„Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung“ – Stefanie Rösch, 2013

Posts zum Tag "Symptome"

Das Hirn merkt sich am besten, was wir vor dem Einschlafen denken

23.08.2014 Veröffentlicht von Lesestoff 0 Kommentare

Dass Schlaf wichtig ist, weiß jeder. Dass Schlaf unter Stress für die meisten Menschen schwierig ist und der Schlaf sehr empfindlich auf schwierige Lebenssituationen reagiert, entspricht der allgemeinen Erfahrung. Es gibt wie bei allem auch ein paar Ausnahmen, Menschen, die trotz größtem Stress überall und jeder Zeit schlafen können.

Schlaf ist existentiell wichtig. Wenn wir nicht schlafen, können unser Gehirn und unser Körper sich nicht erholen. Schlafentzug ist eine Foltermethode. Nicht schlafen können oder ein gestörter Schlaf sind ein Symptom einer Reihe von psychischen Störungen wie PTBS, Psychosen, Depression und – den Schlafstörungen, wie zum Beispiel dem Pavor Nocturnus, dem nächtlichen Hochschrecken ohne jeden ersichtlichen Grund.

Dr. Leaf berichtet, dass Schlaf viele Vorteile hat, auch das kleine Nickerchen zwischen durch: Körper und Hirn erholen sich. Unser System geht nochmal auf Anfang und wir können auch nach einem Nickerchen mit neuer Energie wieder loslegen. Unsere Denkfähigkeiten und unsere Kreativität steigern sich und die Chance, schlechte Entscheidungen zu treffen sinkt. Wir können sogar Lösungen für neue Probleme im Schlaf finden, während unsere Gedächtnis- und Intelligenzfunktionen ansteigen. Im Schlaf stabilisiert sich unser Gedächtnis. Informationen werden sortiert, im Langzeitgedächtnis verankert oder vergessen. Das sind so ein paar der wichtigsten Vorteile von Schlaf.
Jessica Payne von der University of Notre Dame zeigt mit ihrer Forschung, dass die Gedächtnisleistung deutlich besser ist, wenn man nach dem Lernen von Informationen schläft. Also sollte man tatsächlich kurz vor dem Schlafen gehen neue Informationen wiederholen, die man gut erinnern möchte. Es ist, als könnte unser Bewusstsein unserem schlafenden Hirn sagen, welche Informationen ins Langzeitgedächtnis gehören und welche nicht. Außerdem zeigt Frau Payne in einer anderen Untersuchung, dass während des Schlafs besonders emotional bedeutsame (belastende Erfahrungen und die Erinnerung daran) Inhalte abgespeichert werden, also Gedächtnisinhalte, die für unser Überleben sinnvoll sind – nach Auffassung unseres Hirns.

Das bedeutet, dass auch negative Informationen / traumatische Erinnerungsinhalte über Nacht verstärkt werden. Insofern wirkt es sich negativ auf unseren Schlaf und unser Gedächtnis aus, wenn wir uns vor dem Schlafengehen streiten oder uns mit Sorgen beschäftigen. Diese Gedanken werden verfestigt.

Dem können Sie entgegen wirken, indem Sie sich vor dem Schlafen gehen, mit positiven Erinnerungen, neuen Informationen oder aber einer Übung wie „Der sichere Ort“ beschäftigen, um Ihrem Gehirn die Information zu geben, dass Sie in Sicherheit sind und erholsam schlafen können.

Gute Nacht!

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Payne JD, Tucker MA, Ellenbogen JM, Wamsley EJ, Walker MP, et al. (2012) Memory for Semantically Related and Unrelated Declarative Information: The Benefit of Sleep, the Cost of Wake. PLoS ONE 7(3): e33079.
Payne JD, Chambers AM and Kensinger EA (2012) Sleep promotes lasting changes in selective memory for emotional scenes. Front. Integr. Neurosci. 6:108. doi: 10.3389/fnint.2012.00108
Und hier gehts zum Amazon-Partnerlink von Wer hat mein Gehirn Ausgeschaltet?: Toxische Gedanken und Emotionen überwinden von Dr. Caroline Leaf

Achtung, teilweise mit Gott: Kampf gegen die Dunklen im inneren Team

24.10.2013 Veröffentlicht von Achtung Gott!, Definitionen, Strategien 0 Kommentare

Ich bekam die Frage, ob man aus den „Dunklen“ in einem inneren Team bei jemandem mit Dissoziativer Identitätsstörung (DIS) durch Verhandeln aus Saulussen Paulusse machen kann (Geschichte des Saulus und Paulus). Vielen Dank für diese tolle Frage. Hier meine Antwort darauf:

Dass Sie diese Anteile als „Dunkle“ bezeichnen finde ich schon einen tollen Hinweis darauf, dass Sie spüren, dass es nicht nur Täterintrojekte sein könnten. Unter Täterintrojekt verstehen wir Traumatherapeutinnen einfach gesagt Gedanken, Gefühle und Handlungen eines Innenanteils einer traumatisierten Person, welche dem Handeln, Fühlen und Denken des Täters/der Täter im Außen ähneln.

Aus meiner Erfahrung gibt es drei Typen von Dunklen

Echte innere Helfer und Beschützer (1), die noch nicht mitbekommen haben, dass Sie keinen Täterkontakt mehr haben und deswegen ihre Dienste nicht länger gebraucht werden und sie in Rente gehen können.

Innere Dunkle, die nur zu den Tätern gehören (2). Die erkennt man daran, dass sie nicht mit sich verhandeln lassen, nicht bereit sind, an einen sicheren Ort zu gehen, und nur den Schutz der Täter im Blick haben, d.h. Kontaktabbruch fordern, Selbstmord fordern, Selbstverletzung fordern, nur abwerten und nur zerstörerisch gegen den Rest vom Team sind.

Dunkle, die nicht zum Team gehören, sondern von außen angreifen (3). Die erkennt man daran, dass sie christliche Gebete und Lieder, wie das aus dem Video, nicht mögen. Darauf reagieren die wie allergisch und drehen noch auf. Das ist dann aus meiner Erfahrung ein spiritueller Angriff, gegen den nur spirituelles Wehren hilft.

Hilfreiche Strategien gegen Dunkle (Täteranteile)

Am einfachsten ist der spirituelle Angreifer (3) abzuwehren. Aus einem spirituellen Angreifer wird kein Paulus werden. Aber wir haben die Möglichkeit uns dagegen zu wehren, weil wir uns als Christen auf unseren Allmächtigen Gott berufen können. Dunkle Angreifer können wir wegschicken, wenn wir sie im Namen des Allmächtigen Gottes wegschicken. Einem „Im Namen des Allmächtigen Gottes, weiche!“ dreimal wiederholt, weil wir einen dreieinigen Gott haben, muss jeder spirituelle Angreifer weichen, ob er nun will oder nicht. Dazu machen Sie die Übung Liebeskleid und sind gegen spirituelle Angriffe sicher geschützt.

Wenn das Wegschicken nicht hilft, dann ist der Dunkle Angreifer ein echter innerer Angreifer. Der Umgang mit den echten Inneren Dunklen ist schwieriger und langwieriger, weil Sie neuronale Verbindungen in Ihrem Hirn haben, die Sie abbauen und neue dafür aufbauen müssen. Das braucht oft mehr Anstrengung, wie ich in der Artikelreihe Giftige Gedanken beschrieben habe.

Für Echte Helfer und Beschützer (1) und für Dunkle, die nur zu den Tätern gehören (2), habe ich zwei Strategien schon beschrieben. Hier lesen Sie bitte weiter unter Notwehr gegen innere Täter. Dort gibt es die Strategien „In Rente schicken“ und „Ab in die Rakete“.

In Rente schicken lassen sich die echten Helfer und Beschützer (1). Allerdings wollen sie gehört werden und Sie müssen Ihre Helfer davon überzeugen, dass Sie tatsächlich in der Lage sind, für Ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Außerdem bekommt jeder von denen einen eigenen sicheren Ort.

Die Dunklen, die zu den Tätern gehören (2), bin ich mit meinen Klienten bisher nur über die Notwehr nach innen losgeworden. Da Verhandeln nicht möglich ist.

Also, mit wem kämpfen Sie?

Und wundern Sie sich nicht, wenn von jeder Gruppe ein paar dabei sind. Dann heißt es aussortieren und jeden einzeln versorgen.

PTBS, Teil 13: Wann hört das auf und warum ist mir das passiert?

21.10.2013 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle, Strategien 1 Kommentare

Wenn Sie dieser Reihe gefolgt sind, dann haben Sie jetzt eine Menge darüber gelernt, was eine Posttraumatische Belastungsstörung ist und wie Sie mit den Beschwerden umgehen können. Hoffentlich konnten Sie inzwischen erfahren, dass die Beschwerden nachlassen.

Die Beschwerden werden aufhören oder auf ein Niveau zurückgehen, mit dem Sie gut zurechtkommen, wenn die Erfahrung zu Ihrem Leben dazugehören darf. Wenn Sie annehmen können, dass das, was passiert ist, auch ein Teil Ihrer Lebensgeschichte ist. Die meisten Betroffenen können sich mit diesem Gedanken nur schwer anfreunden.

Kein Wunder. Niemand will „das Vergewaltigungsopfer“, „das Folteropfer“, „das Unfallopfer“ oder sonst ein Opfer sein. Aber das ist es, wie viele Menschen Sie im ersten Moment sehen werden oder auch sehen wollen. Frau Kampusch ist ein trauriges Beispiel dafür, wie Betroffene angefeindet werden, wenn sie offen mit den Erfahrungen umgehen, die sie machen mussten. Vor allem dann, wenn „die Öffentlichkeit“ sich besonders dafür interessiert. Auf der einen Seite will ein Großteil „der Menschen“ wissen, möglichst in allen grausamen Details, was jemandem zugestoßen ist. Gleichzeitig weiß dann plötzlich niemand mehr, wie man mit einer Überlebenden umgehen soll und will den Schilderungen derjenigen, die etwas Grausames erlebt haben nicht glauben. Als Schutz vor der eigenen Hilflosigkeit wird dann die Betroffene abgewertet oder sogar für das, was Ihr der Täter angetan hat, verantwortlich gemacht. Ein trauriges Beispiel dafür ist Natascha Kampusch.

Wenn Sie es können, dann entscheiden Sie, wem Sie erzählen, was passiert ist, und auf keinen Fall „der Öffentlichkeit“. Ausnahme ist natürlich die Polizei, wenn Sie eine Anzeige erstatten. Details müssen aus meiner Erfahrung zwar für einen Heilungsprozess in Worte gefasst werden, gehören aber nicht immer in den Kreis der Familie und Freunde.

Vor allem Partner fühlen sich oft sehr hilflos, wenn ihren geliebten Menschen etwas Schlimmes passiert und sie es nicht verhindern konnten. Viele Männer haben große Schwierigkeiten damit, wenn ihre Partnerinnen sexuelle Gewalt erleben mussten. Ich habe schon erlebt, dass die Hilflosigkeit des Partners zu schwerwiegenderen psychischen Störungen führte als die Vergewaltigung für die betroffene Frau. Ich habe auch erlebt, dass Partnerschaften an dem Wissen über die Einzelheiten der Gewalthandlungen zerbrachen. Also seien Sie achtsam damit, wem Sie was erzählen. Partner müssen wissen, WAS passiert ist, damit sie sich informieren und unterstützen können. Aber von Details kann ich aus meiner Erfahrung nur abraten. Die gehören auf ein Blatt Papier wie hier beschrieben (PTBS 11 und 12), oder in den sicheren Raum einer Therapie.

Warum ist mir das passiert?

Das ist eine Frage, deren Antwort Sie für Sich herausfinden sollten. Wenn Sie eine gute Antwort darauf haben, dann kann jede grausame Lebenserfahrung sinnhaft werden. SIE können Ihrer Erfahrung Sinn geben. So wie der Tod einer 12Jährigen durch einen im Schreck abgefeuerten Schuss der eigenen Mutter Jahre später Sinn erfährt. Die Mutter setzte sich fortan gegen die Verbreitung von Waffen ein und gab ihrer traumatischen und schuldbeladenen Erfahrung dadurch einen Platz in ihrer Lebensgeschichte. In diesem Fall gelang dies natürlich nicht ohne entsprechende Psychotherapie bei Donald Meichenbaum, in meinen Augen einem der Väter der modernen Traumatherapie.

Eine Möglichkeit, dieser Warum-ist-mir-das-passiert-Frage auf die Schliche zu kommen, kann sein, sich zu fragen, ob es irgendetwas Gutes gibt, was aus Ihrer belastenden Erfahrung entstanden ist. Wahrscheinlich können Sie das in den ersten Tagen und Wochen noch nicht sehen, aber vielleicht kommt der Zeitpunkt irgendwann, an dem Sie es sehen können. Dann haben Sie Ihre Antwort und damit mehr inneren Frieden.

Eine zweite Frage, die ich mir und meinen Klienten irgendwann stelle, ist: Was können Sie aus dieser Erfahrung lernen? Auch das ist keine Frage für die ersten Stunden nach einer grausamen Erfahrung, sondern für eine Zeit, in der Ihr Alltag wieder Alltag werden durfte. Für eine Zeit, wenn Sie wieder über Ihr Leben bestimmen, wenn Sie wieder entscheiden, ob Sie Sich erinnern wollen oder gerade nicht. Dann wenn die Alpträume aufgehört haben und Sie nicht mehr bei jedem kleinen Geräusch zusammenzucken, dann ist der Raum da, über diese Frage nachzudenken.

Damit schließe ich diese Reihe.

Es kann der Zeitpunkt kommen, an dem Sie Sich wieder frei fühlen von Ihren belastenden Erfahrungen und den aufwühlenden Erinnerungen daran. Solange Sie üben und dran bleiben und alle Unterstützung in Anspruch nehmen, die Sie finden können, solange Sie mutig weitergehen und Ihr Leben selbst gestalten wollen, kann dieser Moment kommen. Auch wenn es manchmal Jahre dauert. Bleiben Sie dran! Geben Sie nicht auf! Sie werden es schaffen! Ich wünsche Ihnen alle Kraft für diesen Weg.

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Es gibt eine gute Dokumentation über Frau Kampusch und die Auswirkungen der Medien auf Ihr Leben:

PTBS, Teil 11: Belastende Erinnerungen in die richtige Form bringen, Teil 1

18.10.2013 Veröffentlicht von Strategien 2 Kommentare

Wenn Sie entschieden haben, Ihren Erinnerungen nicht aus dem Weg zu gehen, wenn Sie gelernt haben, Ihre Erinnerungsattacken zu steuern und weniger gestresst zu sein, dann wird es Zeit, dass Sie Ihre Erinnerung in die richtige Form für Ihr Gedächtnis bringen, in die richtige Form für Ihr Gehirn.

Die richtige Form ist die Form einer Geschichte. Eine gute Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Wir verstehen eine Geschichte am schnellsten, wenn sie in der Reihenfolge erzählt wird, in der sie geschah (chronologisch). Unser Gehirn fühl sich am wohlsten, wenn wir unsere Lebenserfahrungen in der Reihenfolge erzählen, in der wir etwas erlebt haben und wenn wir dem Ganzen auch Bedeutung geben. Bedeutung heißt hier, wie wir eine Situation wahrgenommen haben, wie wir sie bewertet haben und schließlich auch, welchen Platz die Erfahrung in unserem Leben hat.

Ein Beispiel: „Als der Säbelzahntiger auf mich zu gerannt kam, dachte ich, der bringt mich um und war wie erstarrt, aber dann kamen die anderen mit ihren Speeren und schrien laut und dann blieb der Tiger stehen und sah ganz verunsichert aus. Als die anderen dann noch mehr rumschrien, konnte ich mich wieder bewegen und mitschreien und dann lief der Säbelzahntiger davon. Der hatte Angst. Wir haben ihn besiegt. So ein Glück.“

Das ist eine Geschichte:

  • Anfang: Der Säbelzahntiger greift an und ich erstarre. Bedeutung: Ich denke, er bringt mich um und erstarre aus Angst.
  • Mittelteil: Die anderen kommen dazu und schützen mich mit Speeren und Geschrei. Der Säbelzahntiger bleibt stehen. Bedeutung: Der Säbelzahntiger sah verunsichert aus.
  • Ende: Der Säbelzahntiger läuft davon, und ich bin wieder sicher. Bedeutung: Der Säbelzahntiger hatte Angst und wir waren Sieger. Das war Glück.

So in etwa. Auf die gleiche Art können Sie Ihre Erinnerung erzählen und aufschreiben. Aufschreiben hat sich bewährt. James W. Pennebaker heißt der Professor, der das Konzept des therapeutischen Schreibens entwickelt und beforscht hat.

Wenn Sie Sich mit Ihrer belastenden Erinnerung beschäftigen, werden Sie wahrscheinlich die Stressbeschwerden wieder erleben (PTBS 2). Deswegen haben Sie geübt und gelernt, wie Sie Sich wieder auf die Gegenwart konzentrieren können (PTBS 3 und PTBS 4). Das heißt, Sie entscheiden, wie viel Stress Sie Sich zumuten wollen! Sie können jeder Zeit aufhören zu schreiben. Schreiben Sie in Einheiten, die Sie bewältigen können. Aber bleiben Sie dran!

Ganz konkret

Schaffen Sie Sich einen Raum und eine Zeit, in der Sie ungestört sind. Wenn wir in der Therapie mit den traumatischen Erinnerungen arbeiten, dann bevorzuge ich einen Vormittag an einem Tag, an dem meine Klientin keine weiteren Termine hat. Gut ist auch ein Freitag, früher Nachmittag. So aktivieren Sie die Stressreaktion nicht kurz vor dem Schlafengehen und haben Zeit, die aufgewühlten Gefühle und die Körperreaktion im Lauf des Tages und des Wochenendes aktiv wieder abzubauen, zum Beispiel durch Bewegung (PTBS 6 und PTBS 7).

Sie können mit Papier und Bleistift schreiben oder direkt am Computer. Sollten Sie nicht schreiben können oder wollen, dann können Sie Ihre Geschichte auch erzählen und aufzeichnen.

Und dann beginnen Sie, die Geschichte aufzuschreiben. Schreiben Sie einfach alles, was Ihnen noch einfällt, egal in welcher Reihenfolge. Schreiben Sie ALLES auf, woran Sie Sich erinnern: Personen, Handlungen der Person/en, Farben, Formen, Gegenstände, Details, Geräusche, Töne, Stimmen, Gerüche, Düfte und Körperwahrnehmungen, Geschmack, Schmerz, Druck, Oberflächen, Untergründe, ein Brennen irgendwo im Körper, Ihren Atem. So viele Details wie Ihnen einfallen. Dazu gehören auch Ihre Gedanken und Ihre Gefühle.

Es kann sein, dass Sie schon während des ersten Aufschreibens das Gefühl haben, Sie müssten die Einzelteile ordnen. Oder Sie merken, dass Sie sich an bestimmte Momente nicht erinnern. Schreiben Sie einfach weiter. Ordnen und ergänzen können Sie später. Schreiben Sie in einem Fluss, ohne auf Rechtschreibung oder Satzbau zu achten. Das kommt alles später.

Einfach schreiben, schreiben, schreiben. Bis alles draußen ist, woran Sie Sich im Moment erinnern.

Und dann haben Sie genug getan für diesen Tag! Das war schwere Arbeit! Vor allem, wenn die Erinnerung besonders belastend war und eine starke Überlebens-/Stressreaktion auslöst (PTBS 5). Sorgen Sie jetzt für Sich! Tun Sie Sich etwas Gutes! Wenden Sie Ihre Stressbewältigungsstrategien an (PTBS 3, 4, 5, 6 und 7)!

Und kommen Sie morgen wieder für den zweiten Teil.

Weiter mit PTBS 12.

PTBS, Teil 8: Was können Sie gegen Alpträume tun?

11.10.2013 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle, Strategien 0 Kommentare

Auch Alpträume oder belastende Träume sind eine häufige Begleiterscheinung des Selbstheilungsprozesses nach einer belastenden Lebenserfahrung.

Was Sie gegen Schlafstörungen allgemein tun können, haben Sie im letzten Artikel gelesen. Hier nun ein paar Worte zu Alpträumen.

Es gibt unterschiedliche Alpträume nach belastenden Erfahrungen.

  • Es gibt die Träume, die genau das Ereignis wiedergeben, das Sie erlebt haben (z.B. DEN Verkehrsunfall, bei dem Sie verletzt wurden).
  • Es gibt Träume, in denen eine andere und doch ähnliche Bedrohung erlebt wird, wie während der belastenden Erfahrung (z.B. Sie träumen, Sie haben einen Verkehrsunfall mit einem LKW oder ein LKW versucht, Sie von der Straße abzudrängen.)
  • Es gibt Träume, die inhaltlich irgendwie, manchmal nur symbolisch mit der gemachten Erfahrung zu tun haben. (z.B. Sie träumen, Sie gehen in ein Haus über dem ein Totenkopf schwebt.)
  • Es gibt Träume, die völlig unabhängig von der Belastungssituation sind. (z.B. Sie träumen vom Mittagessen oder einer Situation auf der Arbeit)

Allgemein zeigen Träume Ihnen an, dass Ihr Hirn versucht, gemachte Erfahrungen zu „verarbeiten“. Verarbeiten heißt, dass Ihr Gehirn aussortiert, was Sie erinnern werden und was Sie vergessen dürfen. Ihr Gehirn versucht der Erfahrung die passende Form zu geben, in der alle Lebenserinnerungen abgespeichert werden müssen. Auch die Erinnerung an eine belastende Lebenserfahrung muss diese Form bekommen, wenn sie in Ihre Erinnerung eingepasst werden soll und damit ein Teil Ihrer Lebensgeschichte wird und Sie dann auch nicht mehr belastet.

Da diese besondere Erfahrung so intensiv war, kann auch der nächtliche Verarbeitungsprozess intensiv sein. Obwohl Ihnen Alpträume vielleicht noch mehr das Gefühl geben, keine Kontrolle über „all das“ zu haben, können Sie auch Ihre Alpträume beeinflussen.

Achten Sie einmal genau auf Ihre Träume! Belastende Träume (Verfolgungsträume, Träume von Angriffen etc.) enden meist, BEVOR Sie von Ihren Verfolgern erwischt werden. Sie haben vielleicht Angst, aber Sie wachen in dem Moment auf, in dem Ihr Angreifer, Verfolger Hand an Sie legen will. Das bedeutet, in den meisten Fällen, dass Sie Sich darauf verlassen können, dass Ihnen Ihr Gehirn nicht mehr den ganzen Schrecken zumutet. Das ist doch eine gute Nachricht.

Aber auch, wenn Ihr Gehirn Sie nicht vorher aufwachen lässt, hat die folgende Technik sich bewährt.

Sobald Sie aufwachen, geben Sie Ihrem Traum ein gutes Ende. Denken Sie die Geschichte so weiter, dass Sie gerettet werden, heil entkommen können oder sich erfolgreich wehren. Sie können die Polizei, Gott oder Supermann in Ihren Traum holen. Sie können Sich vorstellen, plötzlich eine Waffe in der Hand zu haben oder eine Asiatische Kampfkunst zu beherrschen, die Sie über Ihren Angreifer siegen lassen. Wichtig ist, dass der Ausgang Ihrer Traumgeschichte mit Ihrer Rettung oder Ihrem Sieg endet. Auf diese Weise signalisieren Sie Sich selbst, dass Sie jetzt sicher sind und für Ihre Sicherheit sorgen können.

Ein Beispiel: Ich habe manchmal Träume von einem Einbrecher. Ich habe so gut geübt, mich zu wehren, dass ich schon im Traum anfange, mir vorzustellen, wie ich aus dem Bett springe und den Einbrecher mit meiner ganzen Kraft und einem wütenden Sprung mit den Füßen voraus in seinen Bauch durch mein Fenster in die Tiefe stoße. Bevor es dazu kommt, wache ich auf. Mein Herz klopft dann zwar und ich kontrolliere, ob ich auch tatsächlich alleine bin (siehe auch PTBS 6: Realitäts-Check), weil der Traum sich so echt angefühlt hat. Aber ich fühle mich dann gut, weil ich den Einbrecher vertrieben habe. Ich gehe an meinen sicheren Ort und komme nach ein paar Minuten wieder zur Ruhe und schlafe ein.

Probieren Sie das ein paar Nächte. Übung macht den Meister und wenn die Erfahrung Sie besonders aus der Bahn geworfen hat, dann kann es eine Weile dauern, bis Ihr Gehirn und Ihre Seele das Ganze verarbeitet haben. Also dürfen Sie auch an dieser Stelle üben, üben, üben. Nur Mut!

Weiter mit PTBS 9.

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