„Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung“ – Stefanie Rösch, 2013

Posts zum Tag "Sicherheit"

Achtung Gott: Das Bedürfnis der Schöpfung nach Gleichgewicht

06.11.2014 Veröffentlicht von Achtung Gott! 0 Kommentare

„Die Erde strebt nach Balance, aber erreicht sie nie.“  (2012, Iain Riddick)

„Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“
(1. Mose 1, 31)

Die Erkenntnis, dass die Erde nach Balance strebt, stammt aus einer Dokumentation die ich vor kurzem gesehen habe. Ich dachte sofort: Gottes Schöpfung strebt nach Gleichgewicht, aber erreicht es nie. So wie wir. Leider ist die Dokumentation nicht mehr online verfügbar.

Gott schuf am 4. Tag die Zeit, indem er „Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre“ setzte (1. Mose 1,14). Alles, was sich anzieht und abstößt und trennt von einander sind Pole von Dingen, die sich ergänzen und durch ihre Bewegung in Zeit und Raum ein Ganzes sind.

Erst gestern dachte ich noch, dass auch unsere Grundbedürfnisse nach Balance streben und sie nicht dauerhaft erreichen, auch wenn wir es nicht unbedingt wahrnehmen. Hunger und Durst sind nur für wenige Stunden gestillt. Wir haben eine Toleranz, innerhalb derer wir uns bewegen und die wir als „satt“, sprich im Gleichgewicht empfinden, aber so ist es mit dem Wetter ja auch. Es gibt gute Tage und trotzdem geschieht ständig Veränderung, auch wenn der Zyklus so langsam abläuft, dass wir ihn nicht wahrnehmen können. Der Zyklus des Planktons verläuft in Millionen von Jahren, bis es vom Meeresboden an die Oberfläche kommt und als Saharasand den Boden der Welt düngt.

Unsere körperlichen Bedürfnisse nehmen wir sehr schnell wahr. Wärmeverlust vielleicht am schnellsten, Durst für gewöhnlich schneller als Hunger, Schlaf nach ein paar Stunden. Auch das Bedürfnis nach Sexualität, Nähe und Zärtlichkeit taucht immer wieder auf.

Emotionale Bedürfnisse streben ebenfalls danach, im Gleichgewicht zu sein, und wir erreichen sie selten. Das Bedürfnis nach Liebe, Wertschätzung, Sicherheit, alle haben ihre Zyklen, seien sie auch lang. Emotionale Bedürfnisse haben sicher längere Zyklen als unsere körperlichen Bedürfnisse. Aber wären es keine Bedürfnisse, würde uns die fehlende „Nahrung“ auf Dauer nicht krank machen können. So wie der Körper auf Mangel mit entsprechenden Mangelerscheinungen reagiert, so reagiert unsere Seele auch auf Mangel an Liebe, Sicherheit und Wertschätzung. Gravierende Mangelerscheinungen nennen wir dann psychische Störung.

So bleiben wir am Suchen, so wie wir immer wieder neu nach Gott suchen dürfen, so müssen wir immer wieder neu nach Balance suchen, in unseren Beziehungen und in uns selbst.

Alleine die Vorstellung, dass selbst auf atomarer Ebene ständig Bewegung ist, führt mir klar vor Augen, dass Balance nicht unser natürlicher Zustand ist, sondern Spannung und Veränderung. Das Ungleichgewicht ist unser natürlicher Zustand. Wir sind dafür gemacht, Spannung auszuhalten, damit umzugehen und entsprechende Veränderungen vorzunehmen.

Und doch sehnen wir uns so sehr nach Stillstand, nach Ruhe, nach Stabilität und fürchten uns aus unterschiedlichen Gründen vor der Veränderung. Dabei sind wir genau dafür und daraus geschaffen.

Her mit der Ohnmacht! – Über den Sinn und Unsinn von Schuldgefühlen

25.01.2014 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle 0 Kommentare

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wozu Schuldgefühle gut sind? Für Sie sind diese Gedanken und Gefühle lästig und störend, aus psychologischer Sicht sind sie eine Überlebensstrategie und erfüllen eine wichtige Funktion. Sie geben uns Sicherheit.

Sicherheit, werden Sie fragen? Ja, Sicherheit. Wenn Sie Sich für etwas schuldig fühlen, dann glauben Sie doch, dass Sie etwas Negatives zu verantworten haben. Oder? Wenn Sie Sich schuldig fühlen, dann glauben Sie doch, etwas Negatives bewirkt zu haben, es ausgelöst, es irgendwie gemacht zu haben.

Wenn Sie etwas gemacht haben, dann haben Sie doch entschieden, es zu machen, oder nicht? Wenn Sie es entschieden haben, können Sie auch entscheiden, es nicht mehr zu tun. Das bedeutet, wenn Sie etwas Negatives verursacht haben, für das Sie Sich dann schuldig fühlen, dann können Sie in Zukunft entscheiden, es nicht mehr zu tun.

Und das bedeutet, wenn Sie Sich entscheiden, etwas nicht mehr zu tun, dass dann das Negative auch nicht mehr passieren kann.

Alles logisch soweit, oder?

Ein Beispiel: Wenn Sie in einer Bank arbeiten und zum Geburtstag eines Familienmitglieds wollen, werden Sie einen Kollegen fragen, ob er Ihre Schicht an der Kasse übernehmen kann. Der Kollege sagt zu und einen Tag später erfahren Sie, dass die Bank überfallen und Ihr Kollege dabei schwer verletzt wurde.

Viele Betroffene in ähnlichen Situationen glauben, dass Sie am Unglück des Kollegen schuld sind. Sie fühlen Sich, als hätten Sie ihn selbst und eigenhändig verletzt. Sie glauben, wenn Sie nicht gefragt hätten, die Schicht zu tauschen, dass dann nichts passiert wäre.

Der Denkfehler besteht nur darin, dass all das nicht passiert wäre, wenn der Bankräuber entschieden hätte, den Banküberfall nicht zu machen. Das allein ist die Ursache dafür, dass der Kollege verletzt wurde. Dass es den Kollegen erwischt hat, war Zufall, wären Sie dagewesen, hätte es Sie erwischt oder vielleicht eine andere Person. Allein der Bankräuber hätte verhindern können, dass niemand zu Schaden kommt, indem er den Raub gar nicht erst unternommen hätte.

Es gibt viele Beispiele, in denen wir glauben – man kann schon fast sagen, uns einbilden – etwas bewirkt zu haben, auf das wir keinerlei Einfluss hatten. Immer dann, wenn Sie Sich schuldig fühlen, sollten Sie gut prüfen, ob Sie es tatsächlich hätten verhindern können und wer die echte, unmittelbare Ursache für etwas gesetzt hat.

Wenn es kein Unfall ist, dann ist es immer der Täter, der die volle Verantwortung für die Folgen seines Tuns hat.

Aber unser Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle (Grundbedürfnisse) ist so groß, dass wir uns lieber schlecht, schuldig fühlen, weil wir uns einbilden, etwas verursacht zu haben, auf das wir keinen Einfluss hatten, als zu akzeptieren, dass es Dinge im Leben gibt, denen wir ohnmächtig ausgeliefert sind.

Üben Sie Sich darin zu akzeptieren, dass Ohnmacht zum Leben dazu gehört. Ja, wir haben Einfluss auf unser Leben. Ich stelle mir immer vor, dass ich in 80% meiner Lebenssituationen beeinflussen kann, wie diese Situationen verlaufen. Wahrscheinlich ist auch diese Annahme noch ziemlich „größenwahnsinnig“.

Aber bei 80% Kontrolle, gibt es eben auch 20% Ohnmacht. Und immer, wenn mir eine Situation begegnet, die schlecht läuft, prüfe ich gut, ob ich es wirklich hätte beeinflussen können oder aber diesmal eine 20%-Ohnmacht-Situation erlebe. So muss ich mich nicht dauerhaft schuldig fühlen für etwas, auf dass ich nie Einfluss hatte, sondern muss für die Dauer der Situation aushalten, dass ich keinen Einfluss habe. Das ist auch unangenehm, aber weniger größenwahnsinnig und dauert deutlich kürzer. Denn wenn die Ohnmachts-Situation vorbei ist, kann ich wieder Einfluss nehmen. Dann kann ich wieder für meine Sicherheit sorgen und mich gut dabei fühlen.

Grundbedürfnisse, Teil 4: Orientierung

13.11.2013 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle, Strategien 0 Kommentare

Im letzten Artikel ging es um die Lebensgefahr und die Unsicherheit, die daraus entsteht. Sie konnten ein paar Ideen bekommen, was Sie tun können, um Sich wieder sicher zu fühlen. Ein anderer Grund, warum wir uns unsicher fühlen, ist fehlende Orientierung. Darum soll es heute gehen.

Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.Orientierung vermittelt Ihnen ein Gefühl von Sicherheit, weil Sie eine Vorstellung davon haben oder glauben zu wissen, was in der unmittelbaren oder auch in der weiteren Zukunft passieren wird. Um Orientierung und damit Ihr Sicherheitsgefühl wieder herzustellen, benötigen Sie Informationen. So sind Schilder, Karten und Navigationsgeräte Instrumente der Orientierung. Sie haben das Gefühl, jeder Zeit wieder nach Hause oder an Ihr Ziel finden zu können. Unser Wissen über Abläufe gibt uns Sicherheit. Egal wo auf der Welt Sie in ein Restaurant gehen, ein Teil der Abläufe ist immer gleich, etwa: Platz finden, Bestellen, Essen, Bezahlen. Oder denken Sie an das Einkaufen: Ware anschauen, Ware wählen, bezahlen,  Ware mitnehmen.

Weil Menschen diese Abläufe kennen, trauen sie sich überall auf der Welt für ihre Nahrung zu sorgen oder einzukaufen. So wird Reisen erst möglich.

Wenn Sie in eine Situation kommen, die Sie bisher noch nicht erlebt haben, dann werden Sie es immer als wohltuend und beruhigend empfinden, wenn Ihnen jemand sagt, wie das „hier“ abläuft. Deswegen bekommen Sie heute von Ärzten viel öfter erklärt, was genau mit Ihnen passiert und welche Untersuchungen gemacht werden. Ein guter Arzt wird bei Kindern heute jeden Handgriff ankündigen, damit das Kind sich während einer Untersuchung möglichst sicher fühlen kann. Oder gehen Sie auf ein Amt. Es ist beruhigend, wenn die Mitarbeiterin vom Sozialamt Ihnen erklärt, wie Sie zu Ihrem Lebensunterhalt kommen.

Überlegen Sie, wo Sie in Ihrem Alltag Orientierung und Informationen benötigen. Wo können Sie Orientierung und damit Sicherheit geben? Vor allem da, wo die Abläufe für Sie alltäglich sind, vergessen Sie schnell, dass die Abläufe für die Menschen, die zu Ihnen kommen, vielleicht nicht so selbstverständlich und deswegen verunsichernd sind. Geben Sie Sicherheit! Ihr Gegenüber wird es Ihnen durch einen entspannten Kontakt danken.

Weiter bei Grundbedürfnisse 5.

Grundbedürfnisse, Teil 3: Sicherheit

11.11.2013 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle 0 Kommentare

Der Kreislauf des Grundbedürfnisses Sicherheit lässt sich wie folgt wiedergeben:

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Die Spannung entsteht darüber, dass Sie Sich am Leben bedroht fühlen.
Drohende sexuelle und körperliche Gewalt lassen diese Spannung wieder und wieder entstehen. Der beste Weg damit umzugehen ist, vor dem Angreifer zu flüchten. Wenn Sie von der Gefahr/dem Angreifer weit genug entfernt sind, können Sie Sich wieder sicher fühlen. Die Zwickmühle an dieser Stelle kann zum Beispiel sein, dass ein Kind dieser Gefahr kaum aus eigener Kraft entkommen kann. Es erlebt also immer wieder, dass es am Leben bedroht ist und nichts dagegen tun kann. Es lernt, hilflos zu sein. Ja erlernte Hilflosigkeit gibt es wirklich! Hierbei handelt es sich um ein erlerntes Denkmuster indem sich die Person stehts als hilflos ansieht. Einmal erlernt, wird die betroffene Person auch dann keine Hilfe suchen oder sich selbst helfen, wenn diese eigentlich möglich wäre (Link erlernte Hilflosigkeit). Alles, was ihm bleibt, ist die Hilflosigkeit zu ertragen. Das ist ein Weg in die Depression, immer wieder hilflos zu sein und keine Möglichkeit zu haben, etwas dagegen tun zu können. Das Gleiche gilt auch für Sie als erwachsene Person. Auch Ihnen kann es passieren, dass Sie eine gefährliche Situation nicht einfach verlassen können.

Ein weiteres Problem ist, dass Ihr Warnsystem immer wieder anschlägt (siehe PTBS 2 ff), wenn Sie häufig in Lebensgefahr waren. Für das in seiner Abhängigkeit gefangene Kind bedeutet das, es erlebt neben der Machtlosigkeit ständig, dass das Warnsystem anschlägt, wenn die nächste Gefahr droht und oft genug schlägt es auch an, wenn keine Gefahr ist. Wenn die Warnreaktion eine echte Gefahr anzeigt, erlebt das Kind „sehenden Auges“, dass das Warnsystem nichts nützt, weil es der Gefahr nicht entgehen kann. Ein weiterer Grund, depressiv zu werden, oder andere schwerwiegende Folgen zu entwickeln, zum Beispiel eine Posttraumtische Belastungsstörung (PTBS).

Wenn ein Kind im Außen nicht flüchten kann, dann flüchtet es im Innen, z.B. indem es sich vorstellt, in der Wand zu verschwinden oder sich in die Ritze am Bett zu zwängen, oder indem es beginnt, alle möglichen Dinge zu zählen, die sich gerade in seinem Blickfeld befinden. Eine weitere Möglichkeit der inneren Flucht ist, sich innerlich von der lebensbedrohlichen Erfahrung zu distanzieren, Teile der Erinnerung abzuspalten (zu dissoziieren) und so vielleicht sogar eine DIS, eine Dissoziative Identität (früher Multiple Persönlichkeit) zu entwicklen. Die innere Flucht kann in der Therapie in Form eines sicheren Ortes gezielt eingesetzt werden.

Die innere Flucht funktioniert auch in einer echten Bedrohungssituation. So schilderte mir eine Seminarteilnehmerin einmal, dass ihre Mutter ihr als Kind abends immer von einer Blumenwiese erzählt hatte mit Schmetterlingen und gutem Wetter: Ein sicherer Ort mit der fürsorglichen Mutter anwesend. Als erwachsene Frau musste sie einmal zehn Minuten in einer Höhle zurückbleiben, ohne Licht, bis ihre Kollegen sie wieder abholten. Haben Sie einmal versucht, 10 Minuten in vollkommener Dunkelheit auszuharren? Ihr Gehirn wird sehr schnell anfangen, Ihnen Wahrnehmungen vorzugaukeln und Sie werden Angst, wenn nicht Panik bekommen. Deswegen ist Dunkelhaft als Art der Sinnesdeprivation eine Foltermethode. Was diese Frau jedoch tat war, sich hinzusetzen und sich auf ihre Wiese aus der Kindheit zu denken. Sie sah die Schmetterlinge, hörte das Brummen der Bienen, spürte die laue Brise und hörte die Stimme ihrer Mutter. So konnte sie sich weiter sicher fühlen bis ihre Kollegen sie wieder abholten. Die innere Flucht, das Sich-Wegdenken aus der bedrohlichen Situation an einen inneren sicheren Ort kann tatsächlich eine gute Möglichkeit sein, die eigene Hilflosigkeit auf ein Minimum zu beschränken, wenn man im Außen einer Situation nicht entgehen kann. Deswegen kann ich nur jedem empfehlen, sich einen inneren, sicheren Ort zuzulegen. Hier steht, wie es geht.

Eine andere Möglichkeit, mit Gefahren umzugehen, ist den Angreifer abzuwehren oder zu vernichten. Wenn es den Angreifer nicht mehr gibt, oder der Angreifer wegläuft, weil er Sie als stärker akzeptiert, dann kann auch wieder Ent-Spannung eintreten. Dann werden Sie Sich wieder sicher fühlen. Bis zur nächsten Bedrohung.

Wie können Sie nun dauerhaft für Ihre Sicherheit sorgen?

Es wird immer Situationen geben, in denen Sie nicht für Ihre Sicherheit sorgen können. Dazu spielen zu viele Faktoren eine Rolle dabei, ob Sie in Gefahr geraten oder nicht.

Das Risiko für lebensgefährliche Gefahren lässt sich jedoch klein halten. Vor allem, indem Sie auf Ihr Bauchgefühl hören, Ihre Intuition, Ihr Gefahrenradar. Wenn Ihr Bauchgefühl Ihnen sagt, eine Situation zu verlassen, dann folgen Sie diesem Gefühl! In all den Jahren meiner Tätigkeit habe ich nur eine Geschichte gehört, in der es dieses Gefühl vorher nicht gab. In allen anderen Geschichten hatte es die Warnung gegeben und die Person hat dieses Gefühl ignoriert.

Beschäftigen Sie Sich einmal mit dem Thema Sicherheit und tun nicht nur so, als könne einem nichts passieren. Damit meine ich nicht, dass Sie in ständiger Angst leben sollen, es könnte etwas passieren. Es ist gut und gesund zu glauben, dass wir die Welt unter Kontrolle haben und dass uns schon nichts passiert. Beschäftigen Sie Sich trotzdem einmal mit den wichtigsten, für Sie gefährlichen Situationen. Machen Sie einen Plan wie Sie sich verhalten wollen und spielen Sie diesen Plan dann im Kopf ab und zu durch (Mentales Training), damit Sie ihn parat haben.

Dazu gehören so einfach Dinge wie, Abstand von Menschen zu halten, die Sie unangenehm finden. Menschen, die rumschreien, aus dem Weg zu gehen oder ihnen zumindest nichts entgegen zu setzen, sondern sie ausschreien zu lassen.
Oder auf der Autobahn bei einer Baustelle lieber die rechte Spur zu nehmen, weil die meisten Unfälle im Übergang auf die linke, schnellere Spur passieren. Halten Sie Abstand, damit Sie und der Ihnen folgende Verkehr Zeit haben zu reagieren (Schrecksekunde). Sie können Sich überlegen, welche Wege Sie nehmen, wenn Sie in der Dunkelheit unterwegs sind und entscheiden, lieber einmal ein Taxi zu nehmen oder einen Umweg zu laufen, auf dem Sie Sich sicherer fühlen. Es kann auch hilfreich sein, einen Selbstschutzkurs zu besuchen oder eine Selbstverteidigungstechnik zu trainieren. Oder sich in Fragen Sicherheit von der Polizei beraten zu lassen (Einbruch).

An dieser Stelle ein Wort in eigener Sache. Zusammen mit einem Kollegen habe ich ein Buch für Mitarbeiter von Behörden geschrieben, in denen wir solche Pläne für 26 stressige und gefährliche Situationen zusammengestellt haben. Den Link finden Sie wie immer unten.

Also denken Sie darüber nach, welche Situationen Sie als gefährlich erleben, die Ihnen Angst machen und dann suchen Sie Sich die Informationen oder den Fachmann/Fachfrau, die Ihnen helfen können, einen guten Plan für Ihre Sicherheit zu entwickeln. Anschließend stellen Sie Sich genau vor, wie Sie reagieren wollen (Mentales Training). So trainieren Sie Ihren neuen Plan.

Weiter bei Grundbedürfnisse 4.

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Grundbedürfnisse, Teil 1: Was ist das denn?

05.11.2013 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle 0 Kommentare

Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse. Grundbedürfnisse sind Bereiche in unserem Leben, die für unsere körperliche und seelische Gesundheit überlebensnotwendig sind. Gesund sind wir und wohl fühlen wir uns, wenn wir im Gleichgewicht sind. Allerdings sind diese Bereiche in unserem Leben einem ständigen Wandel unterworfen. Die Schwankungen entstehen, weil wir Energie verbrauchen, körperliche Energie aber auch psychische Energie.

Es gibt körperliche Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlaf, Freiheit von Schmerz und Wärme. Psychische Grundbedürfnisse sind Sicherheit und Orientierung, Zugehörigkeit und Bindung, Wertschätzung und Selbstwert und viertens Neugier und Freude. Grundbedürfnisse sind überlebensnotwendig. Sie müssen erfüllt werden. Wenn sie nicht immer wieder befriedigt werden, dann hat das schwerwiegende Folgen für den Menschen bis hin zum Tod. Für psychische Grundbedürfnisse gelten die gleichen Abläufe wie für körperliche Grundbedürfnisse.

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Der allgemeine Kreislauf sieht folgendermaßen aus: Sie verbrauchen Energie, wodurch ein Mangelzustand entsteht. Diesen erleben Sie als innere Spannung. Spannung ist unangenehm, deswegen werden Sie etwas unternehmen, um die Spannung kleiner werden zu lassen. Sie setzen eine Ihrer Überlebensstrategien oder Bewältigungsstrategien ein. Das führt dazu, dass die Spannung sich ent-spannt und Sie Sich wieder wohl fühlen. Ihr inneres Gleichgewicht ist wieder hergestellt. Dadurch, dass Sie Energie verbrauchen, steigt die Spannung dann nach einer gewissen Zeit wieder an und der Kreislauf beginnt von neuem.

Hier ein Beispiel für einen körperlichen Prozess, der diesem Kreislauf unterliegt:

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Sie haben Hunger. Ihre Bewältigungsstrategie ist, etwas zu essen. Dadurch stellt sich in einem gesunden Körper das Gefühl „Ich bin satt“ ein. Die Nahrung wird im Körper wieder in Energie umgewandelt, die Sie für Bewegung einsetzen, zum Denken oder die der Körper braucht, um seine Temperatur zu halten. All das verbraucht Energie und deswegen sind Sie nach einer Weile wieder hungrig.

Jedem ist klar, dass wir verhungern, wenn wir der Spannung „Hunger“ dauerhaft nicht nachgeben. So ist es mit den körperlichen Grundbedürfnissen Essen, Trinken, Schlaf, Freiheit von Schmerz und Wärme. Wenn dem Körper die Befriedigung dieser Bedürfnisse über einen längeren Zeitraum verweigert wird, nimmt er schwerwiegenden Schaden oder der Mensch stirbt sogar nach einer Weile.

Ständig Schmerzen haben, kann einen ziemlich zermürben. Ohne Flüssigkeit sind Sie in wenigen Tagen tot, auf feste Nahrung können wir je nach körperlichen Reserven recht lange verzichten ohne Schaden zu nehmen. Das Heilfasten nutzt den Verzicht auf feste Nahrung sogar, um Gesundungsprozesse im Körper in Gang zu setzen. Nicht schlafen zu können oder wie z.B. in manch einer Foltersituation, am Schlafen gehindert zu werden, bewirkt innerhalb weniger Tage den völligen Zusammenbruch eines Menschen mit starken Störungen von Denkprozessen. Naja, und wenn wir es nicht ausreichend warm haben, erfrieren wir innerhalb weniger Stunden.

Das Nicht-Erfüllen von körperlichen Grundbedürfnissen führt über kurz oder lang zum Tod.

Welche Folgen das Nicht-Erfüllen von psychischen Prozessen hat und was Sie für Ihre psychische Gesundheit tun können, darum soll es in den nächsten Artikeln gehen.

Weiter bei Grundbedürfnisse 2.

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