"Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung" – Stefanie Rösch, 2013

Posts zum Tag "Wahrheitssinn"

Impulse und Zitate (30)

11.06.2016 Veröffentlicht von Impulse und Zitate 1 Kommentare

Als ich mich zu lieben begann –
Charlie Chaplins Rede zu seinem 70sten Geburtstag am 16. April 1959

AS I BEGAN TO LOVE MYSELF ~
Charlie Chaplin’s speech on his 70th Birthday, April 16, 1959

As I began to love myself I found that anguish and emotional suffering are only warning signs that I was living against my own truth.

Als ich mich zu lieben begann fand ich heraus, dass Schmerz und emotionales Leid nur Warnzeichen dafür sind, dass ich entgegen meiner eigenen Wahrheit lebe (Wahrheitssinn, AG: Wahrheitssinn)      

Today, I know, this is „AUTHENTICITY“.

Heute weiß ich, dass es darum geht, authentisch zu sein.

As I began to love myself I understood how much it can offend somebody as I try to force my desires on this person, even though I knew the time was not right and the person was not ready for it, and even though this person was me.

Als ich mich zu lieben begann, verstand ich, wie sehr andere sich dadurch angegriffen fühlen, wenn ich ihnen meine Sehnsüchte aufzwang, obwohl ich wusste, dass es weder die richtige Zeit war, noch mein Gegenüber dafür bereit war und auch wenn ich es selbst war.

Today I call it „RESPECT“.

Heute nenne ich das Respekt haben.

As I began to love myself I stopped craving for a different life, and I could see that everything that surrounded me was inviting me to grow.

Als ich begann mich selbst zu lieben, hörte ich auf, mit nach einem anderen Leben zu sehnen. Stattdessen konnte ich sehen, dass alles um mich herum mich dazu einlud zu wachsen.

Today I call it „Maturity“.

Heute nenne ich das persönliche Reife.

As I began to love myself I understood that at any circumstance, I am in the right place at the right time, and everything happens at the exactly right moment. So I could be calm.

Als ich begann mich selbst zu lieben verstand ich, dass ich unter allen Umständen und zu jedem Zeitpunkt am richtigen Ort war und alles zum genau richtigen Zeitpunkt geschah. So konnte ich gelassen sein.

Today I call it „SELF-CONFIDENCE“.

Heute nenne ich das Selbstbewusstsein.

As I began to love myself I quit steeling my own time, and I stopped designing huge projects for the future. Today, I only do what brings me joy and happiness, things I love to do and that make my heart cheer, and I do them in my own way and in my own rhythm.

Als ich begann mich selbst zu lieben hörte ich auf, mir selbst Zeit zu stehlen und riesige Projekte für die Zukunft zu planen. Heute tue ich nur, was mir Freude und Spaß bereitet, Dinge, die ich liebe und mein Herz hüpfen lassen. Ich tue sie auf meine Art und in meiner eigenen Zeit.

Today I call it „SIMPLICITY“.

Das nenne ich heute, ein einfaches Leben führen.

As I began to love myself I freed myself of anything that is no good for my health – food, people, things, situations, and everything the drew me down and away from myself. At first I called this attitude a healthy egoism.

Als ich begann mich selbst zu lieben, trennte ich mich von allen Dingen, die nicht gut waren für meine Gesundheit: Essen, Menschen, Dinge, Situationen und alles, was mich von mir selbst entfernte und mich runterzog. Zuerst nannte ich das gesunden Egoismus.

Today I know it is „LOVE OF ONESELF“.

Heute weiß ich: das ist Selbstliebe.

As I began to love myself I quit trying to always be right, and ever since I was wrong less of the time.

Als ich mich zu lieben begann hörte ich auf, immer Recht haben zu wollen und seitdem lag ich seltener falsch.

Today I discovered that is „MODESTY“.

Heute entdeckte ich dass das Bescheidenheit ist.

As I began to love myself I refused to go on living in the past and worry about the future. Now, I only live for the moment, where EVERYTHING is happening.

Als ich begann mich zu lieben weigert ich mich, weiterhin in der Vergangenheit zu leben und mir Sorgen über die Zukunft zu machen. Heute lebe ich in der Gegenwart, dort wo alles geschieht.

Today I live each day, day by day, and I call it „FULFILLMENT“.

Heute lebe ich jeden Tag, Tag für Tag und nenne das Erfüllung.

As I began to love myself I recognized that my mind can disturb me and it can make me sick. But As I connected it to my heart, my mind became a valuable ally.

Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, dass meine Gedanken mich verunsichern und krank machen können. Aber als ich mich mit meinem Herz verband bekam ich einen wertvollen Verbündeten.

Today I call this connection „WISDOM OF THE HEART“.

Heute nenne ich diese Verbindung die Weisheit des Herzens.

We no longer need to fear arguments, confrontations or any kind of problems with ourselves or others. Even stars collide, and out of their crashing new worlds are born.

Wir müssen uns nicht länger vor Argumenten fürchten oder Konflikten oder irgendeinem Problem mit uns selbst oder anderen. Sogar Sterne stoßen zusammen und aus diesem Zusammenstoß entstehen neue Welten.

Today I know THAT IS „LIFE“!

Heute weiß ich: Das ist Leben.

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Übersetzung aus dem Englischen von Stefanie Rösch

Achtung Gott: Noch mehr Sinn: Wahrheitssinn

17.04.2016 Veröffentlicht von Achtung Gott! 0 Kommentare

Dann, nachdem er (Jesus) sich mit ihnen zum Essen niedergelassen hatte, nahm er das Brot und sprach das Dankgebet. Er brach das Brot in Stücke und gab es ihnen. Da fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen und sie erkannten ihn. Im selben Augenblick verschwand er vor ihnen. Sie sagten zueinander: »War unser Herz nicht Feuer und Flamme, als er unterwegs mit uns redete und uns die Heiligen Schriften erklärte?« (Lukas 24, 30–32)

Genau so erlebe ich es, wenn ich spüre, dass Gott zu mir spricht oder etwas die Wahrheit ist. Das ist unser Wahrheitssinn für Gottes Wahrheit. So wie wir in unserem Alltag spüren, ob wir angelogen werden oder nicht, so spüren wir, wenn Gott uns eine Wahrheit mitteilt.

Auch im Glaubensleben ist Wahrheit etwas, dass wir prüfen können und sollten. Es geht nicht darum, unkritisch alles zu glauben. Jeder ist eingeladen zu hinterfragen, denn als Ebenbilder Gottes können wir wissen, wenn wir es mit der Wahrheit zu tun haben. Die Wahrheit, Gottes Wahrheit kann uns helfen uns zu entwickeln. Das geht nur über die Auseinandersetzung und das geht nur über Fragen und Diskussion.

Wir können Lügen entlarven, wenn wir uns trauen, eine Behauptung zu Ende zu denken. An dieser Stelle fallen mir all die Täterlügen ein. „Du bist selbst schuld“, „Dir glaubt sowieso keiner“ und wie sie alle heißen. Aber wenn man sich traut, diese Aussagen zu überprüfen, indem man sich klar macht, dass man nur Schuld für etwas haben kann, dass man auch kontrollieren kann (Warum dann Schuldgefühle?), wozu Tätergewalt sicher nicht gehört – dann ist klar, dass „Du bist selbst schuld“ eine glatte Lüge ist. Das gleiche gilt für „Dir glaubt sowieso keiner“. Wenn man diese Behauptung überprüft, indem man mehreren Menschen erzählt, was man erlebt hat, dann wird man feststellen, dass es in dieser absoluten Formulierung eine Lüge ist.

Allerdings gibt es eine ganze Reihe psychologischer Gründe, eine unbequeme Wahrheit zu überhören, sie nicht hören zu wollen oder sich der Erkenntnis zu entziehen. Zum Beispiel, weil wir nicht glauben wollen, dass Gewalt in unserer Nachbarschaft oder in unserer Stadt stattfindet, weil wir – würden wir die Wahrheit glauben, aufgefordert wären, uns entsprechend zu verhalten und Unrecht aufzudecken, was uns Angst machen kann, also ist es besser, so zu tun, als würde es die Gewalt nicht geben. Ein nachvollziehbarer, menschlicher Grund, die Wahrheit nicht sehen zu wollen.

Genauso können wir uns einer Wahrheit von Gott verweigern, aus Angst. Gerade heute bekam ich von einem jungen Mann einen spannenden Gedanken dazu: Wieso müssen manche Menschen so sehr darum kämpfen, um anderen zu beweisen, dass es Gott nicht gibt? Es könnte ihnen doch einfach egal sein. Aber das ist es nicht. Sie kämpfen und versuchen sich selbst und andere davon zu überzeugen, dass … ja was? Dass es Gott nicht gibt? Aber kann ich denn gegen etwas ankämpfen, das nicht existiert?

Wir können Wahrheit erkennen, vor allem im persönlichen Gespräch mit Gott. Wir können auch entscheiden, nicht hinzuhören. Wir haben eine Wahl. Es ist nicht so, dass Gott uns die Wahrheit ins Gesicht schreit, auch wenn er das könnte, sondern manchmal ist es nur ein Flüstern, ein Ahnen. Doch dann wieder ist es so deutlich wie es für die Jünger nach der Auferstehung war: Deutlich sichtbar, ein Brennen im Herzen, Flammen der Wahrheit in den Eingeweiden, die man nicht ignorieren kann.

„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“
(2. Mose 20, 16)

Nicht nur, dass wir Wahrheit erkennen können, wir sind auch aufgerufen, ehrlich zu sein und die Wahrheit zu sagen. Das ist im Alltag nicht immer so leicht. Und gerade in Situationen, in denen wir keine Macht haben, kann der einzige Weg, sich nicht ununterbrochen ohnmächtig zu fühlen sein, sich mit einer Lüge ein bisschen Vorhersehbarkeit zu erkaufen. Wieder ist die Rede von einem Umfeld voller Gewalt und nicht von dem Leben der meisten Menschen. Ich bin sicher, dass Gott dafür großes Verständnis hat. Er sieht jeden Einzelnen in seiner Not und weiß genau, warum wir uns so verhalten.

Die wir in Sicherheit leben, sind zur Wahrheit aufgerufen und trotzdem ist klar, dass uns das nicht immer gelingt, wir uns nicht immer trauen oder einfach keine Lust auf die Konsequenzen haben, die es haben kann, wenn wir unserem Chef sagen, dass wir seinen Führungsstil unangemessen finden oder das Outfit einer Freundin bedenklich.

Gut, dass wir einen barmherzigen Gott haben, der lächelnd zuschaut, uns mit einem schlechten Gewissen ermahnt, um uns dazu aufzumuntern, es jeden Tag wieder aufs Neue zu versuchen. Wie wir das hinkriegen können?

Ich erinnere mich dann daran:

„Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, bereit einzutreten für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.“ (Epheser 6, 13–17)

Und daran:

Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
(Johannes 8, 30–36)

Das macht mir immer wieder Mut, meinen Wahrheitssinn zu schärfen und für die Wahrheit einzutreten. Was ist Ihre Methode?

 

Noch mehr Sinn: Schönheitssinn

09.09.2015 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

Finden Sie es nicht auch erstaunlich, dass jeder Mensch einen Sinn dafür hat, zu erkennen, dass etwas schön ist? Wir alle haben einen Sinn für Ästhetik. Wir sind aufgrund unserer Lebensumstände nicht immer in der Lage, Schönheit wahrzunehmen oder uns mit Schönheit zu beschäftigen, aber wir können sie erkennen, wenn wir uns die Zeit dafür nehmen. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der angesichts von Bergmassiven nicht ein Gefühle von Staunen empfindet, oder angesichts eines Wales, der aus den Tiefen des Ozeans hervorschießt. Wer kann nicht vor einem Feld Sonnenblumen oder vor einer Landschaft mit Seen, Feldern und alten Gemäuern sprachlos stehenbleiben und den Anblick geradezu trinken, aufsaugen in sein Innerstes, seine Seele. Wir nennen es gerne: Die Seele tankt auf. Es tut uns gut, Schönheit zu sehen, Schönheit zu spüren. Ob es ein leckeres Essen ist, ein ansprechendes Parfum, der perfekte Anblick einer Lieblingsblume oder auch die anmutigen Bewegungen einer Raubkatze oder einer Tänzerin, wir spüren das Besondere, das Schöne daran und Schönheit berührt uns.

Wie alles im Leben ist auch unser Schönheitssinn etwas, dass durch unsere Erfahrungen geprägt und verzerrt wird.

Neulich machte mich ein Freund auf folgende absolut sehenswerten und überdenkenswerten Videos aufmerksam:

Sag „ja“ zu deiner Schönheit:

Was wir weitergeben:

Ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist schön:

Neben dem, dass wir Schönheit um uns herumerkennen in Landschaft, Tieren und Menschen, stellt sich die Frage, ob wir uns selbst schön finden können.

Meine Vermutung ist, dass vor allem viele Frauen wie in den Videos deutlich wird, nicht mit der Vorstellung groß werden, sie wären schön. Weder äußerlich und oft noch viel weniger innerlich. Unsere äußere Schönheit hängt so sehr an den sogenannten Schönheitsidealen, die uns von Kunst und heute Werbung und Marketing um die Augen gehauen werden. Ziel dieser Ideale ist es, uns das Gefühl von Minderwertigkeit zu geben, damit wir das entsprechende Produkt kaufen, weil wir ebenso begehrenswert und schön sein wollen, wie die Personen in den Werbeauftritten. Ist das so? Prüfen Sie den Gedanken für sich mit ihrem Wahrheitssinn.

Wie kann also eine Frau mit ein paar Kilos zu viel sich schön finden, wenn Models eher eine magersüchtige Grundfigur haben? Wie können Frauen sich schön finden, wenn ihre äußerliche Erscheinung, vor allem, wenn sie hübsch sind – und alle jungen Mädchen sind auf ihre Art hübsch – oft genug Anlass dafür ist, Opfer von männlicher Gewalt zu werden. Man muss sich nur mal vorstellen, dass 58% der deutschen Frauen sexuelle Belästigung kennen. Jede zweite. Und das ist „nur“ sexuelle Belästigung. Von den schlöimmeren Formen männlicher Gewalt gegen Frauen, wollen wir an der Stelle gar nicht reden. Wen es interessiert, kann das hier downloaden und nachlesen. Wie können Frauen da selbstbewusst mit ihrer Körperlichkeit umgehen oder sich gar schön finden?

Und was ist mit unserer inneren Schönheit? Liegt nicht gerade in der Einzigartigkeit eines jeden Menschen seine unbeschreibliche Schönheit? Als Psychologin bin ich immer wieder davon fasziniert und freue mich gerade an dieser inneren Schönheit. Je freier Menschen werden, desto mehr beginnen sie zu leuchten, desto schöner werden sie. Das ist so wie ein Tänzer, der hart daran arbeitet jede Bewegung bewusst zu vollziehen, bis sie perfekt abläuft, um dann so lange zu trainieren, bis die Bewegung ohne Bewusstsein ablaufen kann und dadurch wieder anmutig wird.

Im Grunde ist es mit der Psychologie von Menschen genauso. Wenn man gifitge Gedanken bearbeitet ist es roh, anstrengend, blutig, es schmerzt, es hat etwas davon, einen Garten umzuwühlen, um das ganze Unkraut zu entfernen und den Müll zu entsorgen, der dabei zu Tage tritt. Aber je mehr man übt, desto leichter geht es und wenn man es geschafft hat, sich selbst davon zu überzeugen, dass man liebenswert oder eben auch schön ist, dann kann der Garten anfangen zu blühen und Schönheit hervorbringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein englischer Garten oder eine verwilderte Blumenwiese ist oder ein Schrebergarten mit einem Gewächshaus. Alles ist schön.

Sie sind auch schön! Wussten Sie das schon? Und glauben Sie es?

DSC_0073(c) 2015, Anke Rösch

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