seite!

Mein Ehemann wurde vor 4,5 Jahren auf seiner Arbeit von einem Mann mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Es wurde PTBS diagnostiziert. Er machte eine Traumatherapie.

Nach ein paar Wochen bemerkte er, dass er auf mich und auch seine Freunde zum Teil sehr gereizt reagierte. Seine Therapeutin erklärte ihm das liege an dem generellen Vertrauensverlust durch den Messerangriff. Sie schlug uns eine Strategie vor, wie wir damit umgehen können. Nach wenigen Monaten hatte ich den Eindruck, dass es „erledigt“ war.

Wir hatten eine wundervolle Zeit, heirateten, kauften einen Bauernhof, waren unfassbar verliebt und verbrachten jede freie Minute miteinander.

Seit 2 Jahren fühlte er sich zunehmend durch die kleinsten Kleinigkeiten von mir angegriffen und kritisiert. Er wurde laut und machte mir Vorwürfe ich würde ihn wie ein kleines Kind behandeln. Die Wutausbrüche wurden heftiger, immer mehr ging kaputt. Irgendwann bekam ich richtig Angst vor ihm.

Ich entschuldigte mich oft bei ihm, dachte ich würde ihn in die Wut treiben und versuchte, mich durch Yoga und Therapie so zu verhalten, dass er sich nicht mehr provoziert fühlen musste. Ich dachte alles fünfmal durch, bevor ich etwas sagte. Aber nichts half. Ich gab mir die Schuld an unseren Problemen und daran, dass er sich schlecht fühlte.

Er blieb der Ansicht, dass es an meinem „Ton“ liege und versprach, dass er mich nie verletzen würde. Seine Wut habe sich immer nur gegen Sachen gerichtet. Das sei auch in seiner Jugend schon so gewesen. Wenn er einen Ausraster hatte, brach er hinterher weinend zusammen und beschuldigte sich selbst. Sagte, ich könne ihn gar nicht lieben, so wie er sei.

Dann sagte er mir eines Tages er wüsste zwar noch, dass er mich liebt, aber er könne es nicht mehr spüren. Als ich daraufhin einen Nervenzusammenbruch hatte, legte er mir seine Hand auf die Schulter und sagte „mehr Empathie kann ich für dich leider nicht mehr aufbringen“. Es war so unglaublich schrecklich. Ich dachte, ich bin nicht liebenswert und man kann es mit mir nicht aushalten.

Er sprach die Trennung aus.

Wir unternahmen dann noch einen zweiten Versuch, obwohl ich kein gutes Bauchgefühl hatte. Ich bekam immer häufiger Schübe, in denen mich die Zweifel und Hoffnungslosigkeit übermannten. Ich sagte ihm, dass es mir leidtue und es mir nicht gut ginge und bat ihn, für mich da zu sein und jetzt nicht auch noch wütend zu werden.

Daraufhin machte er mir Vorwürfe, schlug vor, ich solle in eine Klinik gehen oder Medikamente nehmen. Und schließlich flippte er wieder aus.

Ich war entsetzt. Wir trennten uns das zweite Mal.

Wenn wir mal telefonieren ist er völlig emotionslos. Er liebe mich nicht mehr und wäre erwachsen geworden. Dass ich so mit ihm spreche, wolle er nicht mehr. Er werde sich nicht mehr zurück entwickeln und ich könne mich eh nicht ändern, der Ton wäre in mir drin und „ich hätte ja bis zum Schluss nicht anerkannt, dass mein Ton das Problem ist“.

Warum löse ich das bei meinem Mann aus? Warum fühlt er sich nur von mir oder meinem Ton so kritisiert und angegriffen und warum flippt er nur bei mir so aus? Es muss doch alles irgendwie mit mir zusammenhängen!?

Es tut mir leid, dass ich Ihnen jetzt so viel Zeit weggenommen habe.

Liebe Grüße, G

Danke für das Foto an Pixabay auf Pexels

Liebe Leserin,

ja, das ist eine lange Geschichte. Ich habe sie sehr stark zusammengefasst und hoffe, dass meine Antwort für die Leser*innen meines Blogs trotzdem nachvollziehbar ist.

Ich kann Ihnen keine Lösung geben. Aber ich kann Ihnen erklären, wie ich mir die Verhaltensweisen erkläre, die Sie da so schildern: So wie ich es verstehe, stecken Sie gemeinsam in einem Teufelskreis fest, an dem jeder mit seinen alten Verletzungen und eingefahrenen Reaktionen beteiligt ist.

Die Seite ihres Mannes am Teufelskreis

Ihr Mann sagt, er will seine Wutausbrüche nicht. Gleichzeitig besteht er darauf, dass seine Wutausbrüche vollkommen von Ihrem Verhalten abhängen. Das ist die Argumentation, die Sie beschreiben. Er übernimmt keine Verantwortung für seine Gefühle und sein Handeln hinsichtlich seiner Wut.

In meiner Einschätzung, verwechselt er Sie mit einer anderen wichtigen, nahestehenden Person in seinem Leben, der er einmal sehr ausgeliefert war. Daher die Vorstellung, seine Wut selbst nicht steuern zu können und nicht verantwortlich dafür zu sein. Häufig treten diese Verwechslungen mit Eltern, sorgeberechtigen Personen oder anderen wichtigen Personen auf. Diese sind nicht notwendigerweise vom gleichen Geschlecht. Aber wenn man Betroffene fragt: Woher kennen Sie dieses Gefühl (hier die Wut), dann erinnern sich Betroffene oft an die Situation, mit der die Verwechslung stattfindet.

Diese Verwechslung, bewirkt, dass er Ihre Worte nicht „hört“ sondern auf eine festgefahrene, automatisierte Art und Weise interpretiert als könne er „hellsehen“. Dabei reicht es, dass etwas an dem was oder wie Sie es sagen „ähnlich“ zu dem ist, was er vor langer Zeit erlebt hat.

Was ihm komplett fehlt, ist die Erkenntnis, dass er für seine Gefühle, seine Gedanken und sein Verhalten vollumfänglich und allein verantwortlich ist. Er hat jeder Zeit die Möglichkeit zu lernen, wie er sein Verhalten ändern kann. Es hat ihm nur niemand beigebracht. Dabei geht es nicht um Schuld, sondern darum, dass die Strategien, die er gelernt hat im Umgang mit seiner Wut, heute nicht mehr angemessen sind und er deswegen andere Strategien lernen kann.

Ihre Seite am Teufelskreis

Sie auf der anderen Seite befinden sich in einem Zustand von „Kindlichem Größenwahnsinn“ (hier ein ausführlicher Artikel aus meinem Blog dazu). Kurzfassung: Sie glauben, Sie wären dafür verantwortlich wie er Reize interpretiert und wie er sich dadurch fühlt. Dahinter steckt die Vorstellung, die Gefühle des anderen steuern (kontrollieren) zu können. Das ist natürlich – in meinen Augen – Blödsinn. Niemand kann für die Gefühle eines anderen verantwortlich sein, weil er keine Kontrolle darüber hat, wie der anderen Verhalten interpretiert und wie er sich in der Folge fühlt. Das zeigen ja Ihre ganzen Bemühungen, „es richtig zu machen“. Nichts davon funktioniert. Selbst wenn Sie es ganz genau so machen, wie er es will, funktioniert es nicht. Das ist der Beweis dafür, dass Sie da ohnmächtig sind und es ganz alleine seine Verantwortung ist, wie er sich fühlt und wie er mit seinen Gefühlen umgeht.

Auch Sie haben in ihrem Leben Situationen gehabt, die dazu geführt haben, dass Sie gelernt haben, so mit den Gefühlen anderer umzugehen. Woher kennen Sie solche Situationen?

Ihre Verantwortung ist, ihm die Verantwortung für seine Gefühle zu lassen. Wenn er schlecht drauf ist, dann ist er das eben: Nicht ihr Problem, sondern sein Problem!

Ihre Aufgabe ist, für sich selbst zu sorgen. Das kann sein, in dem Sie sich zurückziehen, wenn er zornt, und so für Ihre Sicherheit sorgen. Oder eine andere Strategie, die Sie sich in einer ruhigen Stunde überlegen können. Wichtig ist, nicht immer wieder gleich zu reagieren, sondern ihr Verhalten zu ändern und davor, ihr Denken zu verändern.

Dass Sie sich ständig für alles entschuldigen, zeigt, wie ausgeprägt dieser kindliche Größenwahnsinn ist. Dahinter steckt die irrationale Überzeugung, Sie könnten andere kontrollieren.

Wenn Sie sich bei mir entschuldigen, weil Sie mir so viel Zeit „wegnehmen“, dann könnte ich Ihnen jetzt beweisen, dass Sie diese Macht nicht haben, indem ich ihnen sage, dass ich ihre Mail nicht beantworte, ja nicht einmal gelesen habe.

Wer entscheidet denn darüber, ob ich Ihre Mail lese und mir die Zeit dafür „nehme“. Sie oder ich????

Wenn Sie jetzt Gedanken haben, die sich darum drehen, dass Sie das entscheiden, dann haben Sie ein echtes Problem. Wenn Sie sehen können, dass allein ich entscheide, womit ich meine Zeit verbringe, dann besteht Hoffnung auf Veränderung 🙂 Bleiben Sie dran!!

Wutausbrüche und Messerangriff?

Ich sehe die Ursache für die Wutausbrüche Ihres Mannes in erster Linie in alten Erfahrungen begründet, die VOR dem Tötungsversuch mit dem Messer liegen. Einfach weil die Wutausbrüche schon vorher da waren. Die Traumareaktion macht, dass man ständig Stress hat, was dazu führt, dass man einfach leichter und schneller wütend wird. Das heißt, die Folgen des Messerangriffs KÖNNEN zu einer Verschlimmerung des Problems mit der Wut geführt haben, muss aber nicht. Um ihnen dazu meine Meinung zu geben, habe ich nicht ausreichend Informationen.

Und was können Sie jetzt tun?

Wenn Sie eine Chance haben wollen, dann ist es meiner Meinung nach notwendig, dass Sie beide lernen Verantwortung für sich zu übernehmen und zwar ausschließlich für sich. Sie beide sind zu 100% verantwortlich für ihr Denken, ihre Gefühle und ihr Handeln.

Diese Überzeugung ist die Voraussetzung dafür, dass es auf beiden Seiten zu persönlichem Wachstum (nicht Rückschritt) kommt. Nur dann können Sie ihre Beziehung retten. Es ist aber keine Garantie. Persönliches Wachstum kann auch dazu führen, dass man anschließend getrennte Wege geht. Das kann vor allem dann geschehen, wenn nur einer sich um persönliches Wachstum bemüht.

Insofern kann ich Ihnen nur dazu Mut machen, sich mit ihrem eigenen Anteil am Teufelskreis zu beschäftigen und zu verändern. Wenn Sie sich verändern, besteht eine gute Chance, dass sich die Situation mitverändert.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Kraft für ihren Weg.

Ihre Stefanie Rösch

WIPT Westfälisches Institut für PsychoTraumatologie

13.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

 

Zielgruppe:

approbierte Psychologische Psychotherapeuten
approbierte Kinder- und Jugendlichentherapeuten
psychotherapeutisch tätige Fachärzte
Pädagogen
Angehörige psychosozialer Berufsgruppen mit psychotherapeutischer Ausbildung

ZFPT Zentrum für Psychotraumatologie

13.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Themen der Weiterbildungen:

  • stabilisierendes und ressourcenorientiertes Arbeiten mit traumatisierten Menschen
  • Therapieplanung bei komplex traumatisierten Menschen
  • der Körper als Ressource bei traumatisierten Menschen
  • Arbeit mit dissoziativen Menschen
  • Arbeit mit Geschichten bei traumatisierten Menschen
  • EMDR-Seminare zu speziellen Themen
  • EMDR-Ausbildung für Kinder- und JugendtherapeutInnen
  • Balintgruppenarbeit mit dem Schwerpunkt Psychotraumatherapie

 

Zielgruppe:

Ärzte/Ärztinnen, Psychologen/Psychologinnen sowie Fachkräfte aus dem psychosozialen und pflegerischen Bereich.

Aufwind-Institut

13.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung

Traumasensible Paartherapie

 

Zielgruppe:

Diplompädagogen, Sozialpädagogen, Jugendhilfe, Erzieher/innen, Lehrer/innen, PflegeelternHeilpraktiker/innen, Fachpersonen von Institutionen in der psychosozialen Beratung

WZPP WeiterbildungsZentrum für Pädagogik und Psychologie

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie für Kinder und Jugendliche & Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung

Traumafachberater / Traumapädagoge

Traumatherapie bei Säuglingen und Kleinkindern

 

Zielgruppe:

approbierte Psychologische Psychotherapeuten
approbierte Kinder- und Jugendlichentherapeuten
psychotherapeutisch tätige Fachärzte

KTI Kinder Trauma Institut

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie für Kinder und Jugendliche

EMDR-Therapie

Ressourcenorientierte narrative Therapie (ResonaT)

 

Zielgruppe:

approbierte Psychologische Psychotherapeuten
approbierte Kinder- und Jugendlichentherapeuten
psychotherapeutisch tätige Fachärzte

TRAIN Traumainstitut

05.02.2020 Veröffentlicht von 0 Kommentare

Thema der Weiterbildung:

spezielle Psychotraumatherapie

 

Zielgruppe:

approbierte psychologische Psychotherapeuten

Information / Beratung

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Dipl.-Psych. Stefanie Rösch
Bodanplatz 3
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