"Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung" – Stefanie Rösch, 2013

Posts zum Tag "Mentales Training"

Noch mehr Sinn: Frohsinn 2: Wie trainieren Sie glücklich zu sein?

11.01.2016 Veröffentlicht von Strategien 0 Kommentare

Hier eine super Vorlesung zu diesem Thema. Vera F. Birkenbihl hält eine unterhaltsame und lustige Vorlesung zum Thema Humor. Mit einigen sehr pragmatischen Übungen, wie man es sich im Leben leichter machen kann.

Es lohnt sich, die Übungen mitzumachen. Viel Spaß dabei!

Leserfrage: Werde ich beim Gerichtsprozess wieder alle Trauma-Symptome haben?

30.10.2015 Veröffentlicht von Leserfragen 0 Kommentare

Ich wurde vor einem halben Jahr vergewaltigt. Mir ging es am Anfang sehr schlecht und ich wusste nicht, was mit mir los war. Ich musste am Tattag zur Kripo, in die Klinik usw. Das war soweit OK. Am nächsten Tag war dann nichts mehr wie vorher. Ich konnte nicht richtig sprechen, der Film lief wie in einer Dauerschleife usw. Hilfe konnte ich mir am Anfang nicht holen, weil mir auch in der Klinik auf Station alle gefährlich vorkamen. 3 Monate später bin ich dann doch nochmal in die Klinik gegangen. Heute geht es mir relativ gut. Aber nächsten Monat ist der Prozess. Wenn ich den Täter sehe, glauben Sie, dass dann alles wieder zurück kommt?

Lieber Leserin,

rechnen Sie mal damit, dass wenn Sie den Täter sehen, Ihr Hirn eine Alarmreaktion macht, was ja grundsätzlich sinnvoll ist, weil dieser Mann ja gefährlich war.

Allerding ist die Situation heute ja eine andere. Es sind andere Menschen da. Menschen, die nicht zulassen werden, dass er Ihnen noch einmal etwas antut.

Es lohnt sich, sich gut auf den Prozess vorzubereiten:

  • Schauen Sie sich den Gerichtssaal vorher einmal mit einer vertrauten Person, evtl. Rechtsanwalt an, damit Sie die Abläufe kennen und alles schon einmal gesehen haben. Dann können Sie sich überlegen, wie Sie aus dem Raum kommen, wenn Ihnen alles zu viel wird.
  • Gehen Sie für den Prozess an Ihren sicheren Ort.
  • Ziehen Sie ein Liebeskleid an.
  • Nehmen Sie Personen des Vertrauens mit (Rechtsanwalt sollte ja da sein, wenn Sie Nebenklägerin sind, Freunde, Partner, Therapeut(in))
  • Überlegen Sie sich, was passieren kann, was Ihnen Sorge macht und wie Sie damit umgehen wollen. Machen Sie einen mentalen Plan für schwierige Situationen wie zum Beispiel die Befragung durch den Richter oder blöde Bemerkungen durch den Verteidiger oder Blicke des Täters. Zum Beispiel könnten Sie sich vornehmen, jede Frage, die der Verteidiger Ihnen stellt, erstmal in eigenen Worten wieder zu geben, ob Sie verstanden haben, was er wissen will. Dann merken Sie trotz Anspannung vielleicht schneller, wenn er eine doofe Frage stellt und können sich besser schützen. Überlegen Sie sich Antworten, Gegenfragen, und auch, was Sie tun, wenn Sie eine Erinnerungsattacke (Flashback) haben sollten, was möglich ist.
  • Überlegen Sie, was Sie sonst noch brauchen, um sich im Gerichtssaal und im Wartebereich wohl zu fühlen. Etwas zu trinken? Lieblingskleidung, Kaugummi, etwas Süßes, einen angenehmen Geruch?

Je besser Sie vorbereitet sind, desto besser werden Sie den Prozess schaffen. Sie werden wissen, dass Sie die Situation beeinflussen können und Sie für Ihre Sicherheit sorgen können.
Ich wünsche Ihnen viel Kraft dafür.

Innere Wahrheiten, Glaubenssätze und Affirmationen. Hä?

24.10.2014 Veröffentlicht von Definitionen 0 Kommentare

Bevor als nächster Artikel „Innere Wahrheiten, unser Autopilot und wie man ihn abschalten kann“ erscheint, dachte ich mir, es wäre sinnvoll, einmal kurz zu definieren, wovon wir da reden. Denn alle drei Begriffe beschreiben das gleiche Phänomen, das gleiche menschliche Verhalten.

Ein Glaubenssatz ist eine Haltung wie zum Beispiel „Ich stehe immer an der falschen Kasse“ oder „Niemand liebt mich“ oder „Nur wenn ich dafür sorge, dass es anderen gut geht, bekomme ich Liebe“ oder etwas Ähnliches. Jeder hat diese Glaubenssätze. Sie helfen uns durchs Leben zu kommen und deswegen glauben wir diese Sätze, diese Haltungen. Als Ergebnis suchen wir Informationen in unserer Umwelt, die uns bestätigen, was wir sowieso schon immer wussten: „Niemand liebt mich, ich bin nicht liebenswert. Wenn mir eine Frau sagt, dass sie mich liebt, dann hat sie bestimmt Hintergedanken, sie meint das nicht, sie kann es nicht meinen. Wenn sie mich wirklich lieben würde, dann würde sie IMMER Rücksicht auf mich nehmen.“

Sie wissen, dass dieser Gedankenfluss einen gravierenden Denkfehler enthält: das „immer“. So schafft sich der Denker von „Niemand liebt mich, ich bin nicht liebenswert“ die besten Chancen, seine Überzeugung bestätigt zu bekommen. Denn NIEMAND kann IMMER Rücksicht nehmen. Das bedeutet, in dem Moment, in dem der eine Fehler geschieht, sieht der Denker von „Ich bin nicht liebenswert“ den Beweis, dass er Recht hat. Damit bestätigt er sich seinen Glaubenssatz, seine Überzeugung. Bestätigen heißt lateinisch affirmare, daher der Begriff Affirmation, etwas, dass ich mir selbst bestätige und bekräftige.
Natürlich ist der Denker von „Ich bin nicht liebenswert“ nicht nur davon überzeugt, dass diese Feststellung stimmt, er weiß genau, dass es so ist, es ist seine Innere Wahrheit, die er nicht anzweifeln wird. Oder werden Sie ohne Beweise anzweifeln, dass die Erde rund ist und auf den Tag die Nacht folgt?

Auf der anderen Seite: Folgt nicht auf die Nacht der Tag? Was Sie nun glauben, entscheiden Sie selbst. Zwei Techniken, Glaubenssätze, Innere Wahrheiten und Affirmationen zu ändern sind das Kopfkino und der Umgang mit giftigen Gedanken.

Viel Erfolg!

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