„Überwundene Angst bringt Freiheit und Verantwortung“ – Stefanie Rösch, 2013

Posts zum Tag "Traumafolgestörung"

Jeder Mensch ist eine Stadt: Dissoziative Identitätsstörung in Bildern erklärt. (Teil 9)

14.08.2021 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle 0 Kommentare
Foto von Dan Meyers von Pexels

Wie sollen denn andere mit mir umgehen?

Wie kann mein Gegenüber damit umgehen? Wenn ich auf einmal ganz destruktive Dinge schreibe mich wieder zurück zu Tätern begebe oder sonst was?

Eine Leserin

Je mehr Ihr Gegenüber versteht, wie es ihr Verhalten einordnen muss, desto besser kann es damit umgehen. Sie können also den Menschen in Ihrer Umgebung von der Bürgermeisterin erzählen und diesen Text zu lesen geben, oder zumindest die Teile davon, die Sie für sinnvoll halten. Je mehr andere Städte (= Menschen) mithelfen, desto schneller wird es Ihnen gelingen, keinen Täterkontakt mehr aufzunehmen. Ja, das ist nicht einfach. Es wird nicht gleich gelingen. Aber vielleicht doch. Sie versuchen es einfach weiter und lassen sich unterstützen. Ihr Bürger-Team wird Sie dabei immer unterstützten. Darauf dürfen Sie sich verlassen. Solange es eben dauert.

Erzählen Sie Außenstehenden keine Details von Erinnerungen

Sie wollen keine Details von dem erzählen, was Ihnen passiert ist. Außer in der Therapie. Sie wollen eine Täterliste anfangen und damit eine Gegendrohung möglich machen. Wichtig ist, Menschen zu haben, mit denen Sie aushandeln können, dass die die Polizei einschalten, wenn Ihnen etwas passiert. Sie wollen alles tun, was möglich ist, um sich von Tätern (= Feinde Ihrer Stadt) fernzuhalten. Das geht am besten über die Angst der Täter. Die Täter haben Angst vor Entdeckung. Also ist Dokumentation von allen Erinnerungen und Namen der beste Schutz. Das wird Ihnen vermutlich auch am meisten Angst machen.

Außerdem wollen alle Menschen in Ihrem Umfeld lernen, immer wieder zu fragen, mit wem sie gerade sprechen. Das wird Ihnen helfen, einen Überblick über Ihre Bürgerinnen und Bürger zu bekommen. Falls immer der gleiche Name kommt, wird Ihnen das trotzdem Informationen bringen, wenn die Menschen in Ihrem Umfeld Ihnen erzählen, was passiert ist. Wichtig ist, dass Sie das erstmal alles glauben und aufschreiben (Dokumentation für Ihr Stadtarchiv!). Gemeinsam mit einer Therapeutin (= externe Beraterin) können Sie so immer mehr herausfinden, was genau los ist.

Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, Ihnen die Verantwortung für Ihr Leben zu lassen.

Foto von Elias Tigiser von Pexels

Wenn Sie verletzt sind, heißt es Wunde versorgen und überlegen, was Sie tun können, um das zu verhindern. So wie Sie es ja versuchen. Im Grunde geht es darum, weiter zu überlegen, wie Sie selbstverletzendes oder selbstgefährdendes Verhalten verhindern können, wenn es nicht reicht, alle gefährlichen Gegenstände wegzuschließen. Vielleicht können Sie Ihr Bürger-Team um Unterstützung bitten. Formulieren Sie es positiv: Verhindert bitte, dass ich mich verletze. Sagt mir bitte, wer da spioniert. Was genau passiert, bevor der Großes-Schwarzes-Loch-Zustand beginnt? Kann mir das jemand sagen?

So haben Sie die beste Chance, dass Ihr Bürger-Team weiß, wie es Sie unterstützen kann. Vermeiden sie „Nicht“-Formulierungen.

Ich kaufe Sachen ein, die ich nicht mag

Ich habe das Problem mit dem Einkaufen, dass da Dinge gekauft werden, die ich nicht mag oder nicht wollte. Ich habe das abgetan. Allerdings wohne ich ja alleine und der Hund wird sich nichts selbst zubereiten können. Aber diese Dinge werden auch aufgebraucht.

Eine Leserin

Auch das wird eine Weile dauern, um da jemandem auf die Schliche zu kommen. Sie können darauf achten, was Sie einkaufen. Eher gesunde Sachen? Vorwiegend Süßigkeiten? Manchmal kann Ihnen das etwas über die Bürgerin oder den Bürger sagen, der versucht, Sie zu unterstützen oder es auch einfach ausnutzt, wenn Sie gerade in ihrem Panikraum sind. Wie Kinder das machen, wenn sie heimlich etwas in den Einkaufswagen legen. Nach und nach werden Sie herausfinden, was da passiert und es wird Ihnen besser gelingen, selbst einkaufen zu gehen. Dann werden Sie auch nur noch das kaufen, was Sie wollen. Solange Einkaufen mit zu viel Angst verbunden ist, wird Ihnen jemand aus dem Bürger-Team dabei helfen. Er oder sie kann halt andere Vorlieben haben. Daher das Durcheinander.

Ich habe Stimmen in meinem Kopf: das ist doch nicht normal

Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Dinge fallen mir auf, die ich mir nicht erklären kann oder die ich normal finde, obwohl es nicht normal ist. Da hatte ich letztens ein Gespräch mit einer Kollegin und irgendwie sind wir darauf gekommen Stimmen im Kopf zu hören. Ich meinte, das sei doch voll normal und dass ich ab und an schon mal Gespräche in meinem Kopf führe. Vermutlich habe ich manchmal Kopfschmerzen, weil da immer so viel los ist wie am Bahnhof und durcheinandergeredet wird. Aber das war für mich normal bis sie mir sagte, dass das nicht üblich sei.

Eine Leserin

Es ist für Sie normal. Nutzen Sie das! Reden Sie mit den anderen Stimmen und finden Sie heraus, wer wer ist. Wenn Sie Glück haben, dann sind ein paar bereit mit Ihnen zu sprechen. Stellen Sie es sich einfach mit der Vorstellung vor, Sie sind die Bürgermeisterin und die anderen Stimmen sind Ihre Mitbürger und der eine oder andere Spion. Sie werden schnell herausfinden, wer Sie wirklich schützen und unterstützen will und wer die Täter beschützt, indem er Angst verbreitet.

Schreiben Sie alles auf. So gut Sie können. Das ist das Beste, was Sie tun können. Dokumentieren und archivieren Sie die Gespräche. Diese Gespräche mit den Stimmen in Ihrem Kopf sind die beste Grundlage für die Therapie. Behandeln Sie diese Stimmen einfach wie andere Menschen. Fragen Sie, ob Sie Fotos machen dürfen von der jeweiligen Person, mit der Sie gerade reden. Wenn ja, dann machen sie ein Selfie. Das ist prima. Genauso wie im Außen. Das macht keinen Unterschied. Diese Stimmen sind der beste Weg zu lernen, wie Sie sich wehren können und was es alles braucht, um die Regierungsgeschäfte für die Stadt wieder zu übernehmen. So können Sie Ihrem Bürger-Team beweisen, dass Sie eine fähige Bürgermeisterin sind! Das ist Ihre Aufgabe: Sie sind als Bürgermeisterin auch Sicherheitsbeauftragte. Das ist ganz wichtig. Also heißt es, so viel wie möglich über gutes Sicherheitsverhalten zu lernen.

Nur Mut! Bleiben Sie dran! Dann schaffen Sie das auch!
Herzliche Grüße, Ihre Stefanie Rösch

Zum Thema Stimmen im Kopf hören, hatte ich letztes Jahr bereits einen Artikel und in der Folge noch drei weitere rund um den Begriff Hausbesetzer und meinen Einsatz von Sprache veröffentlicht. Diese Artikel befinden sich in leicht überarbeiteter Form auch im Informationspaket.

Ende

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Jeder Mensch ist eine Stadt: Dissoziative Identitätsstörung in Bildern erklärt. (Teil 8)

07.08.2021 Veröffentlicht von Erklärungsmodelle 0 Kommentare
Foto von Elina Sazonova von Pexels

Verliere ich die Kontrolle?

Wie kann man damit denn irgendwie umgehen? Ich habe das Gefühl, ich verliere die Kontrolle über mich und mein Leben und alles stürzt ein.

Eine Leserin

Das glaube ich, dass es sich so anfühlt, aber im Grunde ist es genau andersherum. All diese Beschwerden zeigen, dass Sie auf dem Weg Richtung Gesundheit sind. Je mehr Beschwerden Sie erstmal haben, desto mehr erfahren Sie über Ihre Stadt und Ihr Bürger-Team und über deren Berufe und Namen und was sonst noch so los ist in Ihrer Stadt. Das ist sozusagen das Traumatherapie-Paradox. Es wird Ihnen schlechter gehen bevor es spürbar besser wird. Eigentlich ist es kein Paradox. Im Grunde ist es logisch.

Eine Traumafolgestörung ist wie ein seelisches Humpeln.

Wenn Sie sich das Bein gebrochen haben (= Trauma) und es schief zusammenwächst, weil sie keine Hilfe bekommen haben, dann fangen Sie an zu Humpeln (= Beschwerden durch die Vernarbung und fehlende Heilbehandlung = Traumasymptome). Wenn Sie später zu einem Arzt gehen, wird der Ihnen sagen, dass eine Operation notwendig ist (= Therapie), bei der der Knochen wieder gebrochen wird (= Erinnerungen anschauen), um dann anschließend begradigt zu werden (= Erinnerungen verändern), damit der Knochen wieder heil werden kann (= Erinnerungen lösen keinen Fehlalarm mehr aus und machen keine unerträglichen Gefühle mehr). Das wird erstmal unangenehm. Eine Operation am Bein geht mit Schmerz einher. Eine Traumatherapie führt immer erstmal zu einer kurzfristigen Verschlechterung der Beschwerden und vor allem zu starken Gefühlen.

Das heißt, auch bei einem unbehandelten und krumm zusammengewachsenen Knochenbruch, haben Sie erstmal Schmerzen, bevor Sie wieder gesund werden. Bei einer Traumatherapie ist das genauso.

Eine traumatische Erfahrung wird in der Regel nicht sofort begleitet

Wenn es zu so schwerwiegenden Symptomen wie bei Ihnen kommt, dann gab es sehr wahrscheinlich nicht nur eine traumatische Erfahrung, sondern mehrere. Das ist so, wie wenn ein Kind mehrere Knochenbrüche hatte, die nicht behandelt wurden. Dann läuft es krumm und schief und hat immer mehr Beschwerden.

Wenn man die Folgen dieser Knochenbrüche im Erwachsenenalter dann irgendwann noch behandeln kann, dauert das auch seine Zeit und wird erstmal schlimm werden. Genau das gleiche gilt für psychische Verletzungen. Je mehr es sind, desto länger dauert der Heilungsweg. Es wird Ihnen immer erstmal schlechter gehen, bevor Sie gesund werden. Das ist die Wahrheit.

Wenn Sie dranbleiben, werden Sie gesund

Sie werden dann ein Bürger-Team haben, das Ihnen wieder die Regierungsgeschäfte überlässt. Das können Sie sich so vorstellen, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Ihrem Bürger-Team, die besonders mit der Sicherheit der Bürgermeisterin zu tun hatten, endlich in Rente gehen dürfen. Die Bürgermeisterin hat gelernt, die jeweilige Aufgabe selbst zu übernehmen. Wenn sie für Sicherheit sorgen kann, wird die Bürgermeisterin auch gelernt haben, das Leben zu genießen, das heißt Freude zu empfinden.

Es wird keine Spione mehr geben, die Ihnen das Leben schwer machen. Ihre Feinde werden Sie besiegt haben und sich erfolgreich wehren können, so wie alle anderen Menschen.

Versuchen Sie die Beschwerden also als das Heilungsjucken einer Schnittverletzung zu sehen. Dass Sie den Schwarzes-Loch-Zustand wahrnehmen und all die anderen „komischen“ Dinge bemerken, ist ein Zeichen, dass Sie das Humpeln bemerkt haben. Das ist der erste Schritt zur Heilung. Erst wenn Sie merken, wie es wirklich ist und wie es anders als bei anderen ist, können Sie gesund werden. Dabei geht es nicht um eine Diagnose, sondern darum, diese einzelnen Beschwerden wahrzunehmen und sorgsam anzuschauen. Da wo es geht nehmen Sie kleine Veränderungen vor, um Ihrem Bürger-Team zu beweisen, dass Sie die Regierungsgeschäfte wieder übernehmen möchten. Mit der Zeit wird Ihnen das immer besser gelingen und Sie werden ein wirkungsvollen Sicherheitskonzept einführen.

Nächste Woche …

… steht die Frage im Raum, wie oder ob man andere Menschen um Hilfe bitten oder einweihen kann. Wenn Sie den ganzen 15-seitigen Artikel zusammen mit weiteren Artikeln zum Thema, sowie exklusiven Arbeitsmaterialien im Umfang von insgesamt 40 Seiten Information lesen wollen, können Sie den Artikel für 3 Euro in unserem Shop kaufen.

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