„Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung“ – Stefanie Rösch, 2013

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Krisen bewältigen: Wir sind dazu gemacht

30.03.2020 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

Es gibt einen eigenen Wikipediabeitrag zum Thema psychische Krise. Wen das interessiert, der darf dort gerne nachlesen.

Für mich und meine Klientinnen und Klienten ist eine Krise eine Situation, in der unsere bekannten, üblichen Bewältigungs- oder Problemlösungsstrategien versagen. Das bewirkt im ersten Moment Verunsicherung und, wenn wir die Situation als zunehmend bedrohlich empfinden, Angst bis hin zur Todesangst. Sind wir der lebensbedrohlich empfundenen Situation über einen längeren Zeitraum hinweg ausgesetzt, kommt noch Hilflosigkeit und Ohnmacht zur Todesangst hinzu. Dann schaltet das Hirn einzelne Funktionsbereiche ab (Notabschaltung). Überlebt man diese Erfahrung, kann es sein, dass man hinterher traumatisiert ist.

Es gibt viele Formen und Definitionen von Krisen.

Aber in meinem Empfinden ist all diesen (psychischen/ psychologischen) Krisen gemeinsam, dass wir mit einer Situation konfrontiert sind, die wir als unbekannt und neu wahrnehmen. Weil die Erfahrung neu ist, haben wir den Eindruck, wir könnten nicht damit umgehen. Das betrifft die aktuelle Corona-Krise genauso wie die Krise, die entsteht, wenn ich mich durch einen Kunden bedroht fühle oder bei einem Unfall verletze oder mit jemandem auf engem Raum leben muss, der mir immer wieder Gewalt androht und Gewalt mir gegenüber ausübt.

Eine Krise ist eine gesunde Reaktion

Zentral für mich ist, dass der psychologische Zustand der Krise ein gesunder Zustand ist. Er ist in meinen Augen deswegen gesund, weil wir ihn alle erleben. Wir gehen unterschiedlich damit um. Er dauert unterschiedlich lange, aber als Menschen kennen wir ihn alle: Diesen Moment der Überforderung. Es ist die natürliche Reaktion unseres Hirns und unseres Körpers auf Unbekanntes, auf mögliche Gefahren und Veränderungen, an die wir uns anpassen müssen.

Wir alle haben die Fähigkeit, Krisen gesund zu bewältigen. Wir sind Menschen. Wir sind dafür gemacht. Wir sind anpassungsfähig.

Jede Krise wird bewältigt, indem wir etwas Neues lernen.

Natürlich sind wir in unserem Leben unterschiedlich dabei unterstützt worden, Anpassungsfähigkeit zu lernen und zu üben. Das bedeutet, der eine hat mehr Strategien und die andere weniger. Deswegen kommen wir unterschiedlich gut mit Krisen klar.

Aber im Grunde heißt es nur, dass wir für jede Krise wieder neue Strategien lernen dürfen. Darum soll es in den nächsten Tagen und mit den nächsten Beiträgen gehen.

Konzentrieren wir uns gemeinsam, auf das, was wir tun können: Wir lernen neue Strategien!

Bleiben Sie gesund, werden Sie gesund und schauen Sie wieder vorbei. Ich wünsche Ihnen Kraft in dieser Zeit.

Ihre Stefanie Rösch

Verkehrsunfälle: Hilfe finden

27.09.2019 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

Verkehrsunfälle können je nach Ausmaß für Betroffene oder unmittelbar Beteiligte Traumafolgestörungen auslösen. Etwa jede/r vierte Schwerverletze entwickelt nach einem Unfall eine ernstzunehmende psychische Beeinträchtigung1. Besonders häufig sind Angstsymptome / Fahrangst, Depressionen und die Posttraumatische Belastungsstörung.

Es ist nicht nur die Schwere der Verletzung, welche psychische Folgeschäden auslösen kann. Verkehrsunfälle, ohne sichtbare Verletzungen der Beteiligten oder großen Sachschaden, können ebenfalls eine psychische Verletzung zur Folge haben. Das direkte Umfeld kann ohne direkt am Unfall beteiligt gewesen zu sein mit den Folgen zu kämpfen haben. Im Schnitt sind 113 Personen (Familie, Freunde, Polizisten, Feuerwehr, Sanitäter…) von den Folgen eines tödlich ausgegangenen Verkehrsunfalls betroffen².

Betroffene wissen nicht unbedingt, dass ihr Befinden bereits die Schwelle zu einer psychischen Störung überschritten hat, für die professionelle Hilfe angezeigt ist. Leider ist der Gang zum Psychologen immer noch mit einem Stigma belegt, so dass Betroffene keine Hilfe holen trotz ernsthafter Probleme wie dauerhaften Schlafstörungen, Erinnerungsattacken an den Unfall, plötzlichen und unerklärlichen Ängsten in Bezug auf das Fahren, nicht mehr als Beifahrer mitreisen zu können oder keine Überholmanöver mehr zu fahren wie vor dem Unfall. Hilfe zu holen ist dann oft mit der Vorstellung verbunden, dass man als verrückt abgestempelt wird. Dabei hat die Psychotherapie in solchen Fällen erstklassige Therapiekonzepte anzubieten, die schnell Besserung bringen können.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat nun eine äußerst hilfreiche Internetseite online gestellt auf welcher viele wichtige und informative Dienste angeboten werden. Unter www.hilfefinder.de finden Betroffene, oder Angehörige von Betroffenen, übersichtlich aufbereitete Informationen.

Unter anderem bietet das Portal einen „Trauma-Check“ an. Um in Selbst- oder Fremdbeurteilung mit nachvollziehbaren Aussagen zu testen, ob man möglicherweise von psychischen Unfallfolgen betroffen ist.

Ebenso kann man sich auf der Internetseite ausgiebig über Sofort-Hilfe und passende Psychotherapeuten, sowie über Behandlungsmethoden und psychische Störungen im Allgemeinen informieren.

Was uns an dieser Seite besonders gut gefällt ist, dass auch über die Rechte von Betroffenen sowie über mögliche Kostenträger der verschiedenen Versicherungstypen aufgeklärt wird. Es werden Leitfäden für einen Erstkontakt mit psychologischen Einrichtungen, mit der Krankenversicherung und Beratungsstellen angeboten. In diesen wird ausführlich beschrieben was und wie man als Betroffener etwas unternehmen kann, um möglichst schnell ganz persönliche Hilfe zu erhalten. Wer sich also unsicher ist, ob er/sie Hilfe suchen soll, findet hier einen guten Start in diese Thematik.

Psychotherapeuten finden auf dieser Seite interessante Veröffentlichungen zum Thema Unfallfolgen. Unter dem Reiter „Forschung“ kann man sich über allgemeine Zahlen und den Stand der aktuellen Forschung informieren.

Unser Fazit: Tolle, gut strukturierte und informative Internetseite, die Betroffenen einen guten Überblick über ihre aktuelle Situation und Wege aus der Krise aufzeigt. Sie macht Mut und regt zu „Hilfe zur Selbsthilfe“ an.

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1AUERBACH, K. (2014). Psychische Folgen von Verkehrsunfällen. Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen. Unterreihe Mensch und Sicherheit (M 245). Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW.

²DVR Report, Fachmagazin für Verkehrssicherheitsarbeit, 2/2017, S. 8

Die Angst der Täter und ihr ganz persönlicher Denkfehler

08.06.2019 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

Wem es noch nicht aufgefallen ist: Täter haben Angst. Immer. Sie haben ein schlechtes Gewissen. Jeder Täter weiß, dass er etwas tut, was er nicht darf. Sonst würde er es nicht im Verborgenen tun. Er müsste sich auch keine Mühe damit machen, sein Opfer zum Schweigen zu bringen und das mit allen Mitteln. Wozu die ganzen Drohungen, die Gehirnwäsche, die Drogen und die Folter, wenn es doch rechtens ist, was man tut? Wenn es okay wäre, dann wäre es vom Gesetz nicht verboten. Das wissen Täter.

Ihr schlechtes Gewissen macht ihnen Angst. Sie leben in der ständigen Angst, entdeckt zu werden. Sie leben in der Angst, von ihren Opfern und von uns als Gesellschaft, überführt zu werden. Auch wenn es Straftaten gibt, die schwer nachzuweisen und noch schwerer zu verurteilen sind. Das ändert an der Angst der Täter nichts.

Aber die Angst der Täter ist so groß, dass sie nicht mehr klar denken können. Sie haben Angst vor ihren Opfern. Würden diese Menschen geschlossen erzählen, was ihnen geschieht, könnte kein Gericht all diese Geschichten ignorieren. Jeder ausgebildete psychologische Gutachter für Aussagepsychologie würde zu dem Schluss kommen, dass die Menschen erlebt haben, was sie schildern. Für uns Nichtbetroffene oft unvorstellbare Grausamkeiten.

Wenn alle Opfer von schwerer Gewalt (Verbrechen wie Vergewaltigung, Menschenhandel, schwere Körperverletzung, sexueller Missbrauch, Folter und so weiter) ihre Geschichten erzählen würden, dann wären wir als Gesellschaft entsetzt. Wir wären darüber entsetzt, wie viele gequälte Menschen es in unserem Land gibt. Ja, ich rede von Deutschland, vom Kriegsgebiet Deutschland. Dafür brauchen wir keine Nazis, keine Terroristen und auch keine Mafia. Dafür reichen ein paar unauffällige deutsche Staatsbürger, die in unserer Nachbarschaft leben: Handwerker, Ärzte, Mechaniker, Hausbesitzer, Landwirte, Verkäufer, Psychologen, Rentner, Putzkräfte, Angestellte im öffentlichen Dienst, Angestellte in der Privatwirtschaft, Selbständige, Freiberufler – was immer Sie, liebe Leser, sich ausdenken können, die Realität ist so viel schlimmer. Die männlichen Formen schließen Frauen als Täterinnen ein, wenn auch der Anteil erfahrungsgemäß gering ist.

Ich gehe davon aus, dass diesen Weg der Gewalt und der Angst keiner freiwillig gewählt hat. Die meisten wurden hinein-gedroht oder hinein-gezwungen – irgendwann. Das enthebt diese Menschen aber nicht der Verantwortung für ihr Handeln heute.

Die Angst der Täter vor der Strafverfolgung raubt ihnen den Schlaf. Ihre Feigheit zu ihren Taten zu stehen und Wiedergutmachung zu leisten, soweit das überhaupt möglich ist, lässt sie in Angst durch ihren Alltag gehen. Drogen, Alkohol und Gewalt lassen sie die Fassade aufrechterhalten und betäuben diese Angst für wenige Augenblicke. Aber die Angst kommt schnell zurück ins Bewusstsein und kriecht tiefer und tiefer in ihre verzweifelten Seelen. Wie alle anderen Menschen wollen Täter sich sicher fühlen. Aber die Angst vor Entdeckung und das schlechte Gewissen machen sie blind. Blind für die offensichtlichste aller Lösungen.

Lasst Eure Opfer in Ruhe!

Es wird immer Menschen geben, die Opfer begleiten und sich Tätern furchtlos entgegenstellen. Es wird immer Menschen geben, die sich wehren und sich dabei an das Gesetz halten. Diese Menschen werden immer versuchen, Opfer von Gewalt dazu zu ermutigen, sich von Tätern fernzuhalten. Aber wenn das Opfer aus dem Einflussbereich der Täter verschwindet, dann versetzt das diese nur in Panik. Denn dann droht in ihrer angstgesteuerten Phantasie die Anzeige. Was realistisch betrachtet selten der Fall ist.

Doch obwohl wir gerade bei organisierter und ritueller Gewalt davon ausgehen müssen, dass mit den Mitteln des Deutschen Rechts in seiner derzeitigen Fassung schwer oder gar nichts zu machen ist, verfallen ganze Tätergruppen in Panik, wenn sie ein Opfer verlieren.

Wer würde einem einzelnen, durch die Folter psychisch schwer verletzten Opfer mit Erinnerungslücken vor Gericht glauben, wenn 5 oder mehr gesellschaftlich anerkannte Täter, die weder die Wahrheit sagen noch überhaupt ihren Teil zur Wahrheitsfindung beitragen müssen, sich gegenseitig decken? Niemand. Deswegen werden diese Fälle so gut wie nicht vor Gericht gebracht. Der Fall des kleinen Jungen, der von seiner Mutter verkauft wurde, um vergewaltigt und gequält zu werden, ist da eine lobenswerte Ausnahme.

Der ganz persönliche Denkfehler von Tätern ist, dass es immer wieder und mehr Gewalt braucht, damit sie sich sicher fühlen können. Genau das Gegenteil ist der Fall.

———— An die Täter ————

hört auf, Euch in die Hose zu machen, wenn ihr ein Opfer verliert. Es zu verfolgen, wieder zu bedrohen oder gar ermorden zu wollen. Das handelt Euch nur noch mehr Ärger ein. Es wird nie dazu führen, dass Ihr euch sicher fühlt. Die Aufklärungsrate bei Mord ist hoch, auch wenn ihr es wie einen Suizid aussehen lassen wollt. Wir Therapeutinnen wissen das. Aber ihr wisst nicht, ob wir mit unseren Klientinnen eine Vereinbarung haben, die uns von der Schweigepflicht enthebt, sollte unseren Klientinnen etwas passieren.

Wir Therapeutinnen haben gelernt, dass wir besonders in solchen Fällen unsere Klientinnen zum Dokumentieren ermutigen und Kopien von allen wichtigen Dokumenten und Informationen haben, so dass nichts verloren gehen kann. Glaubt ihr wirklich, dass wenn ein Opfer nach dem Ausstieg stirbt, die Polizei in Zukunft nicht oder nie erfährt, wer dafür verantwortlich ist?

Wenn eines Eurer Opfer sich von euch fernhält, bringt es damit eindeutig zum Ausdruck, dass es mit Euch nichts mehr zu tun haben will. Wenn ihr weiter in Freiheit leben wollt, dann könnt ihr nur eins tun: Stillhalten und akzeptieren, dass ihr diesmal verloren habt. Alles andere wird nur dazu führen, dass es auch für Euch unangenehm wird.

Dass ihr Angst davor habt erwischt zu werden, liegt daran, dass ihr in euren verletzten Herzen wisst, dass es nicht okay ist, was ihr tut. Der einzige Weg zu innerem Frieden ist das zu tun, was Euer Gewissen euch sagt: Aufhören mit der Gewalt und Verantwortung übernehmen für Eurer Handeln. Dann kehrt auch wieder Ruhe ein und die Nächte werden wieder erholsam.

Eine Selbstanzeige wäre da der beste Weg für Euch.

Der eine oder andere an Gewalthandlungen Beteiligte würde sich wundern, dass sogar Vergebung möglich ist. Von Gewalt Betroffene wollen oft nichts Anderes, als dass Ihr aufhört mit der Gewalt und Verantwortung übernehmt. Dadurch könnten die Menschen, die Ihr zu Opfern macht, die Hilfen in Anspruch nehmen, die wir als Gesellschaft dafür vorgesehen haben, dass jeder einzelne von uns versagt hat, unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger vor Euch zu schützen.

Um das zu erkennen, braucht es Mut. Meine Hoffnung ist gering, dass es unter euch viele Menschen mit Mut gibt. Aber ich mag mich täuschen und lasse mich gerne eines Besseren belehren. Vielleicht ist die Aussicht auf inneren Frieden für den einen oder anderen doch stärker als die Angst vor der Entdeckung. Sucht Euch einen Anwalt und geht mit dem zur Polizei und erzählt, was ihr getan habt und wie es dazu kam – Erleichterung wird die Folge sein.

Wenn Euch aber der Mut fehlt, dann ist vielleicht der eine oder andere intelligent genug, das Risiko zu minimieren, die Füße still zu halten, wenn er ein Opfer verloren hat. Denn das ist der einzige Weg, nicht erwischt zu werden.

———— An alle Menschen mit Gewalterfahrung ————

Sucht euch jemanden, dem ihr trauen könnt. Es gibt uns überall. Lasst uns Wege finden, das Leid zu beenden! Ich bin dabei! Auch wenn ich noch keine Ahnung habe, wie genau das gehen kann. Aber ich bin sicher, gemeinsam fällt uns etwas ein. Nur Mut!

Ich wünsche allen viel Kraft für ihren Kampf gegen die Angst.

Stefanie Rösch

Lesestoff: Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit

19.10.2016 Veröffentlicht von Lesestoff 1 Kommentare

Nachdem Sie mit 3096 Tage über die Zeit ihrer Gefangenschaft berichtete, erzählt Frau Kampusch nun über ihre ersten 10 Jahre in Freiheit.

Mich hat auch dieses zweite Buch sehr berührt, weil es meine Erfahrung als Traumatherapeutin bestätigt, dass starke Opfer es besonders schwer haben.

Ein „starkes Opfer“ ist ein Mensch, der etwas Grausames überlebt hat und alles daran setzt, das hinter sich zulassen und ein gesundes und freies Leben zu leben.

Keine leichte Aufgabe bei all der Neugier der Medien im Fall von Frau Kampusch. In anderen Fällen sind es die Täter (ja, Mehrzahl!!), die Betroffene nicht in Ruhe lassen, oder aber der Kampf mit den Behörden um die Anerkennung und damit Entschädigung für das Erlittene, die einen Gesundungsprozess behindern.

Frau Kampusch beschreibt sehr eindrücklich, dass man sich nicht aufhalten lassen muss. In Ihrem Buch schildert sie, welche grotesken Formen das mediale Interesse annehmen kann und wie viele „dumme Menschen“ es gibt, um es mit den Worten von Herrn Dr. Piper zu sagen. Herr Piper, Traumaexperte, sagte dies über all die Menschen, die Frau Kampusch anfeinden und ach so gerne ihr Los mit ihr tauschen würden, um 8 Jahre eingesperrt, immer wieder gedemütigt, missbraucht und in Lebensgefahr gebracht zu werden, um sich dann mit Menschen herumschlagen zu müssen, die weiterhin über ihren Kopf hinweg entscheiden, besser wissen, was gut für einen ist, um Geld für etwas zu bekommen, dass man nicht kaufen kann: Eine freie, unbeschwerte Kindheit mit normalen Problemen und Erfolgen, im Kreise einer Familie und umgeben von Freunden.

Es geht mir immer wieder zu Herzen, wenn das Umfeld so gar nicht einschätzen kann, welchen Mut jemand wie Frau Kampusch jeden Tag aufbringen muss, um den Alltag zu überstehen.

Natürlich kann ich all dies nur vermuten und ziehe diese Vermutungen aus den beiden Büchern und vergleiche ihre Aussagen mit den Aussagen meiner Klienten. Ich hoffe, ich tue ihr damit nicht genauso Unrecht wie so viel andere.

Aber wenn man dieses Buch mit offenem Herzen liest und nicht mit der Unzufriedenheit über das eigene Leben und entsprechendem Neid, dann ist es das Zeugnis einer wirklich starken Frau, die mir immer wieder Mut macht, meine Klienten weiter zu begleiten. Auch wenn es manchmal schwer ist – für uns beide. Immer wieder zu fragen, was Ihnen gut tut anstatt über sie zu bestimmen und immer wieder darin zu bestärken, dass die eigenen Wahrnehmungen und Entscheidungen gut sind, weil sie einzigartig sind und Eigenverantwortung bedeuten. Nicht unbedingt, weil sie immer das gewünschte oder erhoffte Ergebnis bringen.

Danke, Frau Kampusch, für Ihre Offenheit und für den Mut, uns alle an Ihrer Geschichte soweit teilhaben zu lassen, wie Sie es für richtig halten. Bleiben Sie sich weiter so treu wie bisher und geben Sie nicht auf!

Insofern kann ich beide Bücher nur allen empfehlen, die ein klein bißchen nachvollziehen wollen, welche Herausforderungen das Ausgeliefertsein mit sich bringt und wie man darin überleben kann.

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Auf der Suche

02.05.2016 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

In letzter Zeit tauchte das Thema Affirmationen und Glaubenssätze wieder vermehrt in meiner Umgebung auf. Wenn man sich damit beschäftigt, dann stößt man unweigerlich auf Giftige Gedanken.

Die Fragen, die man sich immer mal wieder stellen kann, sind:

Wie WILL ich über mich selbst denken?

Wie WILL ich über die Welt denken?

Auf diese Weise kann man an Glaubensätze kommen, mit denen es sich lohnt zu arbeiten.

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