"Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung" – Stefanie Rösch, 2013

Ihr Suchbegriff Affirmation

Innere Wahrheiten, Glaubenssätze und Affirmationen. Hä?

24.10.2014 Veröffentlicht von Definitionen 0 Kommentare

Bevor als nächster Artikel „Innere Wahrheiten, unser Autopilot und wie man ihn abschalten kann“ erscheint, dachte ich mir, es wäre sinnvoll, einmal kurz zu definieren, wovon wir da reden. Denn alle drei Begriffe beschreiben das gleiche Phänomen, das gleiche menschliche Verhalten.

Ein Glaubenssatz ist eine Haltung wie zum Beispiel „Ich stehe immer an der falschen Kasse“ oder „Niemand liebt mich“ oder „Nur wenn ich dafür sorge, dass es anderen gut geht, bekomme ich Liebe“ oder etwas Ähnliches. Jeder hat diese Glaubenssätze. Sie helfen uns durchs Leben zu kommen und deswegen glauben wir diese Sätze, diese Haltungen. Als Ergebnis suchen wir Informationen in unserer Umwelt, die uns bestätigen, was wir sowieso schon immer wussten: „Niemand liebt mich, ich bin nicht liebenswert. Wenn mir eine Frau sagt, dass sie mich liebt, dann hat sie bestimmt Hintergedanken, sie meint das nicht, sie kann es nicht meinen. Wenn sie mich wirklich lieben würde, dann würde sie IMMER Rücksicht auf mich nehmen.“

Sie wissen, dass dieser Gedankenfluss einen gravierenden Denkfehler enthält: das „immer“. So schafft sich der Denker von „Niemand liebt mich, ich bin nicht liebenswert“ die besten Chancen, seine Überzeugung bestätigt zu bekommen. Denn NIEMAND kann IMMER Rücksicht nehmen. Das bedeutet, in dem Moment, in dem der eine Fehler geschieht, sieht der Denker von „Ich bin nicht liebenswert“ den Beweis, dass er Recht hat. Damit bestätigt er sich seinen Glaubenssatz, seine Überzeugung. Bestätigen heißt lateinisch affirmare, daher der Begriff Affirmation, etwas, dass ich mir selbst bestätige und bekräftige.
Natürlich ist der Denker von „Ich bin nicht liebenswert“ nicht nur davon überzeugt, dass diese Feststellung stimmt, er weiß genau, dass es so ist, es ist seine Innere Wahrheit, die er nicht anzweifeln wird. Oder werden Sie ohne Beweise anzweifeln, dass die Erde rund ist und auf den Tag die Nacht folgt?

Auf der anderen Seite: Folgt nicht auf die Nacht der Tag? Was Sie nun glauben, entscheiden Sie selbst. Zwei Techniken, Glaubenssätze, Innere Wahrheiten und Affirmationen zu ändern sind das Kopfkino und der Umgang mit giftigen Gedanken.

Viel Erfolg!

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14.02.2017 Veröffentlicht von 0 Kommentare

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Auf der Suche (6)

02.05.2016 Veröffentlicht von Auf der Suche 0 Kommentare

In letzter Zeit tauchte das Thema Affirmationen und Glaubenssätze wieder vermehrt in meiner Umgebung auf. Wenn man sich damit beschäftigt, dann stößt man unweigerlich auf Giftige Gedanken.

Die Fragen, die man sich immer mal wieder stellen kann, sind:

Wie WILL ich über mich selbst denken?

Wie WILL ich über die Welt denken?

Auf diese Weise kann man an Glaubensätze kommen, mit denen es sich lohnt zu arbeiten.

 

Impulse und Zitate (24)

21.08.2015 Veröffentlicht von Impulse und Zitate 0 Kommentare

Ich liebe und akzeptiere mich

so wie ich gerade bin.

Meine absolute Lieblingsaffirmation. Im Grunde dürfen alle meine Klienten, bei denen wir gemeinsam feststellen, dass das Selbstwertgefühl nicht auf der Höhe ist, mit diesem Satz arbeiten.

Arbeiten bedeutet, möglichst oft wiederholen und Beweise wahrnehmen (Giftige Gedanken). Das mit dem Wiederholen ist tückisch und so geht es oft darum, wie kann man sich selbst an die Wiederholung erinnern? Hier ein kreatives Beispiel dafür:

IchLiebeUndAkzeptiereMich(c), 2015 D.E.

Warum nicht ein Bild malen? Warum den Satz nicht als Bildschirmschoner auf PC oder Handy programmieren? Was die heutigen Handys so können, ist beeindruckend. Für alles gibt es eine APP, ganz bestimmt auch dafür, sich einen eigenen Satz aufs Display zu zaubern. Und warum nicht ein Foto des Satzes als Hintergrundbild? Oder einen eigenen Klingelton, der mich an den Satz erinnert, wie zum Beispiel das Lied „I love how you love me„, das könnte mich daran erinnern: „I love how I love me“.

Seien Sie kreativ!

Noch mehr Sinn: Wahrheitssinn

30.05.2015 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

„Dem Begriff Wahrheit werden verschiedene Bedeutungen zugeschrieben, wie Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, einer Tatsache oder einem Sachverhalt, aber auch einer Absicht oder einem bestimmten Sinn bzw. einer normativ als richtig ausgezeichneten Auffassung oder den eigenen Erkenntnissen, Erfahrungen und Überzeugungen.“ Wikipedia, 25.05.15

In meinen Worten ist Wahrheit vereinfacht gesagt etwas, das wir an einem Kriterium messen und das wir als wahr bewerten, wenn die Übereinstimmung gegeben ist.

Da wo Wahrheit überprüfbar ist, anhand von Kriterien, die wir alle oder zumindest die meisten anerkennen wie zum Beispiel anhand der Naturgesetze, benötigen wir unseren Wahrheitssinn nicht. Wir können die Wahrheit „objektiv“ prüfen.

Sinne haben immer etwas mit unserer persönlichen Erfahrung zu tun. Unsere Sinnesorgane sind der Kanal, über den wir die Welt erfahren und unsere eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Wir können die Reize, die wir wahrnehmen zwar beschreiben, aber so etwas Konkretes wie die Schmerzwahrnehmung zeigt uns, dass unser Schmerzerleben (Die innere Wahrheit: Das hat sehr weh getan!) nicht von dem Reiz abhängt, z.B. einer 49 Grad heißen Metallplatte, sondern davon, für wie kontrollierbar wie den Schmerz halten oder was uns gesagt wird, wie schmerzhaft der Reiz sein wird (Rüegg, 2010). Was wir also für wahr halten muss nicht notwendigerweise an äußeren Kriterien überprüfbar – und damit allgemeingültig – sein, sondern kann auch inneren Kriterien, z.B. eigenen Erfahrungen genügen, was uns zu der Bewertung bringt, dass etwas wahr ist, dass wir nicht so ohne weiteres – im Außen – überprüfen können.

Das bedeutet für mich, dass wir einen Sinn haben, um Wahrheit wahrzunehmen, auf jeden Fall unsere Innere Wahrheit. Für mich ist diese innere Wahrheit vor allem in Bezug auf meinen Glauben offensichtlich. Ich kann Gott nicht „objektiv“ beweisen, und trotzdem habe ich ganz persönliche Erfahrungen, die mich zu dem Schluss kommen lassen, dass es Gott gibt. Diese Erfahrungen sind mir Beweis genug für meine innere Wahrheit. Wenn etwas erstmal meine Wahrheit ist, bin ich auch nicht so leicht wieder davon wegzubringen.
Das wiederum ist etwas sehr Menschliches, dass wir an unserer Wahrheit festhalten, zur Not auch mit Gewalt. Man denke nur an all die Religionskriege in der Geschichte bis heute oder an Jeanne D´Arc. Wie viele Vordenker mussten für ihre innere Wahrheit das Leben lassen? Einer bekanntesten ist sicher Mahatma Gandhi, der für seine Überzeugung, die unter anderem das Festhalten an der Wahrheit beinhaltete, ermordet wurde. Andere wurden ignoriert wie zum Beispiel Mendel für seinen Beobachtungen zur Vererbungslehre oder heute noch Hahnemann und seine Entdeckung der homöopathischen Wirkweise von Stoffen.

Denken Sie nur an all die wissenschaftlichen „Beweise“, die wir inzwischen haben, weil wir die Methoden verändern, genauer oder anders hinschauen (z.B. Mikroskope, DNA-Analysen, fMRT oder CT) und damit die Welt auch anders begreifen können. Doch es gab immer die Menschen, die all das, was „die Wissenschaft“ heute „beweist“ schon vor Jahrhunderten wussten, oder Menschen, die heute schon wissen, was erst in 20 Jahren bewiesen werden kann. Menschen, die die Wahrheit kennen, auch ohne wissenschaftlichen Beweis.

Unterschätzen wir nicht, dass wir in uns ein Gespür für die Wahrheit haben. Das wir wissen, in unseren Herzen, was – für uns – wahr ist, und was nicht. Es schadet sicher nicht, diese Überzeugungen immer wieder am allgemeinen Wissen zu überprüfen, eben weil das, was wir glauben zu wissen, oft davon beeinflusst ist, was unsere Umwelt weiß/glaubt oder uns gesagt hat. Vor allem, wenn es darum geht, was wir für wahr über uns selbst halten (Glaubenssätze und Giftige Gedanken).

Da wo man Dinge prüfen kann, sollte man es meines Erachtens tun. Dennoch kann es sein, dass man zu dem Schluss kommt, die innere Wahrheit ist eine andere als die „objektive/wissenschaftlich beweisbare“ Wahrheit. Und was dann?

Wahrheit geht für mich mit Verantwortung einher. Meine innere Wahrheit enthebt mich nicht eines verantwortungsvollen Umgangs damit. Vor allem dort, wo das Handeln nach dieser inneren Wahrheit die Freiheit anderer beschneidet, bin ich gefragt, gerechte und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Was ja sozusagen das Motto dieses Blogs ist und worum es teilweise im letzten Artikel ging und im Artikel über den Gerechtigkeitssinn noch gehen wird.

Bei der Beschäftigung mit diesem Thema fiel mir ein weiterer Aspekt zur Wahrheit ein:

Aus meiner Arbeit weiß ich, dass Wahrheit oft besser ist als Nichtwissen. Wenn Menschen verschwinden, dann möchten die meisten Angehörigen wissen, was passiert ist. Selbst wenn das bedeutet zu erfahren, dass die verschwundene Person tot ist. Die Wahrheit ist an der Stelle hilfreicher als nicht zu wissen und sich der Phantasie zu überlassen. Denn die Phantasie ist meist schlimmer als jede Wirklichkeit und jede Wahrheit.

Ähnlich habe ich es immer wieder bei Opfern sexueller Gewalt erlebt, die mit KO-Tropfen betäubt wurden. Die meisten wüssten lieber, was der Täter mit ihnen gemacht hat als mit diesem unklaren (Körper-)Gefühl und der fehlenden Erinnerungen klarkommen zu müssen.

So ist unser Wahrheitssinn vielleicht auch Ausdruck dessen, dass es zu einem gesunden Menschen dazugehört, sich der Wahrheit zu stellen.

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Noch mehr Sinn: Freiheitssinn

17.05.2015 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

Schaut man in Wikipedia, was Freiheit ist, so findet man: „Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel verstanden als die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen allen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts.“

Das ist es, was wir mit unserem Freiheitssinn wahrnehmen. Wir nehmen wahr, ob wir oder andere die Freiheit haben, zwischen Möglichkeiten zu wählen oder zu entscheiden.

Viele Diskussionen darüber, was im Einzelfall konkret unter Freiheit zu verstehen ist zeigen, wie wichtig dieser Begriff für uns als Menschen ist, dass wir ein Gespür, einen Sinn dafür haben, auch wenn wir es nicht so leicht und vollständig in Worte fassen können und deswegen immer wieder versuchen, uns mit Worten anzunähern.

Wie viel uns Freiheit wert ist, kann man daran sehen, dass wir als erstes Recht nach der Würde des Menschen die Freiheit eines jeden Menschen in unserem Grundgesetz schützen: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art 2:

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.
Und wird gegen dieses Recht verstoßen, dann ist das Schlimmste, was wir als Strafe haben, die Freiheit eines Menschen zu entziehen: Freiheitsstrafen.

Obwohl wir kein Organ für die Wahrnehmung von Freiheit haben, beschäftigt sie uns sehr. Naja, vielleicht haben wir doch ein solches Sinnes-Organ: Das Gehirn und unsere Fähigkeit zu denken, zu erkennen, abzuwägen, zu planen, durchzudenken und letztendlich Entscheidungen zu treffen, die wir auch umsetzen können.

Allerdings nehmen wir unsere Möglichkeiten nicht immer wahr. Verantwortlich dafür ist unser Autopilot, der viele Entscheidungen im Hintergrund für uns trifft, so dass man sie nicht immer als freie Entscheidung bezeichnen kann, weil sie immer wieder nur unbewusst getroffen werden und sicher nicht immer so ausfallen würden, würden wir sie in diesem Moment als Ergebnis eines Denkprozesses bewusst treffen.

Es gibt Entscheidungen, die wir nur einmal bewusst treffen müssten, um unsere Freiheit auszuüben. Danach könnten wir uns des Autopiloten bedienen und würden, wie ich finde, trotzdem unsere Freiheit leben.

Zum Beispiel hat jeder die Freiheit über sich zu denken wie er will. Warum also nicht einfach entscheiden, positiv über sich zu denken, sich für wertvoll zu halten, für liebenswert, für kompetent??? Möglicherweise weil wir unsere Freiheit eben nicht immer wahrnehmen, unser Freiheitssinn getrübt ist, vielleicht wie eine dreckige Fensterscheibe. Und trotzdem spüren wir, wenn unsere Freiheit beschnitten wird. Wir spüren, wenn uns jemand zu nahe kommt, uns in unserer freien Entfaltung, in unserem Leben, in unserer Gesundheit einschränken will. Dann reagieren wir mit Stress. Das bedeutet, dass wir als Unterstützung zumindest in manchen Bereichen unseres Lebens die Stressreaktion als Alarmsystem für die Beschneidung unserer Freiheit haben. Möglicherweise könnte man die Stressreaktion als einen Mechanismus betrachten, über den wir unseren Freiheitssinn erleben.

Insofern könnte man sich, wenn man sich gestresst fühlt, bewusst fragen, welche meiner Freiheit empfinde ich gerade als eingeschränkt? Welche Möglichkeiten stehen mir gerade nicht zur Verfügung, welche Entscheidungen kann ich gerade nicht treffen, weil jemand anderes sie mir überstülpen will?

Wenn wir uns trauen, unseren Freiheitssinn öfter bewusst zu spüren und bewusst über unsere Freiheiten, unserer Möglichkeiten nachzudenken und bewusste Entscheidungen zu treffen, würde er uns helfen, freier zu werden.

Was wäre wenn …..?

06.03.2015 Veröffentlicht von Lesestoff, Strategien 0 Kommentare

Der Möglichkeitssinn von Robert Musil: „Wenn es aber Wirklichkeitssinn gibt, und niemand wird bezweifeln, dass er seine Daseinsberechtigung hat, dann muss es auch etwas geben, das man Möglichkeitssinn nennen kann. Wer ihn besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, muss geschehen; und wenn man ihm von irgendetwas erklärt, dass es so sei, wie es sei, dann denkt er: Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebenso gut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.“

Kein ganz einfacher Text. Zumindest musste ich ihn mehrmals lesen, bis ich verstand, worum es geht. Oder zumindest eine Idee hatte, was er mir sagte.

Dann fand ich die Botschaft berauschend schön.

  • Wie wäre es, ich müsste nicht mehr fest davon überzeugt sein, dass der andere mir nicht glaubt, wenn ich ihm etwas erzähle?
  • Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt wäre, dass das Schweigen meines Partners Ausdruck dafür ist, dass er sich nicht für mich interessiert?
  • Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt sein müsste, dass die Welt sich gegen mich verschworen hat?
  • Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt sein müsste, dass mein Nachbar nur deswegen laut ist, weil er mich ärgern will?
  • Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt sein müsste, dass mein Partner mich nicht liebt, wenn er erst spät von der Arbeit nach Hause kommt?
  • Wie wäre es, wenn ich nicht mehr fest davon überzeugt sein müsste, dass ein Täter es ernst meint, wenn er sagt: „Ich bring Dich um, wenn Du nicht so tust wie ich das will.“?

Wie wäre es, wenn mir sofort tausend andere Erklärungen einfallen würden?

Wie wäre es, wenn ich mir vorstellen könnte, dass der andere mir nicht glaubt,

  • weil er zu wenig Phantasie hat,
  • oder Angst davor hat, was ich ihm erzähle und dass es wahr sein könnte.
  • Wenn er es nicht glaubt, weil er andere Informationen hat, von denen ich nichts weiß.

Wie wäre es, wenn ich mir vorstellen könnte, dass mein Partner schweigt,

  • weil er mit dem, was ich tue oder sage überfordert ist
  • oder weil er so gestresst ist, dass er nicht mehr sprechen kann
  • oder er einfach müde ist und keine Lust hat zu reden
  • oder in Gedanken noch mit etwas beschäftigt ist und mich gar nicht gehört hat und deswegen nicht antwortet?

Wie wäre es, wenn ich mir vorstellen könnte, dass mir unangenehme oder belastende Dinge passieren,

  • weil ich einfach Pech hatte
  • oder die Menschen um mich herum feige sind
  • oder selbst schlechte Erfahrungen gemacht haben und mit sich selbst beschäftigt sind und sich deswegen nicht interessieren können
  • oder weil ich Mundgeruch habe
  • oder weil ich tue, was den anderen ein schlechtes Gefühl macht und sie mich deswegen nicht mögen und mich ignorieren? (neue Haltung/neuer Glaubenssatz: Jeder hat das Recht auf sein eigenes Problem –> siehe giftige Gedanken)

Wie wäre es, wenn ich mir vorstellen könnte, dass mein Nachbar laut ist,

  • weil er schwerhörig ist und selbst nicht hört, was er für einen Krach macht,
  • oder wenn er unzufrieden mit seinem Leben ist und das an seinen Möbeln rauslassen muss
  • oder ich einfach etwas geräuschempfindlich bin und die anderen Nachbarn den Krach gar nicht so laut empfinden
  • oder wenn mein Nachbar einfach ein Hobby hat, das er braucht, um seinen Stress abzubauen wie zum Beispiel Holzhacken?

Wie wäre es, wenn ich mir vorstellen könnte, dass mein Partner spät von der Arbeit heimkommt,

  • weil sein Chef ihm noch etwas aufgebrummt hat
  • oder es einen Notfall gegeben hat
  • oder einem Kollegen etwas Schlimmes passiert ist und mein Partner seinem Kollegen beistehen wollte.

Was wäre, wenn ich mir vorstellen könnte, dass ein Täter Angst hat vor mir

  • und dem Gefängnis und deswegen droht?
  • Wenn er nur droht in der Hoffnung, dass ich nichts sage, aber er genau weiß, dass er mich nie töten würde, egal wie sehr er versucht mich davon zu überzeugen, weil er weiß, dass ein Mord in den meisten Fällen aufgeklärt wird und er damit ins Gefängnis wandern würde?

Was wäre, wenn ich mir vorstellen könnte, dass ich die Welt nur auf die Weise sehe, die ich gelernt habe zu sehen, dass ich aber phantasiebegabt bin und mir viele andere Perspektiven und Sichtweisen vorstellen kann, die mir das Leben leichter machen?

Was wäre, wenn ich nicht glauben müsste, dass alles um mich herum mit mir zu tun hat, sondern im Gegenteil fast nichts bis gar nichts etwas mit mir zu tun hat sondern das Ergebnis dessen ist, was der andere gelernt hat zu sehen (ich nenne das kindlicher Größenwahnsinn)?

Es wäre unsere Möglichkeit auf Freiheit. Wahre Freiheit.

Der erste Schritt dazu? Entwickeln Sie Ihren Möglichkeitssinn!

Welche anderen Erklärungen können Sie sich vorstellen?
Was sind andere mögliche Gründe für das Verhalten einer Person?

Vorsätze fürs neue Jahr: Das Glaubenssätze-Pantun

18.12.2014 Veröffentlicht von Strategien 0 Kommentare

Ein Pantun ist eine malaiische Gedichtform, bei der einzelne Zeilen nach einem vorgegebenen Schema wiederholt werden. Durch die Wiederholung ergeben sich ganz von selbst spannende Inhalte und die letzte Strophe schreibt sich sozusagen von selbst, da alle Zeilen schon geschrieben sind. Eine Vorlage mit den Wiederholungen zum Ausdrucken finden Sie am Ende des Artikels als Download.

Was hat nun das Pantun mit Glaubenssätzen zu tun?

Glaubenssätze oder unsere Haltungen zu verändern ist eine anstrengende Aufgabe. Ein bisschen Kreativität kann helfen durchzuhalten. Hier also die Idee:

(A) Überlegen Sie Sich wie Sie über sich selbst denken wollen (–> Giftige Gedanken).

(B) Dann nehmen Sie die Form des Pantuns und schreiben sich ein Glaubenssätze-Pantun. Hier ein Beispiel, wie so etwas dann aussehen könnte. Die Zahlen vor den Zeilen zeigen das Wiederholungsschema an:

(1) Ich bin sicher in der Welt
(2) Ich bin liebenswert und gut
(3) Das Leben meint es gut mit mir und ist leicht
(4) So komme ich zu Recht darin, denn Gott sorgt für mich

(2) Ich bin liebenswert und gut
(5) Kompetent und auch ein Sturkopf, wenn es nötig ist
(4) So komme ich zu Recht darin, denn Gott, der sorgt für mich
(6) ich bin furchtlos und mutig wegen ihm

(5) Kompetent und auch als Sturkopf, wenn es nötig ist,
(7) erreiche ich meine Ziele und habe Erfolg
(6) ich bin furchtlos und mutig und fühle mich geliebt
(8) so treffe ich vertrauensvolle Menschen und bin nicht allein

(7) Ich erreiche meine Ziele und habe Erfolg
(1) Ich bin sicher in der Welt
(8) So treffe ich vertrauensvolle Menschen und bin nicht allein
(3) Das Leben meint es gut mit mir und ist leicht

(C) Hängen Sie Sich das Pantun neben das Bett und lernen Sie es auswendig!

Möglicherweise freut sich der Nikolaus, wenn Sie es aufsagen können 😉

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest, Gesundheit und Freude und alle Freiheit im Innen uns Außen.

Ihre Stefanie Rösch

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Innere Wahrheiten, unser Autopilot und wie man ihn abschalten kann

30.10.2014 Veröffentlicht von Strategien 0 Kommentare

„Die meisten Menschen leben ein Leben fern von sich selbst, weil sie blind dem folgen, was sie gelernt haben, und dies für Ihre Wahrheit halten.“ (Mirriam Prieß, S. 39)

Wir kommen als Kinder in Situationen, die wir als existentiell bedrohlich erleben. Es gelingt uns nur dadurch emotional und /oder körperlich zu überleben, indem wir tun, was von uns verlangt wird. Wir akzeptieren, was uns geschieht, als innere Wahrheit, die ein Leben lang gilt, anstatt diese kindliche Wahrheit spätestens als Erwachsene immer wieder in Frage zu stellen. Wir handeln automatisch nach diesen inneren Wahrheiten, ob es uns gut tut oder nicht. Wenn es uns lange genug nicht gut tut, macht es uns krank, wir brennen aus:  Depression ist eine häufige Folge dieses ur-menschlichen Verhaltens.

So wird der frühe Tod des Vaters zu der Gewissheit (Glaubenssatz/Affirmation), dass ein geliebter Mensch einen sowieso verlässt. Um dem Schmerz zu entgehen, vermeidet man tiefe und enge Beziehungen einzugehen und enthält sich so die Möglichkeit einer tragfähigen, stabilen und langlebigen Beziehung vor. Oder die emotionale Bedürftigkeit der Mutter, welche ihrer Tochter alles erzählt, wird zu der Gewissheit, dass man für alles und jeden Verständnis haben muss, um geliebt zu werden. Also hat man Verständnis und vergisst darüber die eigenen Bedürfnisse.

Es gibt so viele Beispiele für diese Überlebensstrategie wie es Menschen gibt. Wir machen es alle. Wir müssen es machen, weil unsere heutige Welt uns mit Reizen überschwemmt und unsere Fähigkeit, Reize bewusst zu verarbeiten sehr beschränkt ist. Die Menge der Reize, die wir bewusst verarbeiten können, ist sehr klein. Ich behaupte immer, es sind so 7 +/- 2 Informationseinheiten. Das kommt aus der Gedächtnispsychologie und entspricht in etwa der Menge von Informationen, die wir im Kurzzeitgedächtnis halten können.

Wenn man sich vorstellt, wie viele Reize wir ständig ausblenden, dann wird klar, dass wir die meiste Zeit im Autopilot leben, sprich unbewusst. Wir handeln automatisch ohne zu wissen warum. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist das Autofahren. Wenn Sie sich daran erinnern, wie schwierig es war, diesen sehr komplexen Vorgang zu erlernen: Lenken, Schalten, Beschleunigen, Bremsen, auf den Verkehr achten, vorausschauend fahren. In der ersten Fahrstunde waren Sie mit Lenken schon überfordert. Aber heute können Sie nebenher Musik hören, Singen, Rauchen, Telefonieren, etwas essen oder trinken, sich unterhalten, aufs Navi schauen und wahrscheinlich fallen Ihnen noch ein paar Dinge ein. All das geht, weil das Autofahren an sich die meiste Zeit unbewusst/hochautomatisiert abläuft.

Wir kämen ohne unseren Autopiloten nicht durchs Leben. ABER, wir können ihn jeder Zeit abschalten. Meist wird es dann erstmal etwas holprig, aber dann können wir entscheiden, ob wir etwas weiter wie bisher machen wollen, oder ob wir es ändern wollen. Ändern bedeutet, sich des bisherigen Verhaltens bewusst werden, in sich hineinspüren, ob es sich für einen noch gut und gesund anfühlt oder eben nicht. Wenn es sich krankmachend anfühlt, dann können Sie entscheiden, wie Sie es in Zukunft anders machen möchten und dann heißt es üben, üben, üben.

Nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit und überlegen, an welcher Stelle Sie in Ihrem Leben einem Autopiloten vertrauen, der vielleicht nicht mehr zeitgemäß ist. Ein guter Hinweis sind starke emotionale Reaktionen.

Wenn Sie zum Beispiel total genervt sind, wenn Ihre Kollegin Ihnen zum dritten Mal erzählt wie unglücklich sie in ihrer Ehe ist, dann achten Sie einmal darauf, woher Sie diese Situation und Ihr Gefühl kennen. Na? Fündig geworden? Haben Sie das Gefühl, immer zuhören zu müssen – wie damals bei Ihrer Mutter – und haben eigentlich keine Lust mehr darauf und empfinden dieses Verhalten Ihrer Kollegin als grenzüberschreitend -wie damals bei Ihrer Mutter – und werden deswegen sauer?

Jetzt können Sie anfangen, mit der Kopfkino-Technik ein neues Verhalten einzuüben. Zum Beispiel, indem Sie ihrer Kollegin sagen: „Weißt Du, ich kann nachvollziehen, dass Du in Deiner Ehe unglücklich bist. Wie wäre es, Du änderst etwas? Davon, dass Du mir weiter davon erzählst, wird es nicht besser.“ Oder „Ich kann nachvollziehen, dass Du in Deiner Ehe unglücklich bist, aber Du hast es mir jetzt dreimal erzählt und es tut mir nicht gut, wenn Du es mir nur erzählst, aber nichts unternimmst, um es zu ändern. Wenn Du etwas ändern willst, bin ich gerne für Dich da, aber ich habe keine Lust, mir die gleiche Geschichte weiter anzuhören.“

Überlegen Sie, was Sie gerne sagen würden und üben es im Kopf. Achten Sie dabei darauf, wie es Ihnen mit dem neuen Verhalten im Kopf geht. Verändert sich etwas?
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Prieß, Dr. med. Mirriam (2014). Finde zu Dir selbst zurück! Wirksame Wege aus dem Burnout. München: Südwest Verlag.

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